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Aus der Stadt Prozess: Pfandhaus zahlt 4000 Euro für falsche Rolex
Hannover Aus der Stadt Prozess: Pfandhaus zahlt 4000 Euro für falsche Rolex
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00:17 02.08.2018
Das Amtsgericht Hannover stellte das Verfahren ein. Allerdings müssen die Angeklagten den entstandenen Schaden von 4000 Euro zurückzahlen. Quelle: dpa
Hannover

Cliff J. und Andreas O. sollen gemeinschaftlich ein Pfandhaus an der Hildesheimer Straße betrogen haben, indem sie den Mitarbeitern zwei gefälschte Rolex-Uhren anboten. In einem Fall hatten die Männer Glück und erbeuteten 4000 Euro, beim zweiten Mal flogen sie auf – so lautete die Anklage vor dem Amtsgericht. Nun mussten sich die beiden wegen Pfandleihbetrugs verantworten, doch der Prozess gestaltete sich kompliziert: Den Männern war nicht wirklich etwas nachzuweisen.

Laut Staatsanwaltschaft hatten die beiden Angeklagten versucht, „sich durch das Eintauschen nicht nur vorübergehend eine Einnahmequelle zu verschaffen“. Am 6. November vergangenen Jahres bot der 42-jährige J. einem Mitarbeiter von Easy-Pfand an der Hildesheimer Straße eine Rolex an und erhielt nach einer Begutachtung 4000 Euro. 1000 Euro habe er behalten, der Rest sei an O. gegangen. 16 Tage später kam J. erneut vorbei, um eine weitere Rolex zu beleihen – nun erkannte die Mitarbeiterin allerdings die Fälschung und alarmierte die Polizei. J. ist nicht vorbestraft, bei O. zeigt das Strafregister 13 Einträge.

J. sagte vor Gericht aus, er habe nichts von den Fälschungen gewusst. „Dann wäre ich doch sofort gegangen“, sagte der 42-Jährige. „Ich habe mir noch nie etwas zu Schulden kommen lassen.“ Die Uhren habe er Jahre zuvor von O. geschenkt bekommen und für echt gehalten, beide seien „familiär verbandelt“. Da J. durch Trennung und Unterhaltszahlungen für ein Kind so gut wie kein Geld besitze, wollte er die nach seiner Auffassung echten Luxusuhren verkaufen. Gegenüber der Polizei hatte der 42-Jährige noch am Tattag ausgesagt, O. habe ihm Hilfe angeboten und dafür die Rolex gegeben. Der 53-Jährige bestritt, überhaupt vom Betrug gewusst zu haben. „Er hat nichts damit zu tun“, teilte sein Anwalt mit.

Da auch die Aussagen eines Polizisten und der Pfandhausangestellten Anja P. nicht zur endgültigen Aufklärung beitragen konnten, einigten sich alle Parteien auf die Einstellung des Verfahrens. Allerdings mit einer Auflage: Die 4000 Euro seien binnen sechs Monaten an das Pfandhaus zurückzuzahlen. Da J. nach eigenen Angaben dazu nicht in der Lage sei, verständigte er sich mit O. auf ein gemeinsames Begleichen der Schulden. „Für uns ist das in Ordnung“, sagte die Angestellte des Pfandhauses. „Mehr wollen wir nicht.“ Nach Prozessende stieg O. zu seinem Anwalt in einen Porsche, J. fuhr in einem neuen Golf GTI davon.

Von Peer Hellerling

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