Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt 1100 Besucher beim Konzert „Stars rocken für Vielfalt“
Hannover Aus der Stadt 1100 Besucher beim Konzert „Stars rocken für Vielfalt“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:51 18.09.2011
Einmal dem Vorbild ganz nah sein: Thomas Godoj ließ sich mit seinen Fans fotografieren. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
Anzeige
Hannover

Dass es zwischenzeitlich sogar Tränen der Enttäuschung gegeben hatte, war am Sonnabend längst vergessen. Als das „Beginner Soundsystem“ beim Konzert „Stars rocken für Vielfalt“ gegen 22 Uhr im Pavillon den Schlussakkord setzte, verdrückten die Schüler der Integrativen Gesamtschule Kronsberg höchstens ein paar Freudentränen. Sie hatten nicht nur etwas auf die Beine gestellt, woran so mancher Erwachsener wohl gescheitert wäre. Ihr selbst organisiertes Konzert hingegen wurde zu einem vollen Erfolg. 1100 Besucher feierten von mittags bis abends zur Musik von Stars wie Thomas Godoj oder Mehrzad Marashi. „Wir waren total glücklich“, sagte Moritz Rüter, den die Schüler zum Sprecher der Veranstaltung ernannt hatten.

Zudem spielte die Veranstaltung allein über den Kartenverkauf 9000 Euro in die Kasse der Schüler. „Wir müssen jetzt noch schauen, was an Spenden hinzugekommen ist“, berichtete Rüter. „Mit dem Geld wollen wir eine neue Musikanlage kaufen“, sagte er, „Die würden wir gegen kleines Geld entleihen. Wir wollen helfen, ähnliche Veranstaltungen von Schülern zu unterstützen.“

Mit ihrem Konzert „Stars rocken für Vielfalt“ reagierten die Schüler der IGS Kronsberg auf den Übergriff einer Gruppe von Neonazis auf ihre Schule im März 2010. Damals hatten Rechtsradikale das Gebäude gestürmt, Plakate von den Wänden gerissen und Propagandamaterial verteilt. Dies wollten die Schüler nicht unkommentiert hinnehmen. Sie hatten die Idee zu einem Open-Air-Festival, das auf die Neonaziproblematik aufmerksam machen sollte. Ursprünglich sollte die Veranstaltung auf der Expo-Plaza stattfinden.

Da der Kartenvorverkauf jedoch nur schleppend in Gang kam und für die Plaza 3000 Tickets hätten verkauft werden müssen, um diese zu füllen, drohte das Konzert ganz abgesagt werden zu müssen. Damals hatte es Tränen der Enttäuschung gegeben. Doch dann hatte sich der Pavillon als alternativer Spielort aufgetan. Kurzerhand verlegten die Schüler ihre Veranstaltung in das alternative Kulturzentrum – und das war am Sonnabend ausverkauft.

Hilfestellungen bekamen die Schüler von vielen Seiten. Mit dabei waren unter anderem die Bertelsmann-Stiftung mit dem Projekt „Alle Kids sind VIPs“, die sämtliche T-Shirts des Schülerteams stellten, die Volksbank Hannover und nicht zuletzt das Musikzentrum, das hauptsächlich bei der Organisation half. „Wir machen seit ungefähr neun Monaten ein Projekt an der IGS, in dem es um Veranstaltungen geht“, erklärte Sabine Busmann vom Musikzentrum. Dass dieses Projekt nun so schnell von der Theorie in die Praxis umgesetzt wurde, ist nicht nur für die Schüler ein Glücksfall: „Wir haben sehr, sehr viel gelernt“, meint Moritz Rüter. Unterstützt wurden sie auch von Projektleiter Mario Jansen von der Schulsozialarbeit, der die Mädchen und Jungen auf etwas ganz Wichtiges hinwies, das das Organisationsteam aber sicherlich schon verinnerlicht hatte: „Guckt nicht nur auf euch. Jeder, der das Gefühl hat, er schafft es nicht, holt sich bitte Hilfe.“

Heike Schmidt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Erosion der hannoverschen Linken setzt sich auch nach der Kommunalwahl offenbar ungebrochen fort. Am Donnerstag trat auch der Regionsvorsitzende der Partei, Detlev Voigt, von seinem Amt zurück und aus der Partei aus.

17.09.2011

Der Erweiterungsbau für das Sprengel Museum soll eine dunkel getönte Fassade bekommen. Zusammen mit den Reliefs auf der Betonfassade sowie den geschliffenen Oberflächen sollen somit lebendige, spiegelnde Effekte erzielt werden.

Andreas Schinkel 17.09.2011
Aus der Stadt Vorschläge des Kulturausschusses - Museen sollen besser beworben werden

Die hannoverschen Museen stehen unter Druck. Ständig mahnt Stadtkämmerer Marc Hansmann, dass der Kostendeckungsgrad in den städtischen Museen steigen muss. Zu hohe Kosten stünden zu geringen Einnahmen gegenüber.

Andreas Schinkel 17.02.2014
Anzeige