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Aus der Stadt 720 Stellen im Rathaus sind unbesetzt
Hannover Aus der Stadt 720 Stellen im Rathaus sind unbesetzt
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19:00 30.07.2018
Mehr als 700 Stellen im Rathaus sind nicht besetzt. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Die hannoversche Stadtverwaltung steckt bei der Stellenbesetzung im Dilemma: Einerseits sollen 350 neue Stellen eingerichtet werden, andererseits sind in der Verwaltung 720 Stellen unbesetzt (Stand vom 1. April). Das entspricht einem Anteil von 8,3 Prozent an allen Mitarbeitern. Einer der Gründe dafür ist, dass die Stadt keine Mitarbeiter für die offenen Stellen findet.

Andere Gründe sind nach Angaben von Stadtsprecher Udo Möller häufigere Postenwechsel innerhalb der Stadtverwaltung, um beruflich voranzukommen. Zudem komme es durch die Einstellung vieler junger Frauen und Männer zu einer häufigeren Inanspruchnahme von Elternzeit und Arbeitszeitredzuierung. Nach einer Prognose der Kämmerei spart die Stadt durch die unbesetzten Stellen in diesem Jahr 8,9 Millionen Euro.

Betroffen sei vor allem die Fachbereiche mit technischem Personal, sagte Stadtsprecher Udo Möller am Montag auf Anfrage der HAZ. Konkrete Zahlen zu den einzelnen Fachbereichen wollte er jedoch nicht herausgeben. Besonders die Bauabteilung, das Gebäudemangement und der IT-Bereich seien von den Personalproblemen betroffen, heißt es bei Kommunalpolitikern. Außerdem gebe es zuwenig Erzieher.

Angesichts der Probleme setze die Stadt „auf eine offensive Strategie des Personalmanagements“, berichtet Möller. Dazu gehörten unter anderem Anzeigenspezialseiten in der HAZ, Präsentationen der Stadt als Arbeitgeber auf Berufs- und Bildungsmessen sowie Plakat und Postkartenaktionen.

Der Bewerbermangel hänge vor allem mit der schlechteren Bezahlung im öffentlichen Dienst zusammen, sagt Verdi-Experte Martin Peter. Beispielsweise verdienten Architekten oder Computerexperten in der freien Wirtschaft wesentlich besser. Zahlen könne er aber nicht nennen, weil die Verdienstmöglichkeiten in der freien Wirtschaft sehr unterschiedlich seien.

Die Erzieher würden zwar von den Kommunen besser bezahlt, als von anderen Kitaträgern, berichtet Peter. Dennoch sei die Bezahlung nicht gerecht, weil Grundschullehrerinnen wesentlich mehr verdienten. In den Rathäusern müssten die Arbeits- und die Ausbildungsbedingungen dringend verbessert werden. Andernfalls werde der Anteil unbesetzter Stellen immer weiter wachsen.

Der derzeitige Zustand müsse schnellstens geändert werden, sagt Engelke. Es sei schon komisch, dass vom Personalrat der Stadt 1000 neue Stellen gefordert werden, aber gleichzeitig 720 Stellen unbesetzt seien.

Von Mathias Klein

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