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Aus der Stadt Street-Mag-Show: 2500 Oldtimer füllen den Schützenplatz
Hannover Aus der Stadt Street-Mag-Show: 2500 Oldtimer füllen den Schützenplatz
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00:16 24.07.2018
Stephanie Scharfenberg, 43, mit ihrem 1961er Chrysler Desoto, den sie liebevoll "Flossy" nennt. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Es gab einmal ein anderes Amerika. 1960, das Jahr, als im November John F. Kennedy zum Präsidenten gewählt wurde und Autos gebaut wurden, die vielleicht sieben oder acht Meter lang waren und man hinten auf den Rückbänken wohnen konnte. Jedenfalls kommen sie einem heute so groß vor. Zum Beispiel das Cadillac Cabriolet, das Stella Zipp auf die Showbühne fährt. Heckflossen, Doppelscheinwerfer nebeneinander. „Jedes Jahr gab es damals ein neues Modell“, erklärt der Moderator dem Publikum, und für diejenigen, die es noch nicht wussten: „1965 verschwand die Heckflosse.“

Der Wagen gehört Stella Zipp, ihr Vater führt den deutschen Cadillac-Club mit Sitz in Celle und 200 Mitgliedern. „Und da kann ich ja keinen Ford fahren“, sagt sie, klappt die Motorhaube wieder zu und fährt ab. Vom Band läuft ein Klassiker von 1954, „Mr. Sandman, bring me a dream“ von den Chordettes.

Deutschlands größte American-Car- & Harley-Show bringt mehr als 2.500 Fahrzeuge aus ganz Europa auf den Schützenplatz Hannover.

Viel Chrom, breite Stoßstangen, maximaler Luftwiderstand, Oldtimer, die auf dem Schützenplatz im Kreis fahren und gerne dröhnen – so ist es auch in diesem Jahr bei der Street-Mag-Show. Männer mit viel Tattoos, vielen schwarzen T-Shirts und gerne Kappen (falsch und richtig herum getragen) machen die Runde in ihren Wagen und haben Spaß an Zwischensprints. Was die Verpflegung an den Ständen angeht, kann man feststellen: Veggie-Fladenbrot mit Zucchini, wie es auf dem Kleinen Fest im Großen Garten verkauft wird, findet sich auf der Autoshow nicht.

Der Veranstalter rechnet für das Wochenende mit 2500 Ausstellern und 15.000 Besuchern. Für viele ist es wie ein Klassentreffen mit Picknick am Klapptisch, mit Besichtigung von Corvettes, Fords und Chrysler. „Ich bin jedes Jahr hier, seit 20 Jahren, weil es immer wieder ein schönes Treffen ist. Man trifft Freunde und hört den guten alten V8-Sound und keiner schimpft über Feinstaub", sagt Stephanie Scharfenberg vor ihrem weißen Oldtimer, genannt „Flossy“.

Viele Besucher interessieren sich für Motorräder von Harley Davidson, jener Marke, die der amtierende US-Präsident mit Sanktionen bedrohte, weil ihm nicht passte, wie das Unternehmen auf seine Handelspolitik reagierte. Verrückte Zeiten. Aber war früher alles besser, als manche Karosserien ästhetischer erschienen als heutige Massenware? In den 1960er-Jahren mögen die Wagen schöner gewesen sein, damals, als die USA in Vietnam Krieg führten und der Rassismus blühte.

Von Gunnar Menkens

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