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Aus der Stadt Was wird aus der Limmerstraße?
Hannover Aus der Stadt Was wird aus der Limmerstraße?
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00:20 27.08.2018
Hier wird es eng: Auf der Limmerstraße in Höhe Offensteinstraße soll ein vier Meter breiter Hochbahnsteig entstehen. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Die Limmerstraße gehört zu den beliebtesten Party- und Einkaufsmeilen Hannovers, doch viele Anwohner und Geschäftsleute fragen sich: Wie lange noch? Drei Hochbahnsteige sollen in die Straße gesetzt werden, zwei davon mitten in eine Fußgängerzone. Es drohen jahrelange Bauarbeiten mit Lärmbelästigungen und Verkehrsproblemen. Manche Einwohner Lindens fragen sich, warum die Stadtpolitik so etwas zulässt und nicht auf die wesentlich verträglicheren Niederflurbahnen setzt. Oder ist der Zug längst abgefahren? Die HAZ beantwortet die wichtigsten Fragen rund um das Bauvorhaben auf der Limmerstraße.

Wo sollen die Hochbahnsteige hingesetzt werden?

Zwei Bahnsteige werden in Fußgängerzonen gebaut, zum einen nahe dem Küchengartenplatz (etwa auf Höhe der bisherigen Haltestelle) und weiter westlich in Höhe der Offensteinstraße. Ein dritter Bahnsteig wird zwischen Röttgerstraße und Freizeitheim Linden entstehen. Die Standorte sind noch nicht auf den Meter genau festgelegt.

Wann sollen die Bauarbeiten starten?

Frühestens 2020 sollen die Bauarbeiten beginnen, teilt die Regionsverwaltung auf Nachfrage der HAZ mit. Grundsätzlich gilt eine Bauzeit von zwei Jahren für einen Hochbahnsteig. Derzeit überlegt die Verwaltung, ob zwei Bahnsteige gleichzeitig gebaut werden können oder ob alle drei Bauten hintereinander entstehen. Das würde zu einer sechsjährigen Bauzeit auf der Limmerstraße führen – ein Alptraum für die meisten Anwohner und Geschäftsleute. Frühestens 2022 soll der erste Hochbahnsteig auf der Limmerstraße in Betrieb gehen.

Wogegen richtet sich die Kritik?

Die Limmerstraße verengt sich in Höhe der Offensteinstraße, aber genau dort soll ein vier Meter breiter und 45 Meter langer Hochbahnsteig entstehen. Der Bezirksrat Linden-Limmer hat das mehrheitlich abgelehnt, doch die Regionsverwaltung setzte sich darüber hinweg. „Das ist überaus ärgerlich“, sagt Daniel Gardemin, Grünen-Fraktionschef im Bezirksrat. Ob der Verkehr trotz Pfropfen im Nadelöhr fließen kann, ist für viele zweifelhaft. Die Regionsplaner räumen ein, dass Flucht- und Rettungswege sowie die gesamte Verkehrslenkung noch genauer unter die Lupe genommen werden müsse. „Zur Regelung des Verkehrs während der Bauarbeiten gibt es noch keine Pläne“, teilt die Region mit. Zudem befürchten die Ladenbesitzer und Gastronomen, dass ihnen eine Dauerbaustelle die Existenzgrundlage nimmt. Zeitweise soll die Limmerstraße in ihrere gesamten Breite aufgerissen werden.

Warum ist der ganze Aufwand überhaupt nötig?

Die gesamte oberirdische Linie 10 soll barrierefrei werden. Da in Hannover sogenannte Hochflurbahnen verkehren – die neueren Züge sogar ohne ausfahrbare Trittstufen, muss das Straßenniveau an den Haltestellen angehoben werden. Mit anderen Worten: Es sind Hochbahnsteige nötig. Der Bau eines Hochbahnsteigs verschlingt bis zu drei Millionen Euro.

Hätte man nicht auf der Strecke eine Niederflurbahn einsetzen können?

Diese Frage wird angesichts der Zumutungen auf der Limmerstraße neu gestellt. Vor acht Jahren brach in der Regionspolitik ein Streit aus, ob auf der Linie 10 eine Niederflurbahn rollen sollte. Darüber ist das Mehrheitsbündnis von SPD und Grünen fast auseinander gebrochen. Die Grünen machten sich für eine tiefer gelegte Bahn stark, die SPD setzte auf Hochflurzüge, ebenso wie Regionsverwaltung und Üstra. Ein Gutachten wurde in Auftrag gegeben, das zu den Schluss kam: Ein Systemwechsel auf einer Strecke wird zu teuer. Eine neue Werkstatt für Niederflurzüge wäre nötig gewesen, an vier Haltestellen hätten Hochbahnsteige abgerissen werden müssen. „Das war eine gewollte gutachterliche Entscheidung“, munkelt mancher Grüne noch heute. Klar ist aber: Der Niederflurzug ist abgefahren.

Und wie geht es jetzt weiter?

Jetzt beginnt das sogenannte Planfeststellungsverfahren. Dabei können Bürger ihre Bedenken äußern. Geplant sind ebenfalls Informationsveranstaltungen für Anlieger. Die Region überlegt, ein Informationsbüro vor Ort einzurichten, ähnlich wie auf der Kurt-Schumacher-Straße.

Von Andreas Schinkel

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