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Aus der Stadt KWR und Sophienschule wird 50 Millionen Euro umgebaut
Hannover Aus der Stadt KWR und Sophienschule wird 50 Millionen Euro umgebaut
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11:15 06.12.2018
Die Bagger rollen: Das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium im Zooviertel ist zurzeit eine Großbaustelle. Quelle: Foto: Irving Villegas
Östliche Stadtteile

 Mit einem Mammutbauprogramm reagiert die Stadt in den nächsten zwei bis drei Jahren auf die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren an den Gymnasien. Im jüngsten Schulausschuss der Stadt hat Jörg Gronemann vom städtischen Baumanagement einen Sachstandsbericht für die einzelnen Standorte abgegeben. Eines ist offensichtlich: An 16 von 17 Gymnasien wird es Bauarbeiten geben, an neun Gymnasien wird es ohne Container nicht gehen und kaum eine Schule wird rechtzeitig fertig, wenn im Sommer 2020 der erste Jahrgang ins G 9 startet.

KWR und Sophienschule werden als ÖPP-Projekt neu gebaut

Am Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium laufen die Bauarbeiten zurzeit auf Hochtouren. Bis 2019 soll die Sanierung des Haupttraktes abgeschlossen sein, in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) entsteht zudem bis 2022 ein Erweiterungsbau, in dem die Mensa und die Naturwissenschaftsräume untergebracht sein sollen. Die Sophienschule, Teil des ÖPP-Projekts, wird am Standort Lüerstraße für 40 Millionen Euro neu gebaut. Derzeit werden die Schüler in zwei Gebäuden unterrichtet, im denkmalgeschützten Haupthaus in der Seelhorststraße und in der Außenstelle in der Lüerstraße. Letztere wird abgerissen, sobald ein Teil des neuen Schulgebäudes gleich nebenan errichtet worden ist.

„Für unsere Schule werden sich durch den Neubau im pädagogischen Bereich viele Impulse ergeben, die durch die Trennung der Schulgemeinnschaft nicht möglich ist“, sagt der Leiter der Sophienschule, Peter Kindermann. Die Zahl der Autoparkplätze werde sich mit 76 gegenüber dem derzeitigen Zustand fast vervierfachen und die Zahl der Radparkplätze sei mit 650 „erfreulich hoch“ angesetzt, derzeit würden etwa 180 Stellplätze genutzt. Fertig sein soll der Neubau 2022.

Leibnizschule wird erstim Jahr 2021 aufgestockt

Erst 2021 – und nicht wie ursprünglich geplant 2020 – wird Aufstockung und Ausbau der Leibnizschule in der List abgeschlossen sein, zwischenzeitlich sollen Container auf der Sportanlage am Lister Kirchweg aufgestellt werden. Es laufen noch Mietvertragsverhandlungen zwischen Hanova und der Stadt. Die Ricarda-Huch-Schule soll sich durch schulinternes Umorganisieren rechtzeitig genügend Platz verschaffen. So soll etwa ein PC-Raum zu einem allgemeinen Unterrichtsraum ausgebaut werden.

Herschelschule steht jetztunter Denkmalschutz

Da die Herschelschule am Großen Kolonnenweg unter Denkmalschutz gestellt worden ist, gestaltet sich der Umbau hier besonders langwierig. Zurzeit würden vier Lösungen für einen möglichen Erweiterungsbau geprüft, erläuterte Gronemann. Bis 2023 dürfte sich der Ausbau hinziehen. Für den Übergang sollen auf alle Fälle Container helfen. Die Käthe-Kollwitz-Schule (Groß-Buchholz) soll bis 2021 einen Anbau in Holzrahmenbauweise bekommen. Die ursprüngliche Idee, die benachbarte Gerhart-Hauptmann-Realschule in die Gottfried-Keller-Straße ziehen zu lassen, wo die Käthe-Kollwitz-Schule zurzeit eine Außenstelle unterhält, wurde inzwischen verworfen.

Kurt-Schwitters-Gymnasium weicht in Realschule aus

Die Schillerschule in Kleefeld soll bis 2022 erweitert werden. Hier seien komplette Umbau- und Umstrukturierungsmaßnahmen nötig, hieß es: „Man kann nicht einfach ein paar Klassenräume einziehen, die Differenzierungsräume müssen an die Klassenräume angedockt werden“, sagte Gronemann. Das Kurt-Schwitters-Gymnasium in Misburg nutzt vermutlich übergangsweise Räume der Realschule mit, bis 2022 soll der Neubau fertig und der Abriss eines anderen Gebäudeteils vollzogen sein.

Kommentar: Besser später, aber dafür gründlich

Die Rückkehr zu G 9, zum neunjährigen Gymnasium ist eine Riesenaufgabe. Nicht nur inhaltlich für die Gymnasien, die sich seit 2011 gerade erst an das Turbo-Abitur gewöhnt hatten, sondern auch für die Stadt, die als Schulträger für die Gebäude verantwortlich ist.

Wenn früher neun Jahrgänge in eine Schule gepasst haben, warum geht das jetzt nicht mehr? Weil sich viel geändert hat in den vergangenen Jahren. Da ist zum einen der Trend zum Ganztag. Viele Schulen bieten inzwischen für die Kinder Mittagessen an, und Eltern, nicht nur die berufstätigen, sind froh, dass sie nicht kochen müssen. Daneben gibt es nachmittags Arbeitsgemeinschaften, Förder- und Forderunterricht und Hausaufgabenhilfe. Wer länger in der Schule ist, braucht mehr Platz, auch die Möglichkeit, sich mal zurückzuziehen. Auch die Inklusion fordert Platz. Kleingruppen müssen besonders gefördert werden, das geht in sogenannten Differerenzierungsräumen, die an Klassenräume angeschlossen sind, besser als auf dem lauten Flur.

Ja, viele Gymnasien werden zu spät fertig, aber wenn der Umbau den neuen Bedingungen für Schule Rechnung trägt, kann man auch mal übergangsweise mit Containern leben und lernen. Improvisieren sind Schüler und Lehrer gewohnt.

Von Saskia Döhner

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