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Aus der Stadt „Pelz-Ermittler“ ziehen durch die Innenstadt von Hannover
Hannover Aus der Stadt „Pelz-Ermittler“ ziehen durch die Innenstadt von Hannover
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15:49 17.01.2019
Aktivisten des Tierschutzbüros gehen als „Pelz-Ermittler“ auf Streife, eine von ihnen ist Simone Sommerfeld. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Lange dauert es nicht, bis die Ermittlerinnen Simone Sommerfeld und Julia Weibel auf dem Kröpcke fündig werden. Bei ihrer Patrouille am Donnerstagvormittag halten sie Ausschau nach Passanten mit Fellkragen oder anderen Pelzaccessoires – ganz gleich, ob echter oder Kunstpelz. Denn Sommerfeld und Weibel sind Aktivistinnen des Deutschen Tierschutzbüros und wollen als selbst ernannte „Pelz-Ermittler“ informieren und aufklären.

Die selbst ernannten „Pelz-Ermittler“ des Deutschen Tierschutzbüros ziehen durch Hannovers Innenstadt und informieren Passanten.

„Ich habe mir darüber ehrlich gesagt noch nie Gedanken gemacht“, sagt Roman Rodin, als Weibel ihn auf seinen Kragen an der Kapuze anspricht. Also macht die Ermittlerin den Test: Die Haare bewegen sich im Wind, sie sind nicht starr wie Kunstpelz. Auch die Tierhaut ist zu erkennen. „Das spricht schon mal für echt“, sagt Weibel, „jetzt kommt der ultimative Check.“ Die Aktivistin nimmt eine Haarprobe und zündet sie an. Es riecht nach verbranntem Haar, der Pelz ist echt. Künstlich hergestellter Pelz stinkt dagegen nach verschmortem Plastik. Der 23-jährige Jackenbesitzer gesteht: „Der Kragen sieht schön aus, aber ich brauche ihn natürlich nicht.“ Schließlich halte die Jacke warm, nicht das Pelzaccessoire.

Preis ist kein Indiz

Mit ihrer Aktion wollen die Tierschützer nicht nur auf die Tierquälerei bei der Herstellung von Echtpelz aufmerksam machen. „Unechter ist auch nicht die Lösung“, sagt Sommerfeld. Zumal die Unterscheidung oft schwierig sei. Auch der Preis sei da kein eindeutiger Hinweis. Sommerfeld zeigt einen Schal, den sie für 9 Euro gekauft hat. Auf dem Etikett steht „100 Prozent Acryl“. „Trotzdem hängen an dem Schal zwei Echtpelzbommel“, sagt sie. „Am besten verzichtet man also auf beides. Dann ist man auf der sicheren Seite und man wirbt nicht dafür“, sagt Sommerfeld.

In Hannover gehen die Tierschützer schon zum zweiten Mal auf Streife, auch in anderen Städten hat es die Aktion schon gegeben. Vor zwei Jahren haben sich die Tierschützer noch „Pelz-Polizei“ genannt und damit eine Diskussion über Amtsanmaßung ausgelöst. „Darum geht es uns ja gar nicht“, sagt Sommerfeld. Deshalb seien sie nun als „Pelz-Ermittler“ unterwegs.

Von Johanna Stein

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