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Aus der Stadt Nach Terror in Neuseeland: Hannovers Muslime fordern Polizeischutz
Hannover Aus der Stadt Nach Terror in Neuseeland: Hannovers Muslime fordern Polizeischutz
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17:50 19.03.2019
Behörde soll außerdem bekannte Rechtsextreme schärfer beobachten. Quelle: dpa
Hannover

Hannovers Muslime haben sich drei Tage nach dem rechtsextremen Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland in einem offenen Brief an Polizeipräsident Volker Kluwe gewandt. Der Moscheenbund Hannover, zu dem zehn verschiedene Moscheegemeinden in Hannover gehören, fordert den Behördenleiter auf, die Sicherheit vor den muslimischen Gotteshäusern zu verstärken. Es dürfe nicht ausgeschlossen werden, dass es auch in Hannover gleichgesinnte Personen gebe, die gewillt seien, einen Terroranschlag auf muslimische Einrichtungen zu verüben, heißt es in dem Schreiben. Die Polizei ist der Brief bislang nicht eingegangen. Die Behörde teilte dennoch mit, sie nehme die Ängste und Sorgen der Mitbürgerinnen und Mitbürger sehr ernst.

„Ich möchte Sie mit diesem Schreiben bitten, alle geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, damit muslimische Einrichtungen in Hannover von ähnlichen terroristischen Gewaltakten verschont bleiben“, schreibt Mohammed Belal El-Moggaddedi, der Sprecher des Moscheenbundes Hannover. Die Polizei solle sicherstellen, dass in den kommenden Tagen und Wochen Streifenwagen der Behörde häufiger in den Stadtteilen in Erscheinung treten, in denen sich Moscheen finden. „Darüberhinaus wäre es sinnvoll, polizeibekannte und gewaltbereite Rechtsextremisten wie auch ihre Netzwerke schärfer zu beobachten“, heißt es in dem Brief.

Auch Recep Bilgen vom Landesverband der Muslime in Niedersachsen teilt die Befürchtungen des Moscheenbundes. „Es gibt grundsätzlich Unruhe und Befürchtungen unter den Muslimen, dass es eventuelle Nachahmer der schrecklichen Taten von Neuseeland geben könnte“, sagt Bilgen der HAZ. Er selbst habe bereits unmittelbar nach den Anschlägen vom Freitag die Landespolizei kontaktiert. „Ich halte es für sinnvoll, dass Sicherheitsgefühl der Muslime in Niedersachsen zu stärken“, sagt er.

Mitten im Freitagsgebet stürmt ein bewaffneter Mann eine Moschee in Christchurch. Auch in einer anderen Moschee der neuseeländischen Stadt fallen Schüsse. Die Bilanz: mehrere Tote.

Der Landesverband der Muslime verweist wie auch der Moscheenbund Hannover auf die Brandstiftungen, Drohungen und Farbschmierereien an muslimischen Gotteshäusern, die bereits in der Vergangenheit zu Verunsicherungen innerhalb der betroffenen Gemeinden geführt hatten.

Am Freitag hatte in der neuseeländischen Stadt Christchurch ein 28-Jähriger mit offenbar rechtsextremen Hintergrund während des Freitagsgebets in zwei Moscheen der Stadt um sich geschossen und dabei mindestens 50 Menschen getötet. Nach Angaben der Polizeidirektion Hannover fließe das Geschehen in Neuseeland in die permanente Lagebewertung der Behörde ein. Derzeit gebe es weder Anhaltspunkte auf eine Erhöhung der Gefährdungslage noch gebe es konkrete Hinweise auf eine konkrete Gefährdung der Moscheen in Hannover.

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Von Tobias Morchner

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