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Aus der Stadt Stadt will an 60 Grundschulen gegen Elterntaxis vorgehen
Hannover Aus der Stadt Stadt will an 60 Grundschulen gegen Elterntaxis vorgehen
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00:18 15.08.2018
An der Albert-Schweitzer-Schule in Limmer wurde das Projekt gegen Elterntaxis getestet. Quelle: Villegas
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Hannover

Weil das Pilotprojekt gegen Elterntaxis an der Albrecht-Schweitzer-Grundschule erfolgreich war, plant die Stadt jetzt, auch an allen anderen rund 60 Grundschulen stärker gegen Eltern vorzugehen, die ihre Kinder mit Auto bis direkt vors Schulgebäude bringen und damit andere gefährden. Das hat Oberbürgermeister Stefan Schostok am Sonntag bei der Eröffnung des Festes zur Aktion Sicherer Schulweg bekräftigt. „Kinder, die ihren Schulweg nur von der Rückbank eines Autos kennen, schätzen die Gefahren falsch ein, wenn sie zu Fuß unterwegs sind.“ Eltern dürften Kindern nicht alles abnehmen. So strikt wie etwa in Dänemark, wo Eltern mit hohen Geldstrafen belangt würden, wenn sie wild vor der Schule parkten, müsse man ja nicht sein. Aber man müsse Eltern dafür sensibilisieren, dass es besser sei, ihr Kind zu Fuß zur Schule zu bringen.

55 Schulwegunfälle im vergangenen Jahr

Eine Liste mit Standorten, wo die Stadt möglicherweise Durchfahrsverbote errichten und Hol- und Bringzonen einrichten werde, gibt es noch nicht. „Das wird alles gerade erarbeitet“, sagte ein Stadtsprecher am Sonntag. Auch einen Zeitpunkt, wann das Projekt gegen Elterntaxis starte, gehe es noch nicht. „Das Schuljahr hat ja gerade erst begonnen.“

Im vergangenen Jahr habe es 55 Schulwegunfälle in Hannover gegeben, sagte der stellvertretende Polizeipräsident Jörg Müller, 35 seien von Kindern verursacht worden: „Das sind traurige Nachrichten.“

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte, die Verkehrserziehung solle am besten schon im Kindergartenalter beginnen. Eltern seien Vorbilder für ihre Kinder.

Ampel-Bündnis will Modellprojekt ausweiten

Schon im Mai hatte das Ampel-Bündnis auf SPD, Grünen und FDP sich dafür stark gemacht, dass Eltern ihre Kinder nicht mehr direkt vor der Schule mit dem Auto absetzen dürfen. Stattdessen sollten extra Haltepunkte zum Ein- und Aussteigen eingerichtet werden. „Wir wollen den Modellversuch stadtweit ausdehnen“, sagte SPD-Baupolitiker Lars Kelich damals. Dabei müsse jede Schule einzeln betrachtet und eine individuelle Regelung gefunden werden. Die FDP sieht im Ausbremsen der Elterntaxis eine Möglichkeit, die Sicherheit für Schulkinder zu erhöhen. „Die meisten Unfälle passieren auf dem Schulweg“, meint FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Für die Grünen ist es wichtig, dass die Kinder lernen, sich im Verkehr zurechtzufinden und nicht bis vor das Schultor kutschiert werden. Auch die CDU ist für die Ausweitung des Modellversuchs.

Beschwerden über rabiate Elterntaxis, die andere Schüler gefährden, hatte es zuletzt von diversen Schulen gegeben. Schulleiter appellieren immer wieder an Eltern, ihre Kinder zu Fuß oder mit dem Tretroller zur Schule zu bringen. Es gibt Aktionen von Sportvereinen wie den Bewegungspass, der Familien animieren soll, auf das Auto für den Schulweg zu verzichten.

Mit dem Rad allein zur Schule erst nach Radprüfung

Experten der Verkehrswacht raten dringend davon ab, Kinder zu früh allein mit dem Rad zur Schule fahren zu lassen. Gerade beim Rechtsabbiegen würden sie oft von Autofahrern übersehen. Im April hatte ein Lastwagenfahrer auf der Vahrenwalder Straße einen elfjährigen Jungen übersehen und tödlich verletzt. Die Mutter sah, wie ihr Sohn überrollt wurde. Gegen den Fahrer ist gerade Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben worden.

Schüler sollten erst eine Fahrradprüfung absolviert haben, bevor sie allein zur Schule radeln, heißt es. In vielen Schulen steht diese Prüfung allerdings erst zum Ende der 4. Klasse auf dem Programm. An vielen Grundschulen stehen an den ersten Schultagen Polizisten und klären Eltern über die Gefahren auf.

Von Saskia Döhner

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