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Aus der Stadt Leibniz-Uni Hannover startet Forschungszentrum Hitec
Hannover Aus der Stadt Leibniz-Uni Hannover startet Forschungszentrum Hitec
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00:18 09.07.2018
Plant Tests in der Schwerelosigkeit: Professor Wolfgang Ertmer mit Oberbürgermeister Stefan Schostok bei der Eröffnung des Forschungszentrums Hannover Institute of Technology (Hitec). Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Ob Satelliten einen Raketenstart aushalten, lässt sich bald in Hannover testen. Und ebenso, wie Atome auf die Schwerkraft reagieren. Freitag hat die Leibniz-Universität ihr neues Hannover Institute of Technology (Hitec) eröffnet. Physiker, Geodäten (Erdvermesser) und Ingenieure finden in dem 34 Millionen Euro teuren Forschungszentrum weltweit einmalige Bedingungen für die interdisziplinäre Arbeit. Im Herzstück, dem Einstein-Elevator, sind zahlreiche unterschiedliche Experimente unter Bedingungen der Schwerelosigkeit möglich. „Der Kitchen-Aid der Wissenschaftler“, scherzt Oberbürgermeister Stefan Schostok in Anspielung auf die Universalküchenmaschine.

Anders als in bisherigen Falltürmen können die Forscher im Einstein-Elevator rund 100-mal am Tag Experimente in der Schwerelosigkeit durchführen. Dafür schießen Wissenschaftler eine Vakuum-Kapsel an Schienen in einem Gerüstturm in die Höhe. Nach der Beschleunigungsphase löst sich die eigentliche Versuchsapparatur im Inneren und schwebt für vier Sekunden frei in der Kapsel. Es lassen sich aber auch unterschiedliche Schwerkraftverhältnisse nachstellen. So können die Forscher zum Beispiel in der Kapsel Bedingungen wie beim Start einer Ariane-Rakete simulieren.

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler unterstreicht die Bedeutung des „Forschungsbaus auf Weltniveau“ für die Quantenphysik. „Dieser Fallturm ist made in Hannover, made in Niedersachsen, man muss es mal betonen.“ Ein Ziel sind neue, extrem präzise Messsysteme, um den Anstieg des Meeresspiegels oder Anzeichen für Erdbeben besser beobachten zu können.

Das Forschungszentrum Hitec der Leibniz-Universität startet im Juni 2018.

Zahlreiche Firmen und Wissenschaftler waren am Bau beteiligt. „So etwas bekommt man nur im Team hin“, betont Volker Epping, Präsident der Leibniz-Universität. Und mit besonders kreativen Köpfen. Angestoßen hat das Forschungszentrum Professor Wolfgang Ertmer. Die Idee für seinen genialen Fallturm kritzelte der Quantenphysiker auf ein Blatt Papier und legte es Professor Ludger Overmeyer vor. Der Ingenieur schüttelte zuerst den Kopf, dann machten sich seine Mitarbeiter am Institut für Transport- und Automatisierungstechnik an die Arbeit. Gebaut hat die Anlage die Firma Eilhauer Maschinenbau aus Langenhagen, zahlreiche weitere Spezialisten sind beim ganzen Bau involviert. Um die hochsensible Klimatechnik hat sich die Firma Wisag Automatisierungstechnik gekümmert: In den Laserlaboren darf die Temperatur nur um 0,01 Grad schwanken.

Thümler erinnert daran, dass die Leibniz-Uni in der laufenden Bewerbungsrunde gleich zwei Exzellenzcluster beantragt hat, die eng mit dem neuen Forschungszentrum verknüpft sind. Dabei geht es um Grundlagenforschung mit Licht und Materie an der Quantengrenze sowie um interdisziplinäre Projekte in Photonik, Optik und Ingenieurwesen. Mit der Exzellenzinitiative wollen Bund und Länder der Spitzenforschung besonderen Schub geben. „Wir haben hier eine sehr teure Kaffeemaschine gebaut“, witzelt Ertmer. Denn der Neubau soll Forscher unterschiedlicher Disziplinen zusammenführen. Damit sie gemeinsam auf geniale Ideen kommen.

Von Bärbel Hilbig

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