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Aus der Stadt Seelhorster Kreuz noch bis Oktober gesperrt?
Hannover Aus der Stadt Seelhorster Kreuz noch bis Oktober gesperrt?
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21:57 31.08.2018
Das Seelhorster Kreuz sollte ursprünglich Ende August wieder freigegeben werden – daraus wird jetzt unter Umständen erst Oktober. Quelle: Christian Elsner
Hannover

Die Sanierung des Seelhorster Kreuzes wird einfach nicht fertig. Seit Mai 2017 wird der Verkehrsknoten in mehreren Etappen erneuert, die letzten Arbeiten sollten ursprünglich im August abgeschlossen sein – das Kreuz ist eigentlich auch bereits fertig. Doch die Suche nach einem potenziellen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg verzögert nun mehr und mehr die Freigabe. Die Landesstraßenbaubehörde verschob den neuen Termin bereits auf spätestens Ende September, doch jetzt wird klar: Auch dieses Datum ist womöglich nicht zu halten.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat am Seelhorster Kreuz einen verdächtigen Gegenstand in der Erde gefunden. Deshalb geraten die gesamten Sanierungsarbeiten ins Stocken. Statt Ende August könnte das Kreuz erst im Oktober freigegeben werden.

„Das ist sehr unbefriedigend“, sagt Friedhelm Fischer, Leiter der Landesstraßenbaubehörde in Hannover. Die Bombensuche verlief parallel zu den Bauarbeiten, diese sind eigentlich nahezu abgeschlossen. Unter Umständen könne die Freigabe erst Mitte oder Ende Oktober erfolgen. Der Grund: Um an das verdächtige Objekt in einer Tiefe von sieben- bis neuneinhalb Metern zu kommen, werde ein Spezialgerät benötigt. Fischer: „Und das gibt es nicht wie Sand am Meer.“

Zwei Abfahrten gesperrt

Für die Autofahrer hat die Sperrung zur Folge, dass sie weiterhin Umwege in Kauf nehmen müssen. Die Abzweige von Norden aus Richtung Hildesheimer Straße und aus Richtung Anderten nach Laatzen sind bis auf Weiteres nicht befahrbahr. Entsprechende Umleitungen sind ausgeschildert.

„Der Bereich des heutigen Seelhorster Kreuzes wurde während des Zweiten Weltkriegs stark bombardiert“, sagt Thomas Bleicher, Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KBD) Niedersachsen. Die Experten begleiten die Sanierung seit Mai 2017 deshalb sehr genau, zahlreiche Punkte wurden schon kontrolliert. „Wir untersuchen den Untergrund parallel zu den Bauarbeiten“, sagt Bleicher. Beim Planen der Sanierung sei zwar ein gewisser Zeitpuffer für die Sondierungen eingeplant gewesen, doch der scheint nun unter Umständen nicht auszureichen. „Es hängt schließlich immer auch davon ab, was gefunden wird“, sagt der KBD-Chef.

Der nun ausfindig gemachte Verdachtspunkt ist an sich keine besondere Herausforderung für die Kampfmittelbeseitiger. Aber: Beim Bau des Seelhorster Kreuzes wurde viel Schutt aufgehäuft, der jetzt Schwierigkeiten bereitet. „Es befinden sich zahlreiche Betonbrocken im Boden“, so Fischer. „Dort liegt Material herum, mit dem wir nicht gerechnet haben.“ Deshalb kommen die Entschärfer mit gewöhnlichen Baumaschinen nicht voran. Fischer: „Die Freigabe steht und fällt mit der Verfügbarkeit des Spezialgeräts.“ Zuvor hatten die Planer gehofft, rund um die Anomalie lediglich den Grundwasserspiegel senken und Erde abtragen zu müssen.

Unklar, ob Bombe oder Schrott

Noch völlig unklar ist, was die Experten in der Tiefe erwartet. „Bislang wissen wir nur von einer magnetischen Anomalie“, sagt Bleicher. Erst, wenn das verdächtige Objekt freigelegt ist, wissen sie mehr – von Metallschrott bis zu einer alten Fliegerbombe sei alles denkbar. Laut Straßenbehördenchef Fischer kann es nicht genug detaillierte Sondierungen geben, auch wenn sie störende Verzögerungen zur Folge hat: „Bevor nicht alles untersucht ist, geben wir das Kreuz nicht frei“, sagt er.

Sollte es tatsächlich ein Blindgänger sein, müsste das Gebiet rund um das Seelhorster Kreuz evakuiert werden. Bereits im September 2017 wäre dies fast der Fall gewesen, damals wurden auf der Baustelle verdächtige Gegenstände im Boden gefunden. Sie stellten sich allerdings als Schrott heraus, 5200 Menschen durften zu Hause bleiben.

Von Peer Hellerling

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