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Aus der Stadt Zwangsräumung in letzter Minute abgewendet
Hannover Aus der Stadt Zwangsräumung in letzter Minute abgewendet
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17:17 26.09.2018
In letzter Minute: Weil das Buchhändler-Ehepaar die vom Gericht verlangten 3000 Euro aufbringen konnte, wurde die Zwangsräumung vorläufig abgewendet. Quelle: Rainer_Droese
Hannover

Ein Buchhändler-Ehepaar aus der Oststadt kann vorerst weiter in der gemeinsamen Mietwohnung in der Eckerstraße bleiben. Eine vom Gericht angeordnete Zwangsräumung konnte in letzter Minute abgewendet werden, obwohl der Gerichtsvollzieher und ein Mitarbeiter eines Schlüsseldienstes bereits vor Ort waren.

Anfang des Jahres waren bei Elke Kebschull und Gerhard Brunke, die in der Eckerstraße nicht nur wohnen sondern dort auch ihre Antiquariate betreiben, mit ihren Mietzahlungen in Rückstand geraten. Die Buchhändler erhielten die fristlose Kündigung. Dagegen gingen sie juristisch vor. Während das Verfahren vor dem Amtsgericht noch lief, beglichen Kebschull und Brunke ihre Schulden.

Über ihren Rechtsanwalt, Holger Rosemeyer, teilte sie das dem Amtsgericht auch mit. Das Amtsgericht verschickte eine beglaubigte Kopie des Schreibens an den Rechtsanwalt des Vermieters, versäumte aber offenbar, auch die mit dem Verfahren befasste Amtsrichterin darüber in Kenntnis zu setzten. Sie entschied, daraufhin, dass die Wohnung zwangsgeräumt werden sollte. „Das Urteil ist ein Justizskandal“, sagt Rechtsanwalt Rosemeyer.

In letzter Minute ist am Mittwochmorgen die Zwangsräumung einer Wohnung in der Oststadt verhindert worden. Das Buchhändler-Ehepaar, das die Wohnung in der Eckerstraße verlassen sollte, brachte die vom Gericht verlangten 3000 Euro auf, um die Vollstreckung des Urteils vorläufig abzuwenden.

Vor dem Landgericht Hannover erstritt der Jurist ein Urteil, wonach die Zwangsvollstreckung gestoppt werden könne, wenn eine Sicherheitsleistung in Höhe von 3000 Euro hinterlegt wurde. Die geforderte Summe hatten die Buchhändler am Tag der Zwangsräumung unmittelbar vor dem Eintreffen des Gerichtsvollziehers zusammen. „Befreundete Buchhändler und Kunden haben gespendet“, sagt Rechtsanwalt Rosemeyer.

Nach der Geldübergabe konnte der Gerichtsvollzieher, der Schlüsseldienst und die Polizei ebenso die Eckerstraße verlassen, wir rund 20 Aktivisten der linken Szene, die gegen die Zwangsräumung protestieren wollten. Ob sie noch einmal in die Oststadt zurückkehren werden, ist noch offen. Einen Termin für die eigentliche Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Hannover gibt es noch nicht.

Von Tobias Morchner

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