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Aus der Stadt Göttingen statt Hannover als „Tatort“-Stadt
Hannover Aus der Stadt Göttingen statt Hannover als „Tatort“-Stadt
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00:18 13.07.2018
„Gespannt auf Göttingen“: Maria Furtwängler (l) und Florence Kasumba ermitteln künftig in der Universitätsstadt. Quelle: dpa
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Hannover

Die Kommissarin macht sich rar: Gerade hat Maria Furtwängler ihren 26. Fall als „Tatort“-Ermittlerin Charlotte Lindholm abgedreht – und keine einzige Szene wurde in Hannover aufgenommen. In dem Fall mit dem Arbeitstitel „Born to Die“ wird Lindholm vom Landeskriminalamt in Hannover zur Polizeidirektion Göttingen strafversetzt. Als Pendlerin muss sie in der Serienfolge, deren Sendetermin noch nicht feststeht, den Spagat zwischen dem Familienleben in Hannover und dem Job in der Universitätsstadt hinbekommen.

Göttingen verdrängt Hannover damit als „Tatort“-Stadt – zumal der NDR bereits angekündigt hat, dass auch die nächsten Furtwängler-Folgen dort spielen werden. Als Filmstadt hat Göttingen eine lange Tradition; zu Heinz Erhardts Zeiten wurde der Ort als „Traumfabrik an der Leine“ gefeiert. „Göttingen ist für uns eine reizvolle neue ,Tatort‘-Stadt“, sagt jetzt Christian Granderath, Leiter der NDR-Abteilung Serie. Sie sei „sehr gespannt“ auf Göttingen, erklärte auch Furtwängler.

Klischees vom Dorfleben

In Göttingen wird sie an der Seite ihrer neuen Kollegin, der deutsch-ugandischen Schauspielerin Florence Kasumba, auf Verbrecherjagd gehen. Diese verkörpert die Ermittlerin Anais Schmitz. In ihrem ersten Göttinger Fall bekommt das weibliche Duo es mit einem Familiendrama zu tun: In einer verdreckten Umkleidekabine eines Schulsportplatzes hat eine Frau unter mysteriösen Umständen offenbar ganz alleine ein Kind entbunden. Mutter und Baby sind verschwunden, vieles deutet auf ein Verbrechen hin. Und auf einen endgültigen Rückzug des „Tatort“ aus Hannover.

Der Lindholm-Tatort sei eben auf ganz Niedersachsen ausgelegt, sagt NDR-Sprecherin Iris Bents: Von Anfang an habe die Zahl der Drehtage in Hannover variiert. Richtige Hannover-Tatorte waren die Hannover-Tatorte in der Tat selten. Es ist, als wären Leichen in Gorleben oder Peine für die Drehbuchautoren immer attraktiver gewesen als hannoversche Leichen: Oft führten die Fälle Furtwänger in die Untiefen der niedersächsischen Provinz, zu zwielichtigen Schweinezüchtern oder ins Dorffeuerwehrmilieu von Jesteburg. Dabei ließen die Krimis kein Klischee aus. In düsteren Dörfern sitzen in den Furtwängler-Tatorten schon vormittags missgünstige Huckeduster bräsig in Kneipen herum, deren Inneneinrichtung von vor dem Kriege stammt. Dösige Dörfler tragen durchgängig Gummistiefel, sind entweder abergläubisch („Hexentanz“, 2003) oder der hochdeutschen Sprache nur mit Mühen mächtig.

Es gibt Tatort-Städte, die sich in der Krimireihe als pulsierende Metropolen präsentieren dürfen. Dass Niedersachsen auch großstädtische Facetten zu bieten hat, dürfte jedoch mit der Entscheidung für Göttingen künftig noch stärker aus dem Blick geraten.

Die Quotenbringerin

Wie erfolgreich ein „Tatort“ ist, steht und fällt auch mit der Person des Ermittlers – und da ist Charlotte Lindholm ganz weit vorn. Nur der Münster-„Tatort“ fährt höhere Quoten ein als sie. Bereits den ersten „Tatort“ mit Maria Furtwängler, „Lastrumer Mischung“, sahen 2002 rund 10,2 Millionen Zuschauer – die beste „Tatort“-Quote des Jahres. Im vergangenen Jahr schalteten beim „Tatort“ im Schnitt 8,9 Millionen Menschen ein. Fünf Krimis hatten mehr als zehn Millionen Zuschauer; darunter die 25. und bislang letzte Furtwängler-Folge, das Entführungsdrama „Der Fall Holdt“ am 5. November 2017 (10,22 Millionen Zuschauer, 28,1 Prozent Marktanteil). Seit 2012 hatte jeder „Tatort“ mit Furtwängler mehr als zehn Millionen Zuschauer. Ihre erfolgreichste Folge war 2016 der 1000. Tatort „Taxi nach Leipzig“ (11,53 Millionen).

Von Simon Benne

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