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Aus der Stadt So soll die neue Ernst-August-Galerie aussehen
Hannover Aus der Stadt So soll die neue Ernst-August-Galerie aussehen
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00:15 30.09.2018
Neues Designkonzept Ernst-August-Galerie in Hannover (Betreiber: ECE); 4 verschiedene Motive für den Umbau bis Herbst 2019 Quelle: Ernst-August-Galerie
Hannover

Zugeklebte Schaufenster, leere Geschäfte: In der Ernst-August-Galerie am Hauptbahnhof, Hannovers größtem Einkaufszentrum, sieht es nicht gut aus. „Ich werde immer wieder gefragt: ,Gibt es Probleme? Wird die Galerie schließen?´“, berichtet Centermanager Martin Wimberger. Dann aber beruhigt er: „Das ist nicht so. Wir haben nach zehn Jahren eine Ballung von Mieterwechseln – und das ist eigentlich ein gutes Zeichen.“ Aber auffällig ist es schon – und der Wandel wird andauern. In 80 von 150 Geschäften wechseln Betreiber oder Konzept, bis Herbst 2019 wird der Umbau dauern.

Im Oktober 2008 wurde die Ernst-August-Galerie eröffnet, für Hannover war es ein Riesenevent – gefeiert und gefürchtet. Denn niemand konnte wissen, wie sich 150 neue Geschäfte auf 30.000 Quadratmetern Verkaufsfläche auf den übrigen Innenstadthandel auswirken würden. Heute lässt sich sagen: Die Galerie hat sich als Bereicherung und nicht als Konkurrenz der City erwiesen. 9 Millionen Besucher im Jahr zählt das Einkaufszentrum nach eigenen Angaben, durchschnittlich 30.000 pro Öffnungstag. Wobei die Verkäufer erzählen, dass dieser Sommer schlimm gewesen sei. Wer geht schon bei bestem Draußenwetter in eine Galerie? Die Umsätze waren schlecht, an einigen Tagen wirkte die riesige Shoppingmall wie leergefegt. Centermanager Wimberger nimmt es sportlich. „Im regnerischen Jahr davor war es genau umgekehrt“, sagt er. Über die Jahre gesehen habe man ziemlich konstante Besucherzahlen.

So soll die Ernst-August-Galerie in Hannover nach dem Umbau im Herbst 2019 aussehen.

Seit 2008 war der Geschäftemix in der Galerie weitgehend stabil: Die meisten Mietverträge wurden über zehn Jahre geschlossen, was jetzt den spürbaren Wechsel auslöst. Einige sind früher gegangen, wie etwa der Trauringladen von Stichnoth – hochpreisige Konzepte funktionieren nicht so gut in der Galerie. Bücher auch nicht: Schmorl & von Seefeld, das einst große Flächen in den Obergeschossen belegt hat, ist nach dem Übergang zu Hugendubel aus der Galerie verschwunden, dort betreibt jetzt das polnische Modegeschäft Reserved seine zweite Hannover-Dependance. Überhaupt gibt es viel Koexistenz in der Galerie: H&M hat einen seiner drei Standorte in dem Einkaufszentrum, der lokale Lederhändler Horstmann+Sander ebenfalls, zahlreiche Geschäfte wie etwa der Sneakersladen Snipes haben sowohl Geschäfte in der Innenstadt wie auch in der Galerie – wobei man etwa von Snipes hört, dass die Umsätze in der Fußgängerzone deutlich höher sein sollen als in der Galerie.

Allen Händlern, ob im Freien oder in der Fußgängerzone, macht aber inzwischen die Konkurrenz durch den Internethandel zu schaffen. Die Passantenfrequenz in allen deutschen Innenstädten geht zurück. In Hannover hat man sich auf die Sprachregelung geeinigt, dass die Leute zwar seltener kämen, dafür dann jedoch mehr ausgäben – ein bisschen klingt das wie das Pfeifen im Walde.

Die Ernst-August-Galerie in Hannover verändert sich. Viele Veränderungen sind bereits zu bemerken.

