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Aus der Stadt Ratspolitik fordert grünen Steintorplatz
Hannover Aus der Stadt Ratspolitik fordert grünen Steintorplatz
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00:18 15.08.2018
Der Steintorplatz soll neu gestaltet werden und nach Ansicht der Ratspolitik mehr Grün bekommen. Quelle: Rainer Droese
Hannover

Trockenheit, Hitze, Temperaturen über der 35-Grad-Marke – Hannover erlebt einen Rekordsommer. Ratspolitiker sind sich mehrheitlich einig, dass die künftige Stadtentwicklung solche Hitzewellen stärker berücksichtigen muss. „Das wird angesichts des Klimawandels nicht die letzte Hitzeperiode in Hannover sein“, meint SPD-Baupolitiker Lars Kelich. Er schlägt vor, 1000 zusätzliche Bäume auf städtischen Grundstücken zu pflanzen. „Wir müssen über die Entsiegelung von Flächen nachdenken“, sagt Kelich. Für private Grundstückseigentümer sollten ebenfalls Anreize geschaffen werden, Bäume zu pflanzen. Auch aus anderen Fraktionen kommen Vorschläge. Die CDU kann sich vorstellen, mehr Trinkbrunnen aufzustellen und Fassaden zu begrünen. „Klar ist: Steinwüsten wie der Platz an der Goseriede sind nicht mehr zeitgemäß“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Semper.

„Stadt braucht Luft zum Atmen“

Bereits vor fast zehn Jahren hat die Stadtverwaltung sogenannte Klimakarten erstellen lassen. Sie machen sichtbar, in welchen Bereichen die Temperaturen stark ansteigen. Tiefrot ist das gesamte Gebiet der Innenstadt, aber auch große asphaltierte und bebaute Flächen etwa bei VW Nutzfahrzeuge in Stöcken, am Lindener Hafen, am Großmarkt oder in anderen Gewerbeparks. Dort erhitzt sich tagsüber das Gelände so stark, dass während der Sommermonate nachts keine Auskühlung mehr möglich ist. Der Effekt trägt zur Temperaturerhöhung in der gesamten Stadt bei. Die Umweltexperten der Stadt empfahlen damals, Frischluftschneisen innerhalb der City freizuhalten. Damit sind Wege gemeint, auf denen kühle Luft in Richtung Zentrum strömt. Sie verlaufen etwa entlang der südlichen und nordwestlichen Leineaue und vom Maschpark am Rathaus vorbei Richtung Altstadt.

„Die Stadt braucht Luft zum Atmen“, sagt FDP-Baupolitiker Wilfried Engelke. Eine weitere Verdichtung der Innenstadt mit zusätzlichen Gebäuden halte er für äußerst schwierig. „Daher sollte auch der Steintorplatz nicht zugebaut werden“, sagt Engelke. Er könne sich viel Grün und einen Brunnen auf dem Platz vorstellen, wolle aber der jüngst gestarteten Bürgerbeteiligung nicht vorgreifen. Das sieht auch seine Kollegin von den Grünen so. „Die Menschen sollen Anregungen geben, wie der Platz aussehen könnte“, sagt sie. Dennoch könne sie sich vorstellen, die gepflasterte Fläche aufzureißen und in eine Grünanlage zu verwandeln. „Bei einem Brunnen müssen wir darauf achten, dass nicht zu viel Wasser verbraucht wird“, sagt Clausen-Muradian.

Bürger können Ideen einbringen

In der vergangenen Ratsperiode hatte der Rat noch mit rot-grüner Mehrheit beschlossen, auf den Steintorplatz zwei mehrgeschossige Häuser zu setzen. Die Pläne waren weit gediehen, doch nach der Kommunalwahl 2016 änderten sich die Mehrheitsverhältnisse im Rat. Die FDP, nun Mitglied im Ampel-Bündnis, drang darauf, das Vorhaben zurückzuziehen. Jetzt soll das Areal umgestaltet werden.

„Wir stellen uns den Steintorplatz als eine grüne Oase vor“, sagt CDU-Mann Semper. Wichtig sei es, Schatten spendende Bäume zu pflanzen und Sitzgelegenheiten insbesondere für ältere Menschen bereitzustellen. Davon gebe es in der Innenstadt ohnehin zu wenige.

Bürger können ihre Ideen zum Steintorplatz am kommenden Mittwoch, 15. August, einbringen. Die Stadt lädt von 18 bis 20 Uhr zum Themenabend auf dem Platz ein. Dabei soll es zunächst darum gehen, welche Stärken und Schwächen der Platz hat und was sich ändern sollte. Moderiert werden die Gespräche in kleinen Runden vom Berliner Planungsbüro Urban Catalyst sowie vom Lindener Büro Endboss.

Mittwoch können Bürger mitreden

Interessierte können ihre Ideen zum Steintorplatz an diesem Mittwoch, 15. August, einbringen. Die Stadt lädt von 18 bis 20 Uhr zum Themenabend auf dem Platz ein. Dabei soll es zunächst darum gehen, welche Stärken und Schwächen der Platz hat und was sich ändern sollte. Im Fokus stehen weniger konkrete Fragen, etwa wo welche Bank installiert werden könnte oder wo ein Baum zu pflanzen wäre. Geplant sind eher moderierte Gesprächsrunden etwa zu den Platzrändern, zum Grün oder zur „Identität“ des Steintorplatzes. Die Ergebnisse sollen in den weiteren Beteiligungsprozess integriert werden.

Konkreter wird es beim zweiten Themenabend am Mittwoch, 5. September, und später dann bei einer Aktionswoche auf dem Platz vom 12. bis 16. September. Moderiert wird die gesamte Bürgerbeteiligung im Auftrag der Stadt vom Berliner Planungsbüro Urban Catalyst sowie vom Lindener Büro Endboss.

Von Andreas Schinkel

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