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Aus der Stadt Stadt sucht Ricklinger Müll-Melder
Hannover Aus der Stadt Stadt sucht Ricklinger Müll-Melder
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08:00 07.12.2018
Wollen mehr Sicherheit und Ordnung für Ricklingen: Ordnungsdezernent Axel von der Rohe (v. l.), Polizeichef Hans-Wilhelm Müller und Bezirksbürgermeister Andreas Markurth. Quelle: Foto: Marcel Schwartenberger
Ricklingen

Ein Schwerpunkt in Hannovers neuem Sicherheitskonzept ist die im September gestartete Kampagne Hannover sauber!. Die Stadtverwaltung und der Abfallwirtschaftsbetrieb Aha machen in diesem Zusammenhang auch Station in Ricklingen: Interessierte können sich am Donnerstag, 13. Dezember, beim Wochenmarkt auf dem August-Holweg-Platz von 8 bis 13 Uhr über die Kampagne informieren. Die Kooperationspartner arbeiten zudem an einer neuen Müll-Melde-App, für die sich auch Ricklinger als Beta-Tester am Kampagnenstand bewerben können. In jedem der 13 Stadtbezirke werden je zehn Testnutzer gesucht.

Mit dem Fokus auf Sauberkeit im öffentlichen Raum setzt Hannovers Ordnungsdezernent Axel von der Ohe eine von mehreren Hausaufgaben um, die ihm Bürger und Stadtbezirksräte im Frühjahr aufgegeben haben. Damals tourte von der Ohe mit dem frisch aufgelegten Sicherheitskonzept durch die Stadtbezirke. Größe Kritik seitens der Zuhörerschaft: Der neue Ordnungsdienst der Stadt, der inzwischen als zentrale Säule des Konzepts seine Arbeit aufgenommen hat, konzentriere sich nur auf die Innenstadt. Auch andere Themen des Konzepts wie die Unterbindung aggressiver Bettelei oder neue Regeln für Straßenmusiker waren für die Stadtteile jenseits der City kaum von Interesse. Mehr gemeinsame Streifen des Ordnungsdienstes in den äußeren Stadtbezirken und mehr Engagement gegen Vermüllung – diese Themen interessierten unter anderem den Bezirksrat Ricklingen und die Bürger von Bornum bis Mühlenberg viel dringender. Das belegte auch eine Bürgerbefragung der Stadt im März dieses Jahres, die inzwischen ausgewertet ist: Mehr als 90 Prozent fanden die Themen Sicherheit und Sauberkeit wichtig oder sogar sehr wichtig. Eine Neuordnung der Straßenmusik erachteten dagegen nur 37 Prozent der Befragten als wichtige Angelegenheit.

Ideen nehmen Form an

Vergangene Woche kehrte Dezernent von der Ohe nun zu einer zweiten Sondersitzung mit dem Bezirksrat nach Ricklingen zurück, und inzwischen nehmen die neuen Ideen auch konkrete Formen an. Mit der Kampagne Hannover sauber! investiert die Stadt auch mehr Geld in dem Bereich. Es soll unter anderem mehr Wochenendeinsätze der Stadtreinigung und eine verstärkte Abfallfahndung geben – in Zusammenarbeit mit dem neuen Ordnungsdienst sollen frisch entdeckte wilde Müllkippen innerhalb von 24 Stunden beseitigt werden. Dafür werden auch zusätzliche Stellen geschaffen. All das kostet die Stadt insgesamt etwas mehr als eine Million Euro im Jahr zusätzlich. Hinzu kommen Sonderreinigungseinsätze, die über Gebühren finanziert werden.

„Wir brauchen auch dringend etwas gegen die Taubenplage auf dem Mühlenberg“, mahnte SPD-Bezirksratsherr Frank Weber in der Sondersitzung. Das Problem habe über die Jahre hinweg extrem zugenommen, auf vielen Gebäuden entlang des Mühlenberger Zentrums und an anderen Orten hockten riesige Taubenschwärme auf den Dächern, deren Hinterlassenschaften ein Problem seien. Bei der Stadt denkt man über Sonderreinigungen nach. Um die Taubenplage einzudämmen, müsst es Maßnahmen an den Brutplätzen geben, sagte von der Ohe. „Und die müssen wir erst finden. Wir brauchen Hinweise.“

Ordnungshüter in Ricklingen

Knapp 50 Personen soll der neue Ordnungsdienst der Stadt bis Jahresende umfassen, 40 Mitglieder hat die Einsatztruppe bislang. Sie untersteht nicht der Polizei, arbeitet aber mit ihr zusammen. Im Stadtbezirk Ricklingen sind die Ordnungshüter unter anderem auf dem Butjerbrunnenplatz, dem Schünemannplatz sowie an den Spielparks in Mühlenberg und Ricklingen anzutreffen. „Alle zwei Wochen ist der Ordnungsdienst zudem mit dem Ricklinger Kontaktbeamten unterwegs“, berichtete von der Ohe. Diese Kooperation laufe seit Ende August.

Müll, Verkehr, Lärm oder Vandalismus sind die Themen auf dem Aufgabenzettel des Ordnungsdienstes. Doch zum Sicherheitskonzept zählen auch Wünsche rund um die Straßenbeleuchtung. „Wir lassen derzeit Beleuchtungsvorhaben für den Manele-Süss-Weg prüfen“, kündigte von der Ohe an. Der Weg verbindet sowohl Wettbergen-West als auch den Mühlenberg mit dem Mühlenberger Sportpark und könnte im Rahmen des Sanierungsprogramms Soziale Stadt Mühlenberg mehr Licht bekommen. „Eine tolle Wahl“, befand Jens Menge (SPD).

Von Marcel Schwarzenberger

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