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Aus der Stadt „Lüttje Lage“: Mit den Welfen heulen
Hannover Aus der Stadt „Lüttje Lage“: Mit den Welfen heulen
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14:06 08.10.2018
Simon Benne Quelle: Franson
Hannover

Ich habe nichts gegen die Briten. Sie sind ein nettes Volk von Teetrinkern, das eine einzigartige Küchenkultur hervorgebracht hat und exzentrische Traditionen wie die Monarchie liebevoll pflegt. Jetzt aber bin ich den Briten doch etwas böse, weil sie einer von uns übel mitgespielt haben.

Wie ich der Fachpresse entnehme, hat Prinzessin Alexandra von Hannover ihren Platz in der britischen Thronfolge verwirkt. Ich stelle mir vor, dass ein kerzengerader Hofmarschall mit Stehkragen im Tower bei Kerzenschein eine lange Pergamentrolle aus einer Holztruhe geholt und ihren Namen kopfschüttelnd mit einem „Ts, ts, ts“ durchgestrichen hat.

Aus der britischen Thronfolge wird man nicht verbannt, wenn man einen Völkermord plant oder gegen einen Expo-Pavillon pinkelt. Alexandra aber soll katholisch geworden sein, und da verstehen sie im Buckingham Palace keinen Spaß. Als Baby wurde sie zwar lutherisch getauft; ihr Vater Ernst August ist Protestant. Doch die 19-Jährige lebt in Monaco, bei ihrer katholischen Mutter Caroline. Das färbt ab. Als Thronfolger sind Katholiken in England aber bis heute ein No-go. Jehovas Zeugen, Scientologen und Satanisten sind da vergleichsweise fein raus.

In Hannover weiß jedes Kind, dass der „Act of Settlement“ anno 1701 den Welfen den Weg auf Englands Thron geebnet hat. Damals suchten sie jemanden, der mit den Stuarts verwandt und protestantisch sein sollte. Unsere Kurfürstin Sophie passte am besten ins Profil der Stellenausschreibung. Ihre Erben bekamen den Job überhaupt nur, weil man seinerzeit intolerant festschrieb, dass jeder seinen Thronanspruch verwirkt, der sich „zur päpstlichen Religion bekennt“.

So gesehen dürfen wir in Hannover jetzt eigentlich nicht meckern. Alexandra stand sowieso nur ungefähr auf Rang 538. Um Queen zu werden, hätte eine Nuklearkatastrophe Europa entvölkern müssen, während sie selbst am Südpol weilt. Aber schade ist es doch. Als Lokalpatriot kann ich da nur mit den Welfen heulen.

Hier finden Sie weitere lustige Texte aus unserer Serie.

Von Simon Benne

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