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Aus der Stadt Polizei sucht weiter nach Brandstiftern
Hannover Aus der Stadt Polizei sucht weiter nach Brandstiftern
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00:21 15.09.2018
Am Tag nach den drei Brandstiftungen erinnern Rußspuren auf dem Asphalt an die Taten. Rundum die Tatorte zeichnet sich deutlich die Parkplatzproblematik ab. Quelle: Ingo Rodriguez
Hannover

Nach den drei Brandstiftungen an falsch geparkten Autos in der Nacht zu Dienstag in Linden-Nord gehen die Ermittlungen nach dem oder den Täter weiter. Bislang sind bei der Polizei nur einige wenige Hinweise eingegangen. „Denen gehen wir jetzt nach“, sagt Polizeisprecherin Kathrin Pfeiffer. Der Hintergrund für die Taten, bei denen drei Wagen ausbrannten und ein weiterer und zwei Fahrräder beschädigt wurden, ist immer noch unklar. Weder gibt es Hinweise auf randalierende Jugendliche oder auf radikale Gegner von Falschparkern. Es gibt weder ein Bekennerschreiben, noch ist bislang im Internet ein entsprechender Hinweis aufgetaucht.

Nach den drei Brandstiftungen an falsch geparkten Autos in Linden-Nord gehen die Ermittlungen weiter. Am Tag nach den Bränden zeichnet sich rund um die Tatorte deutlich die Parkplatzproblematik ab.

Für die Bewohner des betroffenen Viertels rund um die Bethlehemkirche ist die Ungewissheit ein beklemmendes Gefühl. „Wie soll ich hier jemals wieder ein Auto parken und ruhig schlafen können“, sagt eine Betroffene. Ihr Auto zählt zu den Wagen, die durch die Flammen zerstört wurden. Eine Anwohnerin hatte sie am Abend der Tat auf das Feuer an ihrem Pkw aufmerksam gemacht. „Ich brauche den Wagen für die Arbeit und habe lange darauf gespart“, sagt sie. Die Autofahrerin vermutet, dass es sich bei dem oder den Tätern um einen Falschparker-Gegner handeln müsste. „Irgendjemand wohnt hier, der das nicht haben kann. Ich hatte schon Zettel an der Windschutzscheibe das stand drauf: Scheiße geparkt“, sagt die Anwohnerin.

Creme am Türgriff vom Auto

Auch für einen Anwohner der Asseburgstraße sind die Autobrände keine große Überraschung. „Wir parken auch oft genau dort, wo das Auto gebrannt hat“, sagt der 47-jährige Unternehmer. Vandalismus und vorsätzliche Beschädigungen an widerrechtlich geparkten Autos seien in dem Viertel an der Tagesordnung. „Es werden Seitenspiegel abgebrochen und Nägel in Reifen geschlagen“, sagt der 47-Jährige. Seine Ehefrau habe beim Öffnen des Autos sogar schon einmal in schmierige Creme am Türgriff gefasst - absichtlich und großflächig aufgetragen. Abstellen will er seinen Wagen notfalls auch trotzdem weiterhin widerrechtlich. „Wenn ich keinen Parkplatz finde, parke ich, wo es irgendwo geht. Schäden zahlt doch die Versicherung.“ Wie angespannt die Situation unter Autofahrern in Linden-Nord derzeit ist, lässt sich an den Worten einer weiteren Anwohnerin erkennen: „Ich bin jetzt schon sehr vorsichtig und achte genau darauf, wo ich den Wagen abstelle“, sagt die Anwohnerin beim Aussteigen aus dem Auto. Unmittelbar am Tag nach den Bränden sei es ihr erster Gedanke gewesen: „Die Aktion galt den Falschparkern.“ Ingolf Heise kommt als Mitarbeiter eines Musikgeschäfts an der Comeniusstraße nicht mit dem Auto zur Arbeit. „Ich wohne in der Nähe und bin immer mit dem Rad unterwegs“, sagt er. Auch er hält es für sehr wahrscheinlich, dass die Brandanschläge Falschparkern galten. „Das kommt doch nicht zufällig genau so vor“, meint Heise. Die Parkplatzproblematik zeichne sich doch täglich in den Abendstunden ab. „Tagsüber geht es ja, aber abends würden die ihre Autos doch auch übereinander abstellen, wenn es ginge“, sagt Heise. Für Rollatoren, Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen gebe es in Kurvenbereichen auf den Fußwegen doch teilweise gar kein Durchkommen. An ein verändertes Parkverhalten aus Sorge um die Autos glaubt Heise aber nicht. „Diese Brände hat doch in zehn Tagen jeder wieder vergessen“, sagt der Mann.

Viel spricht für mehrere Täter

Die Ermittlungen der Polizei haben unterdessen ergeben, dass die Autos nahezu zeitgleich in Flammen aufgegangen sind. Weil die Tatorte rund 400 Meter Luftlinie voneinander entfernt liegen, könnte das dafür sprechen, dass nicht nur ein Täter am Werk gewesen ist. Andererseits haben die Ermittler in dem Viertel bislang keine besondere Häufung von Brandstiftungen an Autos festgestellt. Im Februar wurde, nach Auskunft der Polizei, in Linden-Nord ein Auto in Brand gesteckt. Im August wurden in Linden-Süd zwei Wagen in Brand gesetzt.

Von Ingo Rodriguez

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