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Aus der Stadt Spitzennoten für Hannovers Innenstadt
Hannover Aus der Stadt Spitzennoten für Hannovers Innenstadt
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06:00 27.08.2018
Gut besucht: Die Bahnhofstraße an diesem Sonnabend. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Hannover boomt als Einkaufsstadt. In der neuesten Erhebung zu den Passantenfrequenzen hat sich die Bahnhofstraße unter den bundesweiten Top-5 platziert, gleich hinter München, Köln und Frankfurt. Organisiert wurde die Zählung von der Immobiliensparte der BNP Paribas, die Hannover in ihrer Auswertung als „Dreh- und Angelpunkt in Sachen Einzelhandel“ beschreibt, deren Anziehungskraft weit über die Region hinausstrahle. Hannover sei in der Kategorie der Städte mit mehr als 500 000 Einwohnern „nicht zu toppen“, schreiben die Analysten. Für die Innenstadthändler ein wichtiges Signal, denn sie spüren seit Jahren die zunehmende Konkurrenz durch den Internethandel.

Hannovers Innenstadt ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region: Rund 700 Geschäfte wirtschaften auf etwa 360 000 Quadratmetern Verkaufsfläche, etwa 39 000 Menschen sind in Handel und Gastronomie beschäftigt. „Für uns ist diese Platzierung ein toller Erfolg“, sagt Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft: „Dass wir erneut eine Top-Platzierung erzielt haben, zeigt, dass die Innenstadt ein Magnet ist.“ Auf der Basis solcher Erhebungen fällen Handelsketten ihre Entscheidungen für Neuansiedlungen, die wiederum wichtig sind für die Attraktivität von Innenstädten. Jüngst hat Tommy Hilfiger im Kröpcke-Center eine der letzten Freiflächen bezogen, im ehemaligen Donna-Gebäude direkt nebenan will sich in Kürze das edle Accessoirehaus Manufactum ansiedeln, im ehemaligen Bacher-Reformhaus steht der Einzug des niederländischen Einrichtungsgeschäfts Hema bevor, in der Ständehausstraße will Francesca & Fratelli im ehemaligen Zoe-Geschäft eine neue Filiale eröffnen. Leere Geschäfte gibt es in der Innenstadt nicht – trotz ständig steigender Mietpreise. Bis zu 200 Euro Kaltmiete im Monat wird in Spitzenlagen mittlerweile gezahlt.

Auch wenn die Platzierung gut ist: Betrachtet man die reinen Zahlen über längere Zeiträume, so ist ein Rückgang der Passantenfrequenzen nicht wegzudiskutieren. BNP Paribas hat in der Bahnhofstraße am zweiten Sonnabend im Juni 8116 Passanten gezählt, fünf Jahre zuvor waren es noch 10 922. In der Georgstraße wurden 7894 Passanten ermittelt (2013: 9280), in der Großen Packhofstraße 4895 (2013: 6566). Das Phänomen trifft allerdings alle Einkaufsstädte bundesweit – und in diesem Jahr besonders wegen des Wetters. „Viele Menschen waren an dem heißen Sonnabend sicherlich lieber in Badeseen als beim Einkaufen“, sagt BNP-Chefanalyst Christoph Scharf. In Hannover war es während der Zählung 31 Grad heiß.

„Wir spüren die leicht rückläufigen Passantenzahlen seit etwa zweieinhalb Jahren“, sagt Citymanager Prenzler. Eigenen Erhebungen zufolge kommen die Kunden etwas seltener in die Innenstadt, geben dann aber pro Besuch etwas mehr aus als früher. Bislang habe die Innenstadt nichts an ihrer Magnetfunktion eingebüßt. „Wir müssen aber ständig daran arbeiten, dass sie attraktiv bleibt“, sagt Prenzler. Regelmäßige Events, Sonntagsshopping, gute Erreichbarkeit und vor allem Sauberkeit seien neben der Qualität des Angebots die wichtigsten Faktoren. „Ich bin glücklich über das neue Sauberkeitskonzept der Stadt, das uns künftig wieder echte Straßenkehrer sichtbar in der Stadt beschert.“

Studie: Deutsche gehen seltener einkaufen

Das Einkaufsverhalten der Bundesbürger hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Sie machen sich seltener auf den Weg zum Supermarkt oder zum Discounter. Doch dafür sind die Tüten voller. Das geht aus einer neuen Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen hervor, die sich zwar speziell auf Lebensmittel- und Drogeriemärkte bezieht, nach Angaben von Handelsexperten im Grundsatz aber übertragbar ist auf den gesamten Konsum.

Insgesamt werde effizienter geshoppt, immer mehr Konsumenten nutzten die Möglichkeit, sich vor dem Einkauf online über Produkte und Sonderangebote zu informieren. Die Zahl der jährlichen Einkaufstrips zum Besorgen von Waren des täglichen Bedarfs ist der Studie zufolge in den vergangenen vier Jahren um rund zehn Prozent zurückgegangen (2013: 232-mal, 2017: 209-mal). Trotzdem kauften die Deutschen teurer ein: Die Ausgaben

im Lebensmitteleinzelhandel und in Drogeriemärkten stiegen zeitgleich von 166,6 Milliarden Euro auf 187,5 Milliarden Euro.

Von Conrad von Meding

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