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Aus der Stadt Moorbrand: Feuerwehr Hannover unterstützt Bundeswehr
Hannover Aus der Stadt Moorbrand: Feuerwehr Hannover unterstützt Bundeswehr
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18:03 16.09.2018
Die Berufsfeuerwehr ist mit zehn Beamten und unter anderem diesem fernsteuerbaren Löschfahrzeug im Emsland im Einsatz. Quelle: Uwe Dillenberg (Archiv)
Hannover/Meppen

Die Berufsfeuerwehr Hannover ist seitens der Bundeswehr angefordert worden, um bei einem seit Tagen wütenden Moorbrand im Emsland zu helfen. Das Feuer war Anfang September auf einem Testgelände der Truppe ausgebrochen, betroffen sind etwa fünf Hektar. Zunächst hatte die Bundeswehr versucht, den Brand selbst zu löschen. Doch die Löscharbeiten gestalten sich offenbar schwieriger gedacht, deshalb wurde zunehmend Unterstützung angefordert.

„Das Amtshilfeersuchen der Bundeswehr ging am Donnerstag ein“, sagt Feuerwehrsprecher Jörg Rühle. Zehn Beamten der Berufsfeuerwehr brachen am Freitag mit einem speziellen Wasserfördersystem und einem Löschunterstützungsfahrzeug (LUF) mit Kettenfahrwerk nach Meppen auf. „Dieses besondere Equipment ist nicht in der breiten Fläche vorhanden“, erklärt Rühle. „Dem Hilfeersuchen kommen wir deshalb natürlich gerne nach.“ Weitere Wehren aus der Region sind vorerst nicht angefordert worden.

Dauereinsatz seit Freitag

Das Fördersystem ist in der Lage, mit einer starken Pumpe Wasser aus Seen und Flüssen zu holen und über große Entfernungen zu befördern. Das LUF wiederum ist fernsteuerbar und lässt sich deshalb ohne Besatzung an Bord bedienen. Es versprüht das Löschmittel großflächig über eine Turbine und einen Wasserwerfer. „Bei den zehn Feuerwehrleuten handelt es sich um Kollegen, die die Geräte bedienen können“, so Rühle. Die erste Mannschaft war von Freitag an bis Sonntagmorgen im Dauereinsatz und werden nun ausgewechselt.

Bereits jetzt ist klar, dass der gesamte Löscheinsatz im Moor noch längere Zeit andauern wird. Eine Woche lang hatte die Bundeswehr mit den eigenen Brandschützern vergeblich versucht, das Feuer alleine zu löschen. Die Berufsfeuerwehr Hannover bleibt nach jetzigem Stand bis mindestens Montag in Meppen, „danach muss die Lage neu beurteilt werden“, so Rühle. Neben den Hannoveranern sind seit geraumer Zeit auch die Feuerwehr Osnabrück und das Technische Hilfswerk im Einsatz.

Brandursache: Munitionstests

Das Feuer war nach Bundeswehrangaben bei Munitionstests in der Wehrtechnischen Dienststelle ausgebrochen, wo regelmäßig Waffen und Munition erprobt werden. „Gerade bei einer extremen Trockenheit wie in diesem Sommer kann so etwas schon mal passieren“, sagte ein Sprecher. Deshalb sei bei diesen Tests immer die Betriebsfeuerwehr dabei. Laut Bundeswehr ist der Brand inzwischen unter Kontrolle. Allerdings fachten Winde zwischendrin das Feuer weiter an, außerdem fiel ein für das sumpfige Gebiet geeignetes Löschfahrzeug aus.

Der schwere Moorbrand sorgte sogar für Notrufe im rund 230 Kilometer entfernten Hamburg. Dort hatten mehrere Anwohner starken Rauchgeruch bemerkt und die 112 gewählt. Bedingt durch die seit vergangenem Montag vorherrschenden Süd-West-Winde wurde der Brandgeruch bis an die Elbe getragen, wie die Feuerwehr Hamburg mitteilt. Auch in Bremen gab es ähnliche Meldungen.

Von Peer Hellerling

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