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Aus der Stadt Drogendelikte sind leicht angestiegen
Hannover Aus der Stadt Drogendelikte sind leicht angestiegen
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00:18 16.07.2018
Eltern und Politiker forderten einen Zaun um den Spielplatz am Horst-Fitjer-Weg, um Dealer und Junkies fernzuhalten. Die Stadt lehnte ab. Quelle: Villegas
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Nord

Die Polizei verzeichnet einen leichten Anstieg von Drogendelikten in Hainholz und Nordstadt. Dabei geht es vor allem um Cannabis und Marihuana. Im Jahr 2017 registrierten die Beamten 342 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, im Jahr 2013 bearbeiteten sie 275 Fälle. „In den Jahren dazwischen schwankten die Zahlen“, berichtete Polizeibeamtin Jennifer Redlich von der Polizeiinspektion Ost im Bezirksrat Nord.

Der Handel mit Drogen läuft vor allem am Engelbosteler Damm und auch an der Schulenburger Landstraße. Die gute Verkehrsanbindung, so die Vermutung, erleichtert Kunden und Dealern ihre Treffen. An der Schulenburger Landstraße liegt außerdem die Justizvollzugsanstalt (JVA), die ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Ost fällt. Delikte hinter den Gefängnismauern tauchen deshalb mit in der Statistik auf. Seit einigen Jahren häufen sich auch Verstöße am Weidendamm. „Da ist die Clubszene aufgeblüht und viele junge Leute feiern am Wochenende“, berichtet Redlich. Auch an der Vahrenwalder Straße gebe es verschiedene Orte, an denen es zu Drogengeschäften kommt. „Wir versuchen das durch Kontrollen in den Griff zu bekommen, sind aber nur eine recht kleine Truppe“, schränkt die Beamtin aus der Ermittlungsgruppe Betäubungsmittel ein.

Im Bezirksrat Nord hatten besorgte Eltern vergangenes Jahr über Dealer in den Parks geklagt. Der Polizei hat eine andere Einschätzung. „Der Georgengarten und Welfengarten sind für uns statistisch keine großen Schwerpunkte“ betont Redlich. Allerdings räumt sie ein, dass es den Ermittlern an Personal mangelt. „Wir bekommen viele Hinweise von Anwohnern, aber leider fehlt uns die Manpower, um allem nachzugehen.“ Bernd Huneke (CDU) berichtet von Bürgern, die bedroht wurden, nachdem sie Dealer ansprachen. Redlich rät dazu, besser gleich die Polizei zu benachrichtigen. „Wenn andere Einsätze laufen, können wir allerdings nicht sofort vor Ort sein.“

Michael Spatzker (FDP) hakt nach, ob die Zahl der Delikte steigt, weil sich der Kreis der Täter tatsächlich vergrößere oder die Polizei mehr kontrolliere. Die Polizei habe viel mit Wiederholungstätern zu tun, berichtet Redlich. Die Dealer holen jedoch auch Jüngere dazu, die den Handel fortsetzen. „Das erschwert uns die Verfolgung.“ In mehr als 70 Prozent der Fälle gehe es um Cannabis. Die Beamten stoßen in der Nordstadt auch auf Kokain, Heroin mache jedoch nur einen verschwindend geringen Anteil der Drogendelikte aus, betont die Polizeibeamtin. „Falls wir Spritzbesteck finden, räumen wir es natürlich weg. Wenn sich das ballt, kann es eine Gefährdung darstellen.“ Redlich erinnert daran, dass Bürger sich mit Hinweisen an jede Polizeidienststelle wenden können.

Situation am Spielplatz hat sich nicht verbessert

Wiederholt hat sich der Bezirksrat mit dem Spielplatz Horst-Fitjer-Weg/Heisenstraße beschäftigt, der zum Treffpunkt für Junkies und Dealer geworden war. „Wir haben einen Zaun um das Gelände angeregt. Es stellt ein Problem dar, dass Dealer ihre Lagerbestände dort ablegen“, erinnert Robert Nicholls (SPD). Die Stadtverwaltung hatte es jedoch grundsätzlich abgelehnt, einen Spielplatz einzuzäunen. Diese Entscheidung sei „erschütternd“, meint Bezirksbürgermeisterin Edeltraut Geschke (SPD) und kündigt an: „Wir werden einen neuen Antrag stellen.“ Polizeibeamtin Jennifer Redlich unterstützt die Haltung des Bezirksrats. Die Stadt hat nur hölzerne Sitzauflagen auf der kleinen Mauer rund um den Spielplatz entfernt. „Das hat die Situation nicht verbessert. Wir waren für einen Zaun.“

Stadt informiert zu Sicherheit und Ordnung

Zum städtischen Ordnungs- und Sicherheitskonzept gibt es am 11. September um 18 Uhr in der Lutherschule, An der Lutherkirche 18, eine öffentliche Sondersitzung des Bezirksrats Nord. Ordnungsdezernent Axel von der Ohe hat bereits im Februar das erste Mal sein Konzept Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum in der Nordstadt vorgestellt. Ein Ordnungsdienst soll für mehr Sicherheit auf Hannovers Plätzen und Straßen sorgen, Müllfahnder sich um die Sauberkeit kümmern. Die Stadt erweitert dafür ihren Ordnungsdienst um 38 Stellen auf mehr als 50 Mitarbeiter. Da die Ordnungshüter nicht nur durch die Innenstadt patrouillieren und Trinker sowie aggressive Bettler ermahnen, sonder auch in den Stadtteilen unterwegs sind, hat von der Ohe jeden Stadtbezirk einmal besucht.

Der Dezernent startet jetzt eine zweite Runde, damit Bürger ihre Anliegen schildern. Im Bezirk Nord gab es bereits bei der ersten Veranstaltung – anders als in vielen anderen Stadtbezirken – eine rege Beteiligung, ein Zeichen für Probleme, aber auch verstärktes Engagement.

Von Bärbel Hilbig

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