Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Uni-Präsident Epping kritisiert Bauamt und Land
Hannover Aus der Stadt Uni-Präsident Epping kritisiert Bauamt und Land
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 14.01.2019
Wollen ihre Hochschulen an die Spitze bringen: Professor Volker Epping, Präsident der Leibniz-Universität, und Professor Michael Manns, Präsident der Medizinischen Hochschule Hannover. Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Kritik an der schleppenden Genehmigung von Bauanträgen in Hannover hat der Präsident der Leibniz-Universität jetzt formuliert. „Das vergangene Jahr ist von Verzögerungen in der Baugenehmigung geprägt, verbunden mit enormen Kostensteigerungen“, kritisiert Professor Volker Epping Freitag in seiner Ansprache beim Neujahrsempfang der Uni. Die Konsequenzen seien bitter. „Wir können mittlerweile in wichtigen Bereichen die Besetzung von dringend für Lehre und Forschung notwendigen Professuren nicht mehr durchführen, weil es schlichtweg an Räumen und Laboren mangelt.“

Die Leibniz-Universität Hannover feiert ihren Neujahrsempfang.

Die Hochschule hat Anfang 2019 selbst die Verantwortung für ihre Bauprojekte vom Staatlichen Baumanagement Niedersachsen übernommen. Damit verknüpft ist die Hoffnung, schneller und wirtschaftlicher aus einer Hand handeln zu können. Im Vorfeld hatten Stadtverwaltung und Leibniz-Uni gemeinsam festgestellt, dass die neue Ausgangslage auch zusätzliches Personal in der städtischen Bauverwaltung erforderlich macht. Denn das Staatliche Baumanagement muss anders als die Uni für Bauprojekte lediglich intern eine Zustimmung von der obersten Bauaufsicht des Landes einholen, nicht jedoch bei der Stadt. Die Universität hat bereits 2017 und 2018 Bauanträge für mehrere Projekte gestellt, die sie ab diesem Jahr realisieren will. Die Genehmigungen lassen jedoch wegen Krankheitsfällen in der Bauverwaltung auf sich warten.

„Wir sind im Wettbewerb um die besten Köpfe zuweilen nicht mehr in der Lage, herausragende Wissenschaftler zu gewinnen“, beklagt der Hochschulpräsident. Epping macht dafür aber auch das Land verantwortlich, das aus seiner Sicht zu geringe Mittel für Neubauten und Instandhaltung der Universitätsgebäude bereitstellt. „Bleibt es bei den Ansätzen für Bau und Bauunterhaltung, werden wir Labore und Gebäude schließen müssen und damit unser Studienangebot einschränken.“

Epping formuliert seine Kritik vor dem Hintergrund der jüngsten Erfolge: Die Leibniz-Universität und die Medizinische Hochschule Hannover haben für vier Forschergruppen eine Spitzenförderung als Exzellenzcluster errungen. Als Epping in diesem Zusammenhang von der „ersten Bundesliga der deutschen Universitäten“ spricht, gibt es heftigen Applaus. Gemeinsam bewerben sich die beiden Hochschulen als „Leibniz Alliance Hannover“ um die Förderung als Exzellenzuniversität. Unabhängig vom Erfolg wollen sie ihre Zusammenarbeit in der Gesundheitsforschung weiter verstärken und haben deshalb kürzlich einen Kooperationsvertrag geschlossen. Beim Anwerben von hochkarätigen Wissenschaftlern würde es nach Eppings Einschätzung auch helfen, wenn Hannover seine Vorzüge noch besser herausstreicht – und seine Attraktivität erhöht. Der Uni-Präsident wünscht sich dabei mehr Mut von den politischen Entscheidungsträgern, damit neue Ideen nicht abgewürgt oder verzögert werden. Als ein Beispiel dafür nennt er die Leinewelle.

Viel Diskussionsstoff also für die rund tausend Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft wie der neue MHH-Präsident Professor Michael Manns, Herzforscher Professor Axel Haverich, Oberbürgermeister Stefan Schostok, Polizeipräsident Volker Kluwe und Garbsens Bürgermeister Christian Grahl, in dessen Stadt aktuell der neue Campus Maschinenbau der Universität emporwächst.

Von Bärbel Hilbig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es war ein Akt der Solidarität: Politiker, Künstler und Kirchenvertreter beteiligten sich am Freitag in der Marktkirche an einer Lesung für die Flüchtlingshilfsorganisation Jugend rettet.

14.01.2019

Die Pflegekammer Niedersachsen soll Interessen des Berufsstandes vertreten. Doch schon nach wenigen Monaten sind sehr viele Beschäftigte schlecht auf die Kammer zu sprechen. Sie stören sich an Zwangsmitgliedschaft und mangelnder Transparenz. Manche Pfleger aber fordern eine starke Lobby.

14.01.2019

In Badenstedt waren am Abend rund 1750 Haushalte rund 40 Minuten lang ohne Strom. Ein Defekt in einem Mittelspannungskabel war nach Angaben der Stadtwerke die Ursache.

11.01.2019