Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Schüler aus fünf Nationen üben für den europäischen Arbeitsmarkt
Hannover Aus der Stadt Schüler aus fünf Nationen üben für den europäischen Arbeitsmarkt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 17.03.2019
Wie sieht der Arbeitsplatz von Morgen aus? Johannes, Ludovica und Finnja bauen ein Modell. Quelle: Heidrich
Kleefeld

Die 13-jährige Ludovica Borriello, Gastschülerin an der Schillerschule, weiß schon genau, wo sie im Leben hin will. „Ich will unbedingt Grafikdesignerin oder Architektin werden und in den Vereinigten Staaten arbeiten“, erzählt die Schülerin aus Bologna mit Nachdruck. In ihrem Alter ist so eine Zielstrebigkeit und starke Überzeugung ungewöhnlich. Ludovica gehört zu 66 Schülern aus fünf Ländern, die sich jetzt an der Schillerschule eine Woche mit Berufsperspektiven im europäischen Ausland beschäftigt haben. Die Hälfte der Jugendlichen sind Gastschüler, die in den Familien der teilnehmenden Schüler der Schillerschule wohnen.

Schüler und Lehrer aus Estland, Spanien, Italien und den Niederlanden sind gemeinsam mit Jugendlichen der Schillerschule zwei Jahre lang in das gemeinsame Austauschprojekt eingebunden, das vom europäischen Erasmus-Programm finanziert wird. Dieses Mal liegt der Schwerpunkt auf internationaler Berufsorientierung, eine sehr sinnvolle Sache, meinen die Lehrer.

Lehrer bereiten Schüler auf die Arbeit im Ausland vor

So sind die Berufsaussichten für Jugendliche in Spanien weiterhin schlecht. „Wir wollen sie darauf vorbereiten, eventuell später anderswo zu arbeiten“, berichtet Lehrerin Sonia Ruiz Garcia aus Madrid. Sie erlebt gleichzeitig eine geringe Motivation bei ihren Schülern und hofft, dass die Erfahrungen in Hannover ihnen einen Schub geben. „Alle unsere Schüler sollten Europa als ihren späteren Arbeitsmarkt sehen und deshalb Sprachen lernen“, erklärt Sinika Stubbe, Projektkoordinatorin der Schillerschule.

Auch Jeannet Meijer aus dem niederländischen Haarlem will ihre Schüler anstacheln. „Sie wachsen in unserer Gemeinde sehr behütet auf und wollen gar nicht im Ausland studieren.“ Die Pädagogin denkt aber an die Chancen, die sich ihren Schützlingen anderswo eröffnen können. Ihre italienische Kollegin Silvia Pozzo Balbi aus Bologna freut sich zu sehen, wie sehr der Austausch ihre Schüler anspornt.

Denn bei der Begegnung merken die Schüler ganz direkt, wie wichtig es ist, sich in einer anderen Sprache ausdrücken zu können. In einem Workshop basteln Imara de Boer und Lilly Marie Donnerstag gemeinsam an futuristischer Berufskleidung für eine Pilotin. Die – manchmal improvisierte – Verständigung läuft auf Englisch. Die junge Niederländerin kann sich gut vorstellen, selbst später ins Cockpit zu steigen. „Forensik interessiert mich auch sehr. Und vor allem, Erfahrungen in anderen Ländern zu machen. Wir bekommen dadurch einen anderen Blickwinkel“, sagt die 16-jährige Imara. Lilly Marie von der Schillerschule fühlt sich oft noch unsicher in der Fremdsprache. „Mein Englisch wird jetzt besser, weil Imara mir sehr hilft, spontaner zu werden.“ Was will man mehr von einem Schüleraustausch.

Von Bärbel Hilbig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Christuskirche soll künftig barrierefrei erreichbar sein. Die Stadt gestaltet den Eingang um und baut eine Rampe an.

20.03.2019

Nachhaltige Sonnengöttinnen: Nachwuchsdesignerinnen zeigen bei der „Hannover Fashion Show“ ihre Kreationen auf dem Laufsteg in Herrenhausen – und machen gern aus Altem Neues.

20.03.2019

Der hannoversche OP-Pfleger und Extremsportler Jens Wackerhagen ist in nur zwei Tagen von Berlin nach Hannover gelaufen. Mit der Aktion während des Deutschen Pflegetages will er auf die Bedingungen in der Pflege aufmerksam machen – und Geld für Kinder in Not sammeln.

16.03.2019