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Aus der Stadt Teresa Enke widerspricht Eberl: Es hat sich viel geändert
Hannover Aus der Stadt Teresa Enke widerspricht Eberl: Es hat sich viel geändert
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19:25 09.10.2018
Teresa Enke: „Es hat sich viel im Kampf gegen seelisches Leid getan.“ Quelle: Maike Lobback (Team zur Nieden)
Hannover

Teresa Enke, Ehefrau des verstorbenen Fußball-Nationalspielers Robert Enke, hat in einem Offenen Brief an Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl darauf hingewiesen, dass sich im Kampf gegen Depressionen viel geändert habe. Eberl hatte zuvor der Deutschen Presse-Agentur gesagt, Enkes Tod sei für alle ein großer Schock gewesen, sei aber nicht so nachhaltig in den Gedanken geblieben, dass er heute noch als warnendes Beispiel gelte. Eberl betonte in dem Gespräch, dass junge Fußballer oft überfordert seien, mit dem, was auf sie einprassele.

„Haben ein Netzwerk aus mehr als 70 Sportpsychiatern aufgebaut“

Teresa Enke, die Vorstandsvorsitzende der Robert-Enke-Stiftung, schrieb, sie sei gerührt gewesen, dass Max Eberl seinen ehemaligen Mitspieler noch immer in Erinnerung halte. Es habe sich aber eben doch viel im Kampf gegen seelisches Leiden getan. „Wir haben in Deutschland ein Netzwerk von mehr als 70 Sportpsychiatern aufgebaut, mit telefonischer Beratungshotline und der Enke-App als Informationsquellen.“

Max Eberl, Sportdirektor bei Borussia Mönchengladbach, sieht den Kampf gegen Depression kritisch. Das Beispiel von Robert Enke sei nicht nachhaltig in den Gedanken geblieben. Quelle: imago/DeFodi

Sie nannte auch ein aktuelles Beispiel: „Vor wenigen Wochen klagte ein Jugend-Bundesligafußballer über anhaltende Erschöpfung und Gefühllosigkeit, und als im Gespräch mit dem Sportpsychologen seines Vereins der Verdacht einer Depression im Raum stand, kontaktierten sie die Stiftung. Innerhalb eines Tages hatte der Jugendliche einen Termin bei einem Sportpsychiater in seiner Stadt“. Auch müsse mittlerweile jedes Nachwuchsleistungszentrum einen Psychologen beschäftigen.

Fortschritt im Vergleich zur Situation vor 15 Jahren

Dies sei ein Kontrast zu der Situation als Robert Enke vor 15 Jahren erstmals gegen eine tiefergehende Depression zu kämpfen gehabt habe. „Wir litten unter dem schrecklichen Gefühl, Roberts Krankheit verheimlichen zu müssen - einem Torwart mit Depression würde doch kein Verein mehr trauen“, schrieb Teresa Enke. Robert Enke nahm sich am 10. November 2009 im Alter von 32 Jahren das Leben.

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Von RND/güm/lni

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