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Aus der Stadt Hitzewelle belastet besonders Senioren
Hannover Aus der Stadt Hitzewelle belastet besonders Senioren
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06:00 27.07.2018
Martin Stolz, Ärztlicher Direktor der KRH Geriatrie Quelle: Klinikum Region Hannover, Stefan Gallwitz
Hannover

Wie können ältere Menschen ihre Gesundheit in einer Hitzephase schützen? Martin Stolz, Ärztlicher Direktor der Altersmedizin am Klinikum Region Hannover, gibt Antworten.

Herr Stolz, warum ist eine Hitzewelle wie aktuell für Senioren besonders belastend?

Ältere Menschen ab 70, 80 Jahren sind gesundheitlich besonders verletzlich. Wie alle Erwachsenen müssten sie rund zwei Liter am Tag trinken und bei Hitze ein bis zwei Liter zusätzlich. Senioren haben aber weniger Durstgefühl. Gleichzeitig führt schon ein geringer Flüssigkeitsmangel bei ihnen schnell zu auch lebensbedrohlichen Schäden. Wir sehen in den Notaufnahmen deutlich mehr Senioren als üblich.

Mit welchen Beschwerden kommen die älteren Patienten?

Herz-Kreislauf-Probleme, Versagen von Organen, Dehydrierung. Wassermangel führt bei Senioren zu besonders niedrigem Blutdruck. Oft nehmen sie aber fünf und mehr Medikamente, besonders einige Blutdrucksenker entziehen dem Körper zusätzlich Wasser. Es kommt vermehrt zu nächtlichen Stürzen und Brüchen, weil Senioren jetzt besonders schlecht schlafen, Schlafmittel aber den Kreislauf belasten.

Was raten Sie?

Es lieber hinnehmen, dass man schlecht in den Schlaf findet. Abgesehen von Schlafmitteln sollte niemand seine Medikamente absetzen. Aber es ist wichtig, viel zu trinken. Es hilft, sich die Trinkmenge zu notieren oder eine ausreichende Anzahl an Wasserflaschen oder Teekannen hinzustellen. Ich empfehle leichte Mahlzeiten mit Obst und Gemüse, das den Verlust an Natrium und Kalium ausgleicht. Und, ganz wichtig: Bei Unwohlsein Hilfe holen, auch wenn Ältere das oft nicht so gerne machen.

Von Bärbel Hilbig

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