Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Zahl der Single-Haushalte in Hannover wächst
Hannover Aus der Stadt Zahl der Single-Haushalte in Hannover wächst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 09.07.2018
Symbolbild. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Hannover gilt als deutsche Single-Hauptstadt – und die Zahl der Einfamilienhaushalte wächst weiter. In mehr als der Hälfte (54,3 Prozent) der Haushalte lebt nur eine Person. In Mitte (65,1), Linden-Limmer (63,3) und Südstadt-Bult (62,0) sind es sogar mehr als 60 Prozent – aber aus ganz unterschiedlichen Gründen. Denn das Phänomen trifft sowohl alternde Stadtviertel, wo es überwiegend Frauen in Einpersonenhaushalten sind, deren Männer früher sterben, wie auch besonders junge Stadtquartiere: Dort sind es eher Männer, die alleine leben. Bei den 30- bis 59-Jährigen dagegen nimmt die Zahl der Einfamilienhaushalte statistisch ab, weil es zugleich auch wieder mehr Familien gibt.

Anteil der Single-Haushalte in Hannover. Quelle: Region Hannover

Die Daten stammen aus dem jüngsten Statistikbericht der Region zur Entwicklung der Haushalte, den sie am Donnerstag vorgelegt hat. Der zeigt eine erstaunliche Entwicklung: Die Zahl der Haushalte ist im vergangenen Jahr stärker gewachsen (plus 0,4 Prozent) als die Bevölkerung (plus 0,3 Prozent) – das hat es in den Vorjahren nicht gegeben. Das Phänomen hat mehrere Gründe. Erstens gibt es weniger Menschen, die formell nicht in Haushalten leben – es dürften vor allem Flüchtlinge sein, die 2016 in Unterkünften gelebt haben: 1535 sind es. Dazu kommt aber, dass die Zahl der kleinen Haushalte zugenommen hat: Singlehaushalte (plus 0,8 Prozent) und Paare (plus 0,5 Prozent), wohingegen die Zahl der Alleinerziehenden mit Kindern und die der Mehrpersonenhaushalte rückläufig ist. Insgesamt sinkt die Zahle der Haushalte mit einem Kind, die der Haushalte mit mehreren Kindern nimmt zu – vor allem im Umland Hannovers, wo die Haushalte traditionell größer sind.

Anteil der Single-Haushalte in der Region Hannover. Quelle: Region Hannover

Weniger Alleinstehende in der Region Hannover

Im Gegensatz zu der hohen Zahl an Single-Haushalten in Hannover-Stadt klingt der Durchschnittswert aller Umlandkommunen mit 37,3 Prozent eher niedrig. Allerdings ist die Bevölkerungsstruktur sehr unterschiedlich verteilt. In den Städten Langenhagen (40,9 Prozent), Laatzen (40,4) und Burgdorf (40,1) liegt der wert über 40 Prozent, in der bevölkerungsmäßig größten Umlandstadt Garbsen (37,9) dürfte die Zahl der Einpersonenhaushalte steigen, sobald dort die Uni-Institute ihren Betrieb aufnehmen. In Sehnde (32,7) und Pattensen (32,1) gibt es die geringste Zahl an Single-Haushalten, dort ist es nicht einmal jeder dritte Haushalt. Die statistisch größten Haushalte hat übrigens Sehnde mit durchschnittlich 2,23 Personen pro Wohnung, in Uetze sind es auch noch 2,22. Zum Vergleich: In Hannover-Stadt sind es 1,8 Personen pro Haushalt.

Immer weniger Alleinerziehende

Derweil sinkt die Zahl der Alleinerziehenden erneut um ein Prozent auf 25 605. Weil das Phänomen seit einigen Jahren zu beobachten ist, sprechen die Statistiker von einem sich festigenden Trend. Allerdings könne es sein, dass die Ursache ganz schlicht die aktuell steigenden Geburtenzahlen sind: Trennungen (durch Konflikt oder Tod) treten meist erst einige Jahre nach der Geburt auf, sodass in einigen Jahren die Zahl der Alleinerziehenden wieder stärker steigen könnte. Interessant ist, dass das Geschlechterverhältnis bei den Alleinerziehenden sehr unterschiedlich regional verteilt ist. Natürlich sind es meist Frauen, die nach einer Trennung die Verantwortung übernehmen. Allerdings sind es in Hannover-Stadt 91 Prozent Frauen, in Wennigsten am Deister dagegen „nur“ 84,1 Prozent – die Differenz von 6,9 Prozentpunkten harrt bislang einer Erklärung.

Von Conrad von Meding

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Autobahn 2 ist nach den zwei schweren Unfällen bei Hannover seit dem Freitagvormittag in beide Richtungen wieder freigegeben. Die Sperrung in Richtung Dortmund wurde früher aufgehoben als ursprünglich angekündigt.

06.07.2018

In seiner Heimat Singapur hat Obike laut Medienberichten den Betrieb eingestellt und soll alle Räder entfernen. In Hannover hat die Stadtverwaltung derzeit keinen Kontakt zum Unternehmen.

06.07.2018

Eine Ausstellung in der Volkshochschule widmet sich der Revolte von 1968 in Hannover. Zu sehen sind Fotos, Dokumente und Plakate aus einer bewegten Zeit.

08.07.2018