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Aus der Stadt Rundum-Grün-Ampeln könnten Unfälle verhindern
Hannover Aus der Stadt Rundum-Grün-Ampeln könnten Unfälle verhindern
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16:24 16.09.2018
Der Bezirksrat kann sich den Schnittpunkt von Hildesheimer Straße, Peiner Straße und Abelmannstraße als Rundum-Grün-Kreuzung vorstellen. Quelle: Michael Zgoll
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Döhren-Wülfel

Einen interessanten Vorschlag der CDU-Fraktion hat der Bezirksrat Döhren-Wülfel in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit gebilligt: Die Stadt soll prüfen, ob die Ampeln an zwei Kreuzungen im Stadtbezirk eine „Rundum-Grün-Phase“ für Fußgänger bekommen können. Dabei zeigen die Signalanlagen für Kraftfahrzeuge aus allen vier Richtungen für eine begrenzte Zeit gleichzeitig Rot, während alle Fußgängerampeln gleichzeitig auf Grün geschaltet sind; während dann im Anschluss alle Fußgänger rot haben, wechseln für Autofahrer die Ampelphasen nach herkömmlicher Art. In einigen Ländern wie den Niederlanden dürfen Fußgänger oder auch Radfahrer die Kreuzung bei Rundum-Grün sogar diagonal queren. In Döhren, so der Vorschlag, könnte dies am Verkehrsknotenpunkt Hildesheimer Straße/Abelmannstraße/Peiner Straße umgesetzt werden, außerdem in Waldhausen an der Kreuzung Mainzer Straße / Wolfstraße / Salzburger Straße / Adolf-Ey-Straße in Waldhausen.

Nach Ansicht von CDU-Bezirksratspolitikerin Stefanie Matz, die den Antrag im Rahmen der Haushaltsberatungen vorstellte, erhöht eine Rundum-Grün-Ampel die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer. Insbesondere die Gefahren einer Kollision beim Abbiegen von Fahrzeugen würden deutlich verringert. Erst vor wenigen Monaten, daran erinnerten einige Politiker, war ein radfahrender Junge auf der Vahrenwalder Straße unter die Räder eines nach rechts abbiegenden Lkw geraten und getötet worden.

Auch die Kreuzung im Bereich von Mainzer Straße und Wolfstraße soll die Verwaltung prüfen. Quelle: Michael Zgoll

In Deutschland haben einzelne Städte wie Berlin, Köln, Wuppertal oder Offenburg in den vergangenen 20 Jahren immer wieder versucht, Rundum-Grün-Ampeln zu etablieren, doch flächendeckend durchsetzen konnte sich das System hierzulande bislang nicht. Die Unfallforschung der Versicherer hatte schon 2012 eine Einschätzung abgeben, die auf einer Studienarbeit der TU Dresden beruhte. Demnach können Diagonalquerungen Unfälle zwischen abbiegenden Fahrzeugen und Fußgängern tatsächlich wirkungsvoll verhindern. Die Zahl der Kollisionen, an denen ausschließlich Autos beteiligt sind, werde dadurch jedoch nicht gemindert. Alle Verkehrsteilnehmer müssten bei diesem System längere Wartezeiten in Kauf nehmen, was die Leistungsfähigkeit solcher Kreuzungen verringere, stellten die Unfallforscher fest. Außerdem verleite das Diagonalsystem Radfahrer häufiger zu Rotlichtverstößen.

An der stark frequentierten Kreuzung von Hildesheimer Straße, Abelmann- und Peiner Straße käme noch ein weiterer Faktor ins Spiel: die Stadtbahnen und Busse mit ihren Vorrangschaltungen. Dieses Problem würde bei einer Rundum-Grün-Ampel am Schnittpunkt von Waldhausen und Waldheim aber kaum ins Gewicht fallen.

Von Michael Zgoll

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