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Aus der Stadt Bei den Kestnerminis dürfen Besucher durch die Ausstellung krabbeln
Hannover Aus der Stadt Bei den Kestnerminis dürfen Besucher durch die Ausstellung krabbeln
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14:51 24.07.2018
Zweite Auflage der Kestnerminis-Führung für Eltern mit Babys in der Kestnergesellschaft Quelle: Mario Moers
Hannover

Diese Kunst ist zum Schreien, findet der vier Monate alte Emil. Und auch Mina-Anastasia (13 Monate) kann mit der Konzeptfotografie des US-Künstlers Christopher Williams naturgemäß wenig anfangen. Bevor sie anfängt sich zu langweilen, tollt sie lieber zwischen den mit brauner Tapete tapezierten Stellwänden umher, vor denen ihre Eltern kontemplativ dem Anliegen des Künstlers nachsinnen – oder es wenigstens versuchen. Denn Nuckelflasche und Lätzchen bleiben stets griffbereit und häufig ist der eigene Nachwuchs einfach niedlicher zu beobachten, als das Werk des renommierten Fotografen. Kestnerminis nennt die Kestnergesellschaft ihr Angebot für Eltern und Kleinkinder bis zu 18 Monaten. Es ist in Hannover die erste Kunstführung für ein Publikum, dessen Freizeitangebot oftmals stark beschränkt ist.

Papa Julian Picht mit Sohn Emil. Quelle: Mario Moers

Zehn Eltern und acht Babys nahmen an der nunmehr zweiten Eltern-Kleinkind-Führung teil. Eine willkommene Alternative zur brütenden Hitze draußen, die allerdings auch bei weniger gutem Wetter angenommen wird. „Wir hatten schon bei der Premiere gute Resonanz. Sowas verbreitet sich schnell über Facebook“, sagt Shantala Gajek. Die freiberufliche Designerin leitet die Führungen, eine Mitarbeiterin der Kestnergesellschaft achtet zusätzlich auf die Babys. „Die Eltern kommen gerne, weil es sowas noch kaum gibt und einige sich mit einem Kleinkind vielleicht auch nicht in eine Ausstellung trauen“, sagt Gajek. Bei den Kestnerminis fühlt sich niemand gestört, wenn ein Baby schreit oder aus dem Kinderwagen will.

Anne-Marie Gerdsmeyer und Tochter Mina-Anastasia (vorne rechts). Quelle: Mario Moers

Die Aufmerksamkeit der Eltern changiert ständig zwischen den Ausführungen der Expertin und der Verpflichtung gegenüber dem Kind. Fragen wie „robbt er noch oder krabbelt er schon?“ werden dann schnell wichtiger als den Brecht-Bezügen des Künstlers nachzuspüren. Und dennoch hat das Format für die Eltern einen besonderen Stellenwert. „Selbst wenn die Eltern nur die Hälfte mitbekommen, ist das für die meisten eine tolle Abwechslung“, sagt Gajek. Sie hat selber ihren Sohn Mio (10 Monate) auf dem Arm und schiebt den Kinderwagen, während sie die Führung gibt. Mina-Anstasias Mama Anne-Marie Gerdsmeyer ist zudem überzeugt: „Man muss früh genug mit der Kunst anfangen.“

Shantala Gajek gibt die Führungen bei den Kestenerminis. Quelle: Mario Moers

Kestnerminis findet das nächste Mal statt am Dienstag, 28. August, in der Kestnergesellschaft, Goseriede 11. Die etwa 30 minütige Führung beginnt um 11 Uhr. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Eine weitere Ausgabe gibt es erst wieder im Herbst.

Von Mario Moers

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