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Aus der Stadt Jeder fünfte Erstklässler in der Region hat Sprachdefizite
Hannover Aus der Stadt Jeder fünfte Erstklässler in der Region hat Sprachdefizite
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00:19 13.02.2019
Bereits im Kindergarten brauchen immer mehr Kinder Sprachförderung. Quelle: picture alliance/dpa
Hannover

Mittlerweile 20 Prozent aller Kinder, die in der Region in die Schule kommen, haben Sprachentwicklungsauffälligkeiten. Das ist das wohl bedrückendste Ergebnis einer Pressekonferenz der Regionsverwaltung zum Thema Sprachförderung in den Kitas. Die Region versucht seit Jahren, mit Hilfe verschiedener Sprachförder- und Sprachbildungsprogramme zu helfen. Mit Hilfe von „Wortschatz“ beispielsweise wurden seit 2012 insgesamt 800 Fachkräfte in den 16 Kommunen weiter qualifiziert, in denen die Region als Jugendhilfeträgerin zuständig ist. Ein Jahr lang lernen Erzieher und Sozialassistenten dort Kindern Sprache alters- und alltagsgerecht zu vermitteln. Darüber hinaus individuell sprachlich gefördert werden mussten aufgrund sprachlicher Defizite allein im Einschulungsjahrgang 2017/18 362 Kinder in 22 Kitas.

Sprachförderung hilft dauerhaft

Die Hilfe scheint dringender denn je. „Die Zahl der Kinder mit Sprachförderbedarfen steigt, während die Anforderungen in den Kitas immer höher werden“, sagte Sozialdezernentin Andrea Hanke am Donnerstag. Ein positives Ergebnis: Die Fachkräfte profitierten in 90 Prozent aller Fälle nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft von der Qualifizierung, sagte Martin Buitcamp von der evaluierenden hannoverschen Beratergrupppe GmbH.

Die Kehrseite der Medaille: In Kitas gebe es zunehmend Teams, die unterbesetzt arbeiten müssten, krankheitsbedingt oder weil aufgrund des Fachkräftemangels nicht alle Stellen besetzt werden könnten, sagte Florian Dallmann, Leiter des Teams Tagesbetreuung für Kinder in der Region Hannover am Donnerstag. Aufgrund der leeren Vertretungspools werde es schwieriger, die Betreuer zu qualifizieren. Gerade in Kitas mit einem sehr hohen Anteil an förderbedürftigen Kindern ist die Fluktuation der Fachkräfte offenbar besonders groß.

Hohe Fluktuation von Fachkräften

Deshalb sei eine „massive Nachqualifikation“ nötig, sagte Florian Dallmann, Leiter des Teams Tagesbetreuung für Kinder in der Region Hannover am Donnerstag. 25 Prozent der Ressourcen stecke die Region mittlerweile in diese Arbeit. Es sei wünschenswert, dass die Programme aufrechterhalten oder sogar ausgebaut würden, sagte Jugenddezernentin Andrea Hanke.

Das Land gibt nach Angaben der Region derzeit 1,7 Million Euro für Sprachförderung. Die Region finanziert 20 Vollzeitstellen für die Programme „Wortschatz“ und „Individuelle Sprachförderung“ und gibt zusätzlich 500000 Euro für das Sprachförderprogramm aus.

Von Jutta Rinas

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