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Aus der Stadt Moorbrand nach Raketentest: Feuerwehr Hannover weiter im Einsatz
Hannover Aus der Stadt Moorbrand nach Raketentest: Feuerwehr Hannover weiter im Einsatz
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00:20 20.09.2018
Eine Löschraupe ist beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen im Einsatz. Quelle: WTD 91/Bundeswehr/dpa
Hannover/Meppen

Die Berufsfeuerwehr Hannover unterstützt die Bundeswehr beim Moorbrand im Emsland noch bis mindestens Dienstag. Seit Anfang September stehen auf einem Testgelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) rund fünf Quadratkilometer in Flammen, das Feuer reicht teilweise bis zu einen Meter tief in die Torfschicht. Die Helfer aus Hannover waren am Freitag nach Meppen aufgebrochen, „der Auftrag im Rahmen des Hilfeersuchens der Bundeswehr wurde nun zunächst um einen Tag verlängert“, sagt Feuerwehrsprecher Martin Trang.

Auf einem Testgelände der Bundeswehr im Emsland wütet seit Anfang September ein rund fünf Quadratkilometer großer Moorbrand. Die Truppe hat unter anderem Unterstützung der Berufsfeuerwehr Hannover angefordert, um die Flammen zu löschen.

Über das Wochenende waren zehn Beamte aus Hannover im Emsland im Einsatz, die Berufsfeuerwehr stellte eine Hochleistungs-Fördersystem für Wasser sowie einen ferngesteuerten Löschroboter mit Kettenfahrwerk zur Verfügung. „Mittlerweile sind nur noch sechs Kollegen vor Ort“, so Trang. Der Roboter wurde am Montag bereits wieder abgezogen, die Bundeswehr benötigt das Gerät nicht mehr. Lediglich die Großpumpe bleibe vorerst in Meppen. Laut Trang sind Moore schwer zu löschen. „Da Torf brennbar ist, fressen sich die Flammen in die Tiefe durch“, sagt er.

Nach Angaben von WTD-91-Sprecher David Bracke werden sich die Löscharbeiten „auf jeden Fall noch bis Ende dieser Woche andauern“. Die anstehenden warmen und trockenen Tage würden die Lage nicht verbessern. „Das Feuer ist aber unter Kontrolle“, so Bracke. Die Bundeswehr konzentriere sich zurzeit darauf, das gesamte Moor durchzufeuchten und will so das Ausbreiten der Flammen stoppen. „Deshalb müssen wir jede Menge Wasser heranschaffen“, sagt Bracke. Neben Hannover stellen die Feuerwehr Osnabrück und das Technische Hilfswerk (THW) passende Hochleistungspumpen. Löschfahrzeuge gebe es aber genug, deshalb konnte der Roboter aus Hannover laut Bracke bereits wieder abrücken.

Munitionstests „äußerst fahrlässig“

Zurzeit sind 270 Kräfte von Bundeswehr, Feuerwehr und THW im Einsatz, um den Moorbrand zu stoppen. Das Feuer war am 4. September bei Raketentests ausgebrochen und breitete sich durch die Trockenheit schnell aus. Die Betriebsfeuerwehr konnte das Ausbreiten der Flammen nicht verhindern. Naturschützer beklagen Klimaschäden durch das freigesetzte Kohlendioxid. Auch Filiz Polat, Bundestagsabgeordnete der Grünen aus dem Landkreis Osnabrück, bezeichnet die Munitionstests angesichts des heißen Sommers als „äußerst fahrlässig“. Sie fordert ein vorläufiges Ende der Schießübungen und Antworten des Verteidigungsministeriums dazu, ob der Brandschutz möglicherweise zu mangelhaft ist.

Von Peer Hellerling

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