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Aus der Stadt Größtes Neubaugebiet Niedersachsens: Am Kronsberg geht es los
Hannover Aus der Stadt Größtes Neubaugebiet Niedersachsens: Am Kronsberg geht es los
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00:21 03.09.2018
Spatenstich am Kronsberg (v. li.): Bauunternehmer Dirk Streicher, Ralf Traupe, Christian Wedler, Oberbürgermeister Stefan Schostock sowie Bezirksbürgermeister Bernd Rödel und Karsten Klaus von der Hanova. Quelle: Florian Petrow
Hannover

Die Stadt macht Dampf: Am Freitag haben Verwaltungsspitze und Bauunternehmen die symbolischen ersten Spatenstiche für das neue Quartier Kronsberg-Süd in den Boden gerammt. Die weitere Arbeit wird jetzt aber mit Baggern erledigt, um die Zeitpläne einzuhalten. 2500 Wohnungen sollen in den nächsten fünf Jahren entstehen – den Firmen drohen Vertragsstrafen, wenn sie nicht mindestens die Hälfte schaffen. Das Gebiet hat eine Flächenreserve für weitere etwa 1000 Wohnungen für den Fall, dass der Mangel am Wohnungsmarkt weiter anhält.

So wird das Neubaugebiet – und so war der Spatenstich für den Baustart des Projekts Kronsberg-Süd in Hannover.

Zuletzt hatte die Stadt einen alten Wasserhochbehälter der Stadtwerke abreißen lassen, der dem Großprojekt im Weg war und seit Jahren nicht mehr benutzt wird. Jetzt beginnt der Bau der zentralen Baustraße, einer Verlängerung der Kattenbrookstrift aus dem zur Expo errichteten Wohngebiet Kronsberg bis zur Endhaltestelle Messe-Ost der Stadtbahn an der Expo-Plaza. Kanäle müssen gegraben, Leitungen verlegt werden, bevor voraussichtlich zum Jahreswechsel 2019/20 mit dem Bau der ersten Häuser zwischen Baustraße und Stadtbahnlinie begonnen werden kann, dann auch mit den weiteren Häusern.

Hoffnung auf „entlastenden Effekt auf dem Wohnungsmarkt“

Der Wohnungsmangel steigt spürbar in Hannover. Durch das große Neubauprojekt am Kronsberg erhoffe man sich „einen erheblichen entlastenden Effekt auf dem Wohnungsmarkt“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok beim Spatenstich. Die Ratspolitiker hatten das ursprünglich erst für spätere Jahre geplante Großvorhaben vorgezogen. Dass es nun überhaupt so schnell geht, ist einer weitsichtigen Planung vor der Expo zu verdanken: Damals waren viele Planungsbeschlüsse auch für diesen Bauabschnitt schon vorab gefasst worden, sodass alles jetzt um etwa ein Jahr schneller geht als üblich. Die Stadt hatte sich trotz des Zeitdrucks eine ausführliche Bürgerbeteiligung am Kronsberg geleistet, sie soll im September mit einer weiteren Veranstaltung fortgesetzt werden.

Pro Baufeld ein Architekten-Wettbewerb

Um das große Bauprojekt zu stemmen, haben sich mehrere Wohnungsbaugesellschaften zu zwei Interessengemeinschaften zusammengeschlossen. „Eigentlich sind wir Wettbewerber, aber es ist toll, zu sehen, wie hier alle konstruktiv zusammenarbeiten“, sagte Ralf Traupe von Meravis. Dirk Streicher von Delta-Bau bekräftigte: „Es soll und wird zwar alles schnell gehen – aber wir werden Klasse statt Masse schaffen.“ Mit der Stadt ist vertraglich vereinbart, dass es pro Baufeld einen Planerwettbewerb mit vier Architekten geben soll, um Vielfalt zu gewährleisten. Auch Cristian Wedler (Wohnungsgesellschaft GWH) und Karsten Klaus von der städtischen Hanova sowie Bezirksbürgermeister Bernd Rödel nahmen am Spatenstich teil.

Insgesamt sechs Kitas geplant

Allein die zentrale Straße, deren Bau jetzt begonnen hat, ist 1,3 Kilometer lang, die Stadt geht mit 1,3 Millionen Euro in Vorleistung. Die Stadt errichtet auch die Grundschule im Neubaugebiet sowie den zentralen Park, der die Wohnflächen mit dem Landschaftsraum Kronsberg verknüpft. Die Baugesellschaften wiederum haben sich verpflichtet, pro Wohnquartier einen Stadtteilplatz und insgesamt sechs Kitas zu bauen. Zusätzlich entsteht ein Nahversorgungszentrum nahe der Stadtbahn-Endhaltestelle, von dem auch die Anlieger des Expo-Parks und der Plaza profitieren sollen.

Ein Wohngebiet am Park

Östlich vom Neubaugebiet breitet sich das Landschaftsschutzgebiet Kronsberg aus. Die in der Bürgerbeteiligung erarbeiteten Pläne der Büros Astoc/West8 sehen vor, den Grünraum mit einer großen Parkanlage in das Wohngebiet zu verlängern. Zusätzlich soll es in den Straßen und an den jeweiligen Quartiersplätzen viel Natur geben. Im zentralen Park könnte es ein Ausfluglokal geben, damit Spaziergänger auf einen Kaffee einkehren können.

Von Conrad von Meding

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