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Aus der Stadt Sexuelle Belästigung: Personalrat verhindert Entlassung
Hannover Aus der Stadt Sexuelle Belästigung: Personalrat verhindert Entlassung
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00:21 17.09.2018
Die Regionsverwaltung an der Hildesheimer Straße. Quelle: Gerrit Pfennig
Hannover

Die Regionsverwaltung sieht sich mit einem möglichen Fall von sexueller Belästigung konfrontiert, der zu einer harten Auseinandersetzung zwischen Verwaltungsspitze und Personalrat führt. Regionspräsident Hauke Jagau sieht es als erwiesen an, dass ein Mitarbeiter eine Auszubildende sexuell bedrängt hat. Er hat dem Mann daraufhin fristlos gekündigt – doch die Kündigung ist nicht wirksam, weil sie vom Personalrat, dem der Mitarbeiter selbst angehört, mehrheitlich gestoppt wurde. Der Mann ist nun lediglich freigestellt. Die Region will die Kündigung nun gerichtlich durchsetzen.

Regionspräsident Hauke Jagau habe dem Mitarbeiter wegen „groben Fehlverhaltens“ gekündigt, heißt es in einer Stellungnahme der Regionsverwaltung vom Freitag. Nach Informationen der HAZ soll der Mann nach seinem Urlaub der Auszubildenden Nacktfotos von sich auf dem Dienst-PC gezeigt haben. Wie zu erfahren war, soll der Auszubildenden zunächst aus dem Umfeld des Personalrats geraten worden sein, daraus keinen Vorgang zu machen und die Ausbildungsstation fortzusetzen, als sei nichts gewesen.

Wegen des Falls ist es in der Mitarbeitervertretung zu Turbulenzen gekommen: Der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats, Hermann Bodendieck, ist mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurückgetreten, er will die Entscheidung des Gremiums nicht mittragen.

Der Personalrat erklärte dagegen in einer am Freitag versandten E-Mail, dass es in dem mehrheitlich von Frauen besetzten Gremium „keine Toleranz gegenüber sexueller Belästigung“ gebe. Der Personalrat habe sich mit den Unterlagen befasst „und eine sachgerechte Entscheidung“ getroffen. Mehr wollte die amtierende Vorsitzende Bärbel Horenberg nicht sagen.

Regionspräsident Hauke Jagau hat das Verwaltungsgericht eingeschaltet, um die Kündigung mit gerichtlichen Mitteln durchzudrücken. Die Regionsverwaltung verfolge in Fällen sexueller Belästigung eine Null-Toleranz-Strategie, sagt Regionssprecherin Christina Kreutz. „Dass sich der Gesamtpersonalrat angesichts der geschilderten Gegebenheiten gegen eine fristlose Kündigung stellt, ist beschämend und aus Sicht der Dienststelle nicht mit falsch verstandener Solidarität zu entschuldigen“, sagt die Sprecherin. Außerdem hat die Region gegen den Mann Strafanzeige gestellt.

Auch die Gleichstellungsbeauftragte der Regionsverwaltung, Petra Mundt, reagierte mit Unverständnis auf das Abstimmungsverhalten des Personalrats. Die Verwaltung habe die Angelegenheit geprüft und sei verpflichtet, nach Recht und Gesetz zu handeln. „Es ist nicht die Aufgabe des Gesamtpersonalrats, zu urteilen, was juristisch korrekt ist.“

Von Mathias Klein

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