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Aus der Stadt Schüler bauen Elektroflitzer mithilfe von Firmen
Hannover Aus der Stadt Schüler bauen Elektroflitzer mithilfe von Firmen
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18:09 11.03.2019
Praxiswissen vom Firmenexperten: Matthias Kählig (Zweiter von links) hilft Maximilian Carlos Menke, Alexej Plenetnex und Hajo Kratzenstein (von links) beim Bau des Modellautos. Lehrer Darius Azadi (rechts) freut es. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Seit einem halben Jahr tüfteln Kajo Kratzenstein und Raphael Kaiser schon an ihrem Flitzer. Sie und sechs weitere Schillerschüler haben eigens eine Tuningwerkstatt an ihrer Schule eingerichtet, um den Modellrennwagen im Maßstab 1:8 zu einem möglichst energieeffizienten Fahrzeug mit Elektroantrieb umzurüsten. „Das klappt alles richtig gut. Wir haben uns sogar einige Einzelteile aus China im Internet bestellt“, berichtet Elftklässler Kajo sichtlich stolz. Der Gymnasiast hat keinen Zweifel, dass der selbst konstruierte Prototyp Mitte Juni fertig sein wird. Denn dann soll das Gefährt bei der Ideenexpo an den Start gehen – und die Konkurrenz möglichst weit hinter sich lassen.

Drei Schulen machen bei JeT Challenge mit

Das Rennen, bei dem auch Schülergruppen der elften Jahrgänge von der IGS Roderbruch und der KGS Hemmingen mitmachen, ist eine besondere Herausforderung für die Nachwuchstechniker – und einer der Höhepunkte des Projekts Jugend entdeckt Technik (JeT-Challenge), das Gymnasiasten Lust auf eine technische Berufsausbildung oder ein entsprechendes Studium machen soll.

Das Besondere: Ein ganzes Schuljahr lang kooperieren die drei Schulen mit Unternehmen aus der Region; in der ersten Projektrunde können rund 45 Schüler und Schülerinnen direkt in den Firmen praktisches Technikwissen erwerben. Eine solch intensive Zusammenarbeit zwischen Gymnasien oder Schulen mit Gymnasialzweig und Betrieben sei bundesweit einmalig, sagt Ideengeber Uwe Groth vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI). In einem zweiten Schritt sollen weitere Schulen in das Projekt aufgenommen werden. Es wird zunächst über drei Jahre mit rund 90.000 Euro von der Region Hannover und der Arbeitsagentur gefördert.

Nicht nur die Schüler sollen profitieren. Angesichts des Fachkräftemangels haben die Unternehmen ein gesteigertes Interesse an qualifiziertem Nachwuchs. „So können wir möglicherweise frühzeitig Kontakt zu künftigen Arbeitnehmern knüpfen“, sagt Matthias Kählig, Geschäftsführer von Kählig Antriebstechnik in Brink-Hafen. Derzeit gebe es nicht genug Bewerber für die freien Ausbildungsplätze. Auch die Suche nach akademischen Bewerbern mit Ingenieursstudium gestalte sich schwierig. Neben Kählig beteiligen sich die Dekra, die auf elektronische Schaltungen spezialisierte Firma Micronex aus Eldagsen und das Vahrenheider Maschinenbauunternehmen Nass Magnet als Partner an JeT-Challenge.

Firmenexperten beraten die Schüler

Die Experten aus der Wirtschaft beraten die Schüler bei ihren Tüfteleien rund um die Modellautos und beziehen die Lehrer ein. „Das ist eine besonders nachhaltige Form der Wissensvermittlung – weg vom Frontalunterricht, hin zum projektorientierten Ansatz“, erklärt Dieter Driller van Loo, früherer Schulleiter der KGS Hemmingen, der JeT-Challenge pädagogisch betreut. Ein offenbar erfolgreicher Ansatz: „Die Schüler haben über das Elektroauto schon mehr Know How gesammelt als ich“, meint Darius Azadi, Physiklehrer der Schillerschule.

„Ich interessiere mich sowieso sehr für Technik“, sagt Schillerschüler Raphael. Durch die Firmenbesuche habe er nun aber eine viel genauere Vorstellung von den unterschiedlichen Berufsperspektiven. Für ihn und seinen Mitschüler Kajo steht jedenfalls schon jetzt fest, dass sie Ingenieure werden wollen.

Von Juliane Kaune

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