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Aus der Stadt Fotografen ausgesperrt: Eminem, die Mimose
Hannover Aus der Stadt Fotografen ausgesperrt: Eminem, die Mimose
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11:49 11.07.2018
Die Eminem-Fans Sofia und Lina stehen vor dem Messegelände. Nur dort dürfen Fotografen ihrem Beruf nachgehen. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Wo ist eigentlich Eminem? Er steht auf der Bühne, 75 000 Menschen jubeln ihm zu, es ist ein Ereignis in der Stadt, aber Medienvertreter dürfen keine Bilder davon machen. Deshalb erscheint an dieser Stelle auch kein Bild von Eminem, sondern eines seiner Fans. Pressefotografen sind für das Eminem-Konzert in Hannover nicht zugelassen, es gibt nur ausgewählte Bilder des Konzerts. Ein von Eminem beauftragter Tourneefotograf fertigt die Bilder an. Die werden dem Management und dem Star vorgelegt. Gemeinsam wird man über eine Auswahl der Bilder beraten, die der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen.

Einschränkung des Journalismus

Eminem und seine Manager verhalten sich wie Lenker autoritärer Staaten: Sie sind sehr darauf bedacht, dass von ihnen nur in ihrem Sinne vorteilhafte Bilder erscheinen. Sie wollen das Erscheinungsbild kontrollieren. Die Aufgabe von Journalisten ist es wiederum, das, was ist, nach bestem Wissen so wiederzugeben, wie es eben ist. Die Aufgabe von Journalisten besteht nicht darin, das, was ist, so wiederzugeben, wie einige Leute das gern hätten. Das aber geschieht, wenn Medien nur Bilder veröffentlichen können, die die Betroffenen vorab ausgewählt haben. Zumindest müssen Medien die Möglichkeit haben, die Bilder zu machen, die sie machen wollen.

Journalisten sollten entscheiden, wie und aus welcher Perspektive sie etwas wahrnehmen. Wenn die Betroffenen darüber entscheiden, hat man es nicht mehr mit Journalismus zu tun, sondern mit etwas anderem: mit Werbung. Das ist ein Unterschied, und er ist immer noch wichtig.

Management schweigt

Warum ist Eminem, der harte Rapper, in der Bilderfrage so mimosenhaft? Liegt es an den Boulevardmedien, die bei jedem Bild, auf dem er etwas dünner und blasser aussieht, gleich anfangen, über Drogenprobleme zu spekulieren? Eine Stellungnahme des Künstlermanagements zum Bilderverbot war nicht zu bekommen. Auf Nachfrage beim Konzertveranstalter hieß es: „Wer diese Entscheidungen trifft und aus welchem Grunde, ist nicht bekannt.“

Von Ronald Meyer-Arlt

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