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Aus der Stadt Zeit zu reden: Die Aktionswoche am Steintor beginnt
Hannover Aus der Stadt Zeit zu reden: Die Aktionswoche am Steintor beginnt
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00:15 13.09.2018
Ab Mittwoch steht auf dem Steintorplatz ein riesiges „Basislager“ aus Gerüstteilen für die Bürgerbeteiligung. Moderator Prof. Klaus Overmeyer zeigt den Entwurf. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Jetzt wird der Steintorplatz zum Labor: Bauarbeiter beginnen damit, ein 150 Quadratmeter großes und 7,5 Meter hohes Gerüst zu installieren, unter dem ab Mittwoch die Aktionswoche mit täglichem Programm startet. Diskussionen, Kurzvorträge, aber auch eine Prototypenwerkstatt und Livetests für neue Nutzungen soll es bis Sonntag geben. Kulinarische Zugabe: Von Mittwoch bis Sonnabend tischen Gastrobetriebe aus dem Steintor ausgewählte Köstlichkeiten auf, kostenlos. „Beim Essen kommt man immer gut miteinander ins Gespräch“, sagt Stadtbaurat Uwe Bodemann.

Seit Juni läuft die groß angelegte Bürgerbeteiligung zur Erneuerung des Steintorplatzes, mehrfach hat der markante Doppeldeckerbus in der Innenstadt Station gemacht und Bürgermeinungen darüber eingeholt, wofür der Platz künftig genutzt und wie er gestaltet werden könnte. Auch wenn es zuletzt etwas Querelen mit einem der beteiligten Projektbüros gegeben hat: Die Stadt will gemeinsam mit Interessierten ausloten, was die spezielle „Steintor-DNA“ ist und wie die große Freifläche sich am besten nutzen lässt.

Vormittags: Von 11 bis 13 Uhr tagen verschiedene Workshops unter dem großen Gerüstdach. Am Montagvormittag etwa diskutieren Architekturstudenten, am Dienstag und Mittwoch Schüler verschiedener Altersgruppen. Alle Veranstaltungen sind aber öffentlich, jeder kann teilnehmen. Sonnabendmorgen werden alle Ideen bei einem „Ideenmarkt zusammengetragen.

Mittags: Von 13 bis 14 Uhr wollen lokale Gastronomen kleine Gerichte kredenzen. Die kostenlose Speisung wird von der Stadt bezahlt, Bodemann betont, dass es weniger ums Sattessen geht als darum, bei kleinen Häppchen ins Gespräch zu kommen. Notizen über spontane Ideen könne man „auf der Tischdecke festhalten“, heißt es bei der Stadt.

Nachmittags: Von 14 bis 18 Uhr ist gewissermaßen offenes Haus. Interessierte können Pläne studieren und diskutieren, neue Ideen werden von Architekturstudenten mittels Computern visualisiert, ein vierköpfiges Handwerkerteam baut auf Wunsch in einer Prototypenwerkstatt Installationen wie etwa Bänke, Spielgeräte, Radstellplätze oder andere „Stadtmöbel“. Dazu werden Rundgänge angeboten.

Abends: Ab 18 Uhr locken Vorträge in den „Steintorsalon“. Mittwochabend spricht der Kasseler Freiraumplanung Thomas Hauck über Platzqualitäten. Donnerstag erklärt Hannovers Stadtgestalter Thomas Göbel-Groß, wie Hannover mit Plätzen umgeht. Freitag diskutiert der hannoversche Landschaftsarchitekt Martin Diekmann mit Gästen über Platznutzungen am Steintor.

Das Finale: Es steigt gewissermaßen am Sonnabendmittag ab 14 Uhr. Beim Ideencasting werden die wichtigsten Ideen aus der Aktionswoche vorgestellt. Teilnehmer können Voten abgeben, was sie besonders unterstützen oder wo sie Vorbehalte haben. Die Ausstellung mit den Ergebnissen ist auch am Sonntag von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Dann gibt es ab 15 Uhr auch Kaffee und Kuchen.

Bereits bei den voran gegangenen Dialogabenden hatte sich gezeigt, dass vielfältige, aber teils konträre Nutzungsideen für den Platz existieren. Die einen wünschen sich viel Grün, die anderen eine Fläche, die möglichst gut für Veranstaltungen wie Beachvolleyball oder Demonstrationen nutzbar ist. Einige freuen sich über temporäre Märkte wie den Stoffmarkt, andere können sich dauerhafte Buden wie beim Münchener Viktualienmarkt vorstellen. Der Steintorplatz sei zwar „Hannovers internationalster Platz“, sagt Moderator Prof. Klaus Overmeyer. Bisher werde er aber vor allem als Durchgangsplatz wahrgenommen. „Der einzige Ort auf dem Platz, wo sich die Leute derzeit einen Aufenthalt vorstellen können, ist die Eisdiele“, sagt Overmeyer.

Wünsche nach Bebauung der Platzfläche, wie es bis 2015 geplant war, hat es kaum gegeben. Allerdings sei immer wieder bemängelt worden, dass die beiden Platzränder an der Nordmannpassage und der Reitwallstraße mit ihren Nachkriegs-Bausünden unansehnlich seien – Moderator Overmeyer spricht deshalb gern vom „Kariesplatz“. Wie berichtet, sollen zumindest auf der Ostseite jetzt ein architektonisch ungewöhnlicher Neubau entstehen.

Online-Prozess startet

Frisch gestartet ist der Online-Dialog als Teil der Bürgerbeteiligung. Bis zum 18. September können Interessierte unter www.steintor-dialog.de Kommentare zu bestimmten Themen abgeben. Erste Hinweise und Bewertungen sind schon eingegangen. Der Dialog geht noch bis Jahresende mit verschiedenen Foren weiter. Danach sollen Planer in einem Wettbewerb aus den Bürgerideen ein neues Platzkonzept entwickeln.

Von Conrad von Meding

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