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Aus der Stadt Hannoversche Funken-Garde ernennt Jesse Jeng (CDU) zum Ehrensenator
Hannover Aus der Stadt Hannoversche Funken-Garde ernennt Jesse Jeng (CDU) zum Ehrensenator
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00:19 13.01.2019
Mit Kappe: Der neue Ehrensenator Jesse Jeng (li, 30) neben dem früheren langjährigen Präsidenten der Hannoverschen Funken-Garde Michael Glaser. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

Politiker und Banker – eine schlimmere Kombination, um Misstrauen zu ernten, könne es eigentlich gar nicht geben, sagt Gilde-Geschäftsführer Mike Gärtner, Ehrensenator der Hannoverschen Funken-Garde von 2018, in seiner Laudatio auf den neuen Ehrensenator Jesse Jeng. Und trotzdem schaffe es der 30-jährige CDU-Bezirksratsherr und Parteivorsitzender im Stadtbezirk Südstadt-Bult (“97 Prozent Zustimmung erreicht man sonst nur China“) mit Witz und Einsatz, Vertrauen herzustellen. Es sei wohl auch seine Lebensgeschichte, die Jengs Glaubwürdigkeit ausmache, meint Gärtner.

Rund 320 kommen zur Prunksitzung der HannoverDie Präsidemt Tanzmariechenschen Funken-Garde ins Freizeitheim Döhren.

Besondere Ehrung in der Heimatstadt

„Ich hätte nie gedacht, dass ich von meiner Heimatstadt mal diese Ehren bekommen würde“, sagt Jeng. Die ersten beiden Lebensjahre verbrachte er in einem Kinderheim bei Langenhagen, dann wurde er das Pflegekind einer Familie aus dem Kreis Celle. Mit 18 Jahren kehrte er zurück, machte am Gymnasium Isernhagen sein Abitur, dann ging er zur Bundeswehr, inzwischen arbeitet er nach einem dualen Studium als Finanzberater bei der Nord/LB. Ein Land wie Deutschland, in dem ein Kind ohne Familie wie er, eine neue Familie finden könne und Chancen bekomme, sei ein großartiges Land, sagt Jeng, aber heimattümelnd klingt das überhaupt nicht.

Rasanter Aufstieg in der CDU

2013 trat er in die CDU ein und machte dort rasant Karriere. 2017 war er Wahlkampfmanager für Ursula von der Leyen, trat selbst im Landtagswahlkampf an, verlor aber gegen den alteingesessenen Sozialdemokraten Stefan Politze. Auch im Karneval habe er eine neue Familie gefunden, sagt Jeng. Vor allem mit der Döhrener Familie Glaser, die seit Jahren eng verbunden ist mit der Hannoverschen Funken-Garde. Vater Michael Glaser war 22 Jahre lang Präsident, inzwischen ist es Sohn Philipp. Dessen Bruder Dominik Glaser macht mit deutschen Schlagern bei der Prunksitzung im Döhrener Freizeitheim Stimmung und Tochter Nika brilliert als Tanzmariechen. Der Karneval bringe Jung und Alt, Arm und Reich zusammen, sagt Jeng, er verbinde Menschen, egal welcher Herkunft. „Man kann sich aufeinander verlassen.“

Die hannoversche Stadtpolitik sei sowieso ziemlich viel Karneval, findet der 30-Jährige: „Ich muss ziemlich viel lachen.“ Er macht sich über den Autohass der Grünen (“Großeinkauf mit dem Lastenfahrrad“) und die Rathausaffäre um Oberbürgermeister Stefan Schostok lustig und hat auch noch gleich einen persönlichen Ratschlag für den OB: „Verantwortung übernehmen, zurücktreten.“

Döhren – eine Karnevalshochburg

Döhren ist Karnvealshochburg in Hannover, so viele Karnevalsvereine hat wohl kein anderer Bezirk. Da darf auch das hannoversche Prinzenpaar – Carsten I. und Prinzessin Tina I., die eigentlich aus Ronneberg kommen, naicht fehlen. Bei der Prunktsitzung der Funken-Garde sieht man immer wieder ganze Familien unter den 320 Zuschauern. Die jüngsten Showtänzer sind gerade ein Jahr alt. Narrenkappen gibt es viele, manche mit langen Federn, Orden, sogar Manschettenknöpfe in Form einer Narrenkappe, nur echte Kostüme sieht man selten. Eine der rühmlichen Ausnahmen: der ehemalige SPD-Bezirksratsherr und führere Regionspolitiker Sascha Glade. Er trägt ein Froschkostüm.

Von Saskia Döhner

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