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100 Ärzte machen beim Diakonie-Streik mit

Arbeit niedergelegt 100 Ärzte machen beim Diakonie-Streik mit

Rund 400 Beschäftigte der Diakonischen Dienste Hannover (DDH) haben am Mittwoch nach Angaben der Gewerkschaften ver.di und Marburger Bund ihre Arbeit niedergelegt. Unter den Streikenden waren auch mehr als 100 Ärzte, deutlich mehr als beim ersten Diakonie-Streik im September 2011.

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Nach dem Tarifabschluss an kommunalen Kliniken wollen jetzt auch die Diakonie-Mitarbeiter mehr Geld.

Quelle: Rainer Surrey

Hannover. Die rund 4500 DDH-Beschäftigten sowie der Kinder- und Jugendhilfe des Stephansstifts, die sich ebenfalls am Streik beteiligten, fordern einen Tarifvertrag, Entgeltsteigerungen und bessere Arbeitsbedingungen. Utz Wewel, Sprecher der DDH-Geschäftsführung, forderte Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Tarifkommissionen auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zu OP-Schließungen kam es nach Angaben der DDH nicht, etliche Operationen mussten aber verschoben werden.

„Wir wollen, dass unsere Mitarbeitenden schnellstmöglich mehr Geld bekommen“, sagte Wewel. Die DDH habe sowohl 2011 als auch für die laufende Wirtschaftsplanung jeweils drei Millionen Euro für Tariferhöhungen eingeplant. Gleichwohl lägen die Vergütungen in der Diakonie bis zu 30 Prozent über den Tarifen anderer Träger der freien Wohlfahrtspflege.

Die Mitarbeiter der Diakonischen Dienste Hannover (DDH) haben am Mittwoch gestreikt.

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Dem widerspricht Bernd Hellmann, Neurologe am Friederikenstift, wo am Mittwoch zeitweilig rund 80 Ärzte die Arbeit niederlegten. „Seit der Tariferhöhung für Ärzte an kommunalen Kliniken verdienen wir jetzt im Schnitt sieben Prozent weniger als unsere Kollegen“, sagt er. Vergangene Woche hatten sich Marburger Bund und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände auf eine Tariferhöhung von 2,9 Prozent und eine Einmalzahlung von 440 Euro geeinigt und damit einen Streik abgewendet.

Matthias Schloz, Orthopäde im Annastift, hat errechnet, dass die Ärzte der DDH zwischen 4000 und 10.000 Euro pro Jahr weniger verdienen als ihre Kollegen an kommunalen Kliniken. „Ich kann die streikenden Ärzte verstehen“, sagte Prof. Helmut Lill, Ärztlicher Direktor des Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhauses im Friederikenstift. „Ich möchte, dass sie adäquat bezahlt werden und nicht auf besser bezahlte Stellen anderer Kliniken wechseln. Wir brauchen diese hoch qualifizierten Ärzte, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden.“
Seit einem Jahr ruhen die Tarifverhandlungen für die rund 40.000 Diakoniemitarbeiter in Niedersachsen, weil die Arbeitgeber nach Angaben von ver.di das Lohnniveau weiter hätten absenken wollen. Bei den Kirchen und ihren Einrichtungen werden Löhne und Gehälter bisher in arbeitsrechtlichen Kommissionen verhandelt, dem sogenannten Dritten Weg, anstatt zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden. Gewerkschaften und Arbeitnehmer fordern einen Tarifvertrag Soziales, die Diakonie hält am Dritten Weg fest. 

ver.di kündigte am Mittwoch einen weiteren Aktionstag für Februar an. Außerdem ist für den 10. März in Hannover eine Demonstration geplant. An diesem Tag tagt die Synode der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen im hannoverschen Annastift. Auf der Tagesordnung steht das künftige Arbeitsrecht in Kirche und Diakonie.

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