Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt 100 AfD-Anhänger protestieren gegen Vorsitzenden
Hannover Aus der Stadt 100 AfD-Anhänger protestieren gegen Vorsitzenden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:17 13.01.2018
Mitglieder der AfD sind trotz der Absage des Landesparteitages nach Hannover-Misburg gekommen - begleitet von Gegendemonstranten. Quelle: Christian Behrens
Anzeige
Hannover

Der Parteitag war abgesagt worden, die Parteigänger sind trotzdem gekommen: Etwa 100 AfD-Anhänger haben sich am Sonnabendmorgen bei zwei Grad über Null in Hannover am Misburger Bürgerhaus unter freiem Himmel zusammengefunden, um gegen den AfD-Niedersachsen-Vorsitzenden Armin-Paul Hampel und gegen seine Entscheidung, den Parteitag anderthalb Tage vor Beginn zu canceln, zu protestieren. Parteivize Jörn König aus Hannover bat die Angereisten um Entschuldigung. Die kurzfristige Absage sei eine Zumutung, so etwas dürfe nicht noch einmal passieren. Die AfD-Landtagfraktionsvorsitzende Dana Guth nannte das Verfahren eine "unglaubliche Unverschämtheit".

Zur Galerie
Treffen von AfD-Anhängern in Misburg

Auf dem Parteitag hatte die AfD einen neuen Vorstand wählen wollen, der umstrittene Vorsitzende Armin-Paul Hampel, dem zum Teil gutsherrenartiges Verhalten vorgeworfen wird, hätte mit seiner Abwahl rechnen müssen. Er hatte das Treffen dann jedoch aus angeblich rechtlichen Gründen kurzfristig gestrichen. Vorstandsmitglied Wilhelm von Gottberg beklagte, Hampel stelle sich gegen den gesamten Landesvorstand: "Das ist eine Riesensauerei." Die niedersächsischen Vorstandsmitglieder, berichtete von Gottberg, hätten sich inzwischen ohne Hampel, aber mit Vertretern des Bundesvorstands zusammengesetzt, und nun solle es im März einen neuen Parteitag geben, auf dem ein neuer Landesvorstand gewählt werden könne. Zum Abschluss des knapp einstündigen Treffens taten einzelne Mitglieder ihre Meinungen kund. Einer sagte, das "Gehampel" müsste jetzt aufhören.

Zur Galerie
Protest gegen das Treffen von AfD-Anhängern in Hannover-Misburg.

Das AfD-Treffen am Bürgerhaus in Misburg wurde begleitet von einem Protest des Bündnisses „Jugend gegen Rassismus“. Auch trotz der Absage des Landesparteitages hielten die Demonstranten an ihrer Kundgebung fest. Nach Polizeiangaben waren 28 Teilnehmer gekommen, um der AfD mit lauter Musik und Parolen entgegenzutreten. Laut dem Veranstalter der Gegendemo waren es um die 40. „Wir wollen icht weiter schweigen und den Rechten das Feld überlassen“, sagte Dave Müller vom Bündnis. Umso erfreulicher sei die Nachricht gewesen, dass die eigentliche AfD-Zusammenkunft im Bürgerhaus ausgefallen sei. Müller: „Wenn es nach uns gehen würde, dürften Rassismus, Nationalismus und Frauenfeindlichkeit niemals einen Parteitag abhalten.“ Im Anschluss an ihre Kundgebung marschierten die Prostestler durch Misburg.

Die Polizei war mit einem verhältnismäßig großen Aufgebot an der Seckbruchstraße erschienen. Rund 60 Beamte waren im Einsatz, weil auch aus Sicht der Ermittler nicht wirklich abschätzbar war, wie viele AfD-Angehörige und Gegendemonstranten trotz der Absage des Landesparteitages nach Misburg kommen würden. Zudem hatten Unbekannte in der Nacht zu Freitag Scheiben des Misburger Bürgerhauses eingeschlagen und Anti-AfD-Parolen an die Fassade geschmiert. Am Sonnabend blieb es aber auf beiden Seiten ruhig und die Polizei musste nicht eingreifen.

Zur Galerie
Zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen haben Unbekannte die Außenwand des Bürgerhauses mit politisch motivierten Parolen beschmiert und Pflastersteine gegen Glaseinsätze geworfen. Nun sucht die Polizei Zeugen.

Von Bert Strebe und Peer Hellerling

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Eigentlich sollte es jeder wissen – das Außengelände des Spielparks Döhren ist für Kinder und Jugendliche gedacht. Doch lassen feiernde Erwachsene dort häufig Scherben und Zigarettenkippen liegen.

16.01.2018

Das Ein-Euro-Ticket würde bei der Schadstoff-Problematik helfen. Dass die Region sich der Debatte verweigert, ist ein Zeichen von Ängstlichkeit, meint Heiko Randermann

16.01.2018

Der Rückzug Harald Härkes aus dem Rathaus reißt Lücken. Die Stadt muss einen neuen Kulturdezernenten finden, der die Bewerbung um die Titel Kulturhauptstadt Europas vorantreibt.

16.01.2018
Anzeige