Mehr Holz und ein dritter Eingang

„Wir kämpfen darum, immer attraktiv zu bleiben, indem wir Gründe liefern, uns zu besuchen“, sagt Wimberger. Dazu zähle auch das neue Design. Der gesamte Shoppingbereich werde bis zum Herbst 2019 umgebaut, statt kühlem Weiß sollen Holz und warme Farben das Interieur dominieren. Die Kinderspielecke im Untergeschoss wird aufgewertet, der Toilettenbereich modernisiert, auch die bisher sehr nüchternen Zugänge zu den Park-Etagen sollen freundlicher werden.

Weil sich durch den Bau des neuen Hochbahnsteigs der Stadtbahn-D-Linie die Laufwege in der Kurt-Schumacher-Straße verändert haben, baut die Galerie zudem einen bisherigen Notausgang auf Höhe der Hochbahnsteig-Rampe zum dritten Eingang um. Fußgängern erspare man dadurch Umwege, sagt Wimberger. Durch den neuen Eingang kommen sie unmittelbar zu der großen Rotunde mit Fahrtreppen.

In der Ernst-August-Galerie haben zahlreiche Männer und Frauen um die Titel Miss Hannover und Mister Niedersachsen gekämpft.

Mehr zum Thema: Eis in Rosenblätter-Form – Amorino eröffnet Filiale in Ernst-August-Galerie

Neue Weihnachtsdeko kommt

Schon ab diesem Jahr schmückt sich die Galerie mit einer neuen Weihnachtsdekoration – innen wie außen. Im Inneren wird es statt der großen Tannenimitationen der Vorjahre eher ein abstraktes Weihnachtsdesign mit neuen Formen und LED-Beleuchtung geben. An der Fassade hingegen wird die neue Adventsbeleuchtung noch größer: Mit Tausenden Lichtlein flimmern Lichterketten zum Bahnhofsplatz und – etwas reduziert – zur Kurt-Schumacher-Straße. Finanziert wird das von den Geschäftsmietern. „Wir bringen mehr Glanz zur Weihnachtszeit“, sagt Wimberger.

Insgesamt fühle man sich „etabliert und integriert in der Innenstadt“, sagt der Manager. Die Galerie ist unter anderem Mitglied im Kaufleute-Zusammenschluss City-Gemeinschaft, „und da ein sehr aktiver und kommunikativer“, lobt City-Manager Martin Prenzler. Es gebe eine gute Kooperation bei Projekten und das gemeinsame Anliegen, die Innenstadt attraktiv für Besucher zu halten.

Party zum 10. Geburtstag

Die Galerie feiert ihren runden Geburtstag mit einem zehntägigen Sonderprogramm von Donnerstag, 4. Oktober, bis Sonnabend, 13. Oktober. Dazu gehört ein Late-Night-Shopping am Freitag, 5. Oktober, an dem die Geschäfte bis 23 Uhr geöffnet sind. Täglich von 14 bis 20 Uhr gibt es eine Silent-Disco, bei der unter Kopfhörern getanzt wird, dazu Gewinnspiele, Fotoaktionen und mehr. Auftakt der Festwoche ist eine Talkshow am Donnerstag ab 16 Uhr.

Das wird neu

80 von 150 Geschäften werden in den nächsten Monaten umgebaut, viele bekommen neue Betreiber. Zum Konzept gehört mehr Außengastronomie: Die Fläche am Haupteingang wird künftig von Starbucks bespielt, daneben kommt der Eisladen Amorino mit seinem Eisblumenkonzept, beide wollen unter den Arkaden Freiluftgastronomie anbieten. Auch im Inneren wird es etwas mehr Gastronomie geben, der Anteil bleibe aber mit 5,5 Prozent eher gering, sagt Manager Martin Wimberger.

Aktuell baut Hollister sein großes Geschäft im Obergeschoss um, statt des uneinsehbaren Eingangsbereichs soll es künftig auch dort viel Glas geben. L´Occitane, Tommy Hilfiger, Olymp, Depot und einige andere haben ihre Modernsierung schon erledigt. Neu hinzukommen sollen etwa Wrangler, ein Levis-Flagship-Store, der Sonnebrillenhändler Sunglass Hut und der Herrenbekleider Only & Sons. Raus gehen Abrahams Tea-House, Zero, der Edc-by-Esprit-Laden, Kauflust by Sörens, Passionata, Zaubernuss, Stichweh und einige andere. Der Denim-Store von Marc O´Polo ist in einen Womens-Store geändert, statt Langnese ist ein Lunamil-Softeisshop eingezogen.

Von Conrad von Meding

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