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Aus der Stadt So kommen betroffene Fluggäste zu ihrem Recht
Hannover Aus der Stadt So kommen betroffene Fluggäste zu ihrem Recht
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00:20 28.07.2018
15.000 Menschen waren am Flughafen Hannover betroffen. Quelle: Tomma Petersen
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Hannover

Herr Schmid, rund 15.000 Passagiere waren in der Nacht zu Mittwoch von der Sperrung des hannoverschen Flughafens betroffen. Was können diese Reisenden aus Ihrer Sicht jetzt unternehmen?

Es kommt darauf an, ob die Betroffenen nur den Flug gebucht haben oder eine Pauschalreise. Im ersten Fall ist die Fluggesellschaft der richtige Ansprechpartner, im zweiten der Reiseveranstalter.

Was steht einem Reisenden zu, der nur den Flug gebucht hat?

Ihm stehen Betreuung und Unterstützung vor Ort zu, jemand von der Airline hätte sich noch am Dienstag um Ersatzflüge von einem anderen Flughafen oder eine Unterbringung in einem Hotel und um die ausreichende Verpflegung der Betroffenen kümmern müssen. Dass Fluggäste im Terminal übernachten müssen, muss die Ausnahme sein: Die Fluggastrechteverordnung spricht von einer „Hotelunterbringung“, nicht einem Feldbettenlager auf dem Flughafen.

Was steht den Betroffenen noch zu?

Das hängt davon ab, ob der Grund für die Sperrung des Flughafens im rechtlichen Sinn ein außergewöhnlicher Umstand gewesen ist oder nicht. Liegt das vor, kann der Betroffene nicht auf Entschädigung hoffen. Liegt es nicht vor, dann greift die Fluggastrechteverordnung der Europäischen Union. Je nach Länge der Flugstrecke stehen dem Fluggast dann 250, 400 oder sogar 600 Euro zu.

Ist es aus Ihrer Sicht ein außergewöhnlicher Umstand, wenn sich bei den derzeitigen hohen Temperaturen eine Landebahn an einer Stelle hebt?

Das kann ich nicht abschließend beurteilen. Ich meine aber eher nein, weil ein Betreiber eines Flughafens bei derartigen Witterungsbedingungen durchaus damit rechnen muss. Schließlich gibt es viele Flughäfen in Deutschland, die den gleichen Bedingungen ausgesetzt sind, ohne dass bislang solche Schäden aufgetreten sind.

Was steht Ihrer Meinung nach Pauschalreisenden zu?

Der Reiseveranstalter hätte noch am Abend auf andere Flughäfen ausweichen, beispielsweise nach Hamburg oder Kassel, und die Gäste mit Bussen dorthin befördern müssen. Der Betroffene sollte gegenüber dem Reiseveranstalter eine angemessene Reisepreisminderung geltend machen.

Wie können die Betroffenen zu ihrem Recht kommen?

Es gibt drei Möglichkeiten: Sie können sich einen Rechtsanwalt nehmen und klagen, sie können die von den Fluggesellschaften eingerichtete und finanzierte Schlichtungsstelle anrufen oder sie können einer Organisation wie Fairplane den Fall übergeben und wir kümmern uns darum und werden vor allem höchstrichterlich klären lassen, ob ein außergewöhnlicher Umstand angenommen werden kann, um für Fluggäste Rechtsklarheit auch für Zukunft zu bekommen.

Von Tobias Morchner

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