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Aus der Stadt Viele Diebstähle – wenige Raubüberfälle
Hannover Aus der Stadt Viele Diebstähle – wenige Raubüberfälle
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10:00 16.11.2018
ARCHIV - Zwei Polizisten gehen am (25.01.2012) durch einen Park in Stuttgart. CDU-Fraktionschef Hauk hat in einem dpa-Gespräch vom Sonntag (05.02.2012) die Pläne von Innenminister Gall (SPD) zum Umbau der Polizei zerpflückt und vor politischer Einflussnahme gewarnt. Hauk befürchtet massive Einschnitte im ländlichen Raum, weil Kriminal- und Verkehrspolizei zu größeren Einheiten zusammengelegt werden sollten. Foto: Franziska Kraufmann dpa/lsw (Zu lsw Thema des Tages: «Südwest-CDU kritisiert Galls Pläne zur Polizeireform» vom 05.02.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa
Hannover

Der Farbanschlag auf ein frisch renoviertes Mehrfamilienhaus in der Warstraße in der Nordstadt vom Juni 2013, der brutale Handyraub am Endpunkt der Stadtbahnhaltestelle in Stöcken vom Oktober 2017 –diese und viele andere Delikte in den nördlichen Stadtteilen Hannovers sind jetzt für jeden einzelnen Stadtteil in der neuen Kriminalstatistik der Polizeidirektion nachlesbar. Die Behörde hat den sogenannten Sicherheitsbereich gemeinsam mit der Stadt in der vergangenen Woche erstmals veröffentlicht.

Auffällig ist: die sogenannten Rohheitsdelikte wie Körperverletzung und Raubüberfälle spielen in den nördlichen Stadtteilen eher eine untergeordnete Rolle. Der Stadtbezirk Nord sticht mit einer hohen Zahl an Sachbeschädigungen hervor. Leicht angestiegen ist auch die Zahl der Rauschgiftdelikte. Im Stadtbezirk Herrenhausen-Stöcken ist etwa jede dritte angezeigte Straftat ein Diebstahl. Im Stadtteil Vahrenwald werden durchschnittlich pro Jahr 3309 Verbrechen zur Anzeige gebracht. In Vahrenheide ist die Zahl der Diebstähle von 620 im Jahr 2013 auf 444 Taten im Jahr 2017 zurückgegangen.

Bezirksbürgermeisterin Edeltraut-Inge Geschke (SPD) aus der Nordstadt ist froh über die neue Statistik der Polizei: „Wir werden die Zahlen in den Gremien genau analysieren“, sagte sie der HAZ. Sie fühlt sich durch den Sicherheitsbericht auch in ihrer Einschätzung bestätigt. „Wir haben in der Nordstadt tatsächlich ein Problem mit Sachbeschädigungen, insbesondere durch die vielen Graffitis“, sagt Geschke. Insbesondere im Bereich Schneiderberg käme manch Hausbesitzer mit der Beseitigung der Schmierereien kaum hinterher. Aus diesem Grund habe der Bezirksrat die Gründung einer Arbeitsgruppe zu diesem Thema beschlossen. Auch die laut Statistik gestiegene Zahl der Rauschgiftdelikte in ihrem Stadtbezirk von 350 auf 390 Taten deckt sich mit der Wahrnehmung der Bezirksbürgermeisterin. „Probleme gibt es im nördlichen Bereich des Engelbosteler Damms und an der Straße An der Strangriede – beides war bereits Thema im Bezirksrat“, sagt Geschke.

Regine Bittorf, die Bezirksbürgermeisterin von Herrenhausen-Stöcken, ist mit der neuen Ausrichtung der polizeilichen Kriminalstatistik ebenfalls zufrieden. „Wir werden die Zahlen im Rat und in den Fraktionen diskutieren“, sagt die SPD-Politikerin. Im Dezember hat sich dann Hannovers Ordnungsdezernent Axel von der Ohe angekündigt, um im Bezirksrat erneut über das Thema Sicherheit zu sprechen. Dabei wird mit Sicherheit auch das Problem mit der hohen Zahl der Diebstähle angesprochen werden. „Es gab tatsächlich einen Zeitraum, in dem es insbesondere im Bereich Stöcken einen Anstieg dieses Deliktes gegeben hat“, sagt Bittorf. Der Bezirksrat sei aber bereits vor der Veröffentlichung der neuen Polizeistatistik im regelmäßigem Austausch mit der örtlichen Polizeistation gewesen.

Kommentar: Gefühlte und reale Sicherheit

Die gute Botschaft zuerst: Hannovers Stadtteile sind sicherer, als mancher denkt. Gewaltkriminalität konzentriert sich auf die Innenstadt. 2074 Taten im Bereich Körperverletzung weist die aktuelle Kriminalitätsstatistik durchschnittlich pro Jahr in Mitte aus – gerechnet auf die Jahre 2013 bis 2017. Im Sahlkamp sind es 135 Delikte, in Davenstedt 59, in Waldheim sind es lediglich 5.

Eine Bürgerbefragung, die die Stadtverwaltung jüngst zum Thema Sicherheit und Ordnung durchgeführt hat, scheint diese Zahlen zu bestätigen: 85 Prozent der befragten Hannoveraner fühlen sich in ihrem Stadtteil sicher. Am unsichersten fühlen sie sich laut der Befragung in der City. Allerdings weist Ordnungsdezernent Axel von der Ohe derzeit in allen Bezirksräten darauf hin, dass das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger zum großen Teil durch Vorkommnisse geprägt wird, die nicht als kriminelle Handlungen gelten. Zum Beispiel durch Trinkergruppen in der Öffentlichkeit oder lärmende Jugendliche. Unter anderem deshalb gibt es in manchen Gegenden große Differenzen zwischen Statistik und Sicherheitsempfinden. Dennoch muss man die Wahrnehmung der Bürger ernst nehmen. Denn ein Gefühl der Sicherheit gehört zur Lebensqualität in einer Stadt.

Von Tobias Morchner

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