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13-Jähriger aus Ahlem rettet Frau beim Segeltörn

Alltagshelden 13-Jähriger aus Ahlem rettet Frau beim Segeltörn

Plötzlich hört Jonas Reh ein Platschen neben sich und reagiert geistesgegenwärtig: Nur wenige Meter entfernt ist eine Frau ins Hafenbecken der dänischen Marina Minde in Rendbjerg gefallen. „Sie schrie um Hilfe, und ich bin sofort hingerannt“, sagt der 13-Jährige aus Ahlem.

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Jonas half geistesgegenwärtig, als eine Frau ins Wasser stürzte.

Quelle: dpa/privat/Montage

Vom Steg aus versuchte der Jugendliche aus Ahlem noch, die hilflose Frau aus der kalten Flensburger Förde zu ziehen. „Weil sich ihre Kleidung aber schon voll Wasser gesogen hatte, war sie zu schwer.“

Purer Zufall

Der Schüler war zufällig auf dem Steg unterwegs. Es war schon dunkel, als er am Sonntag gegen 22 Uhr auf der Suche nach seiner Crew war. „Wir wollten noch etwas zusammen spielen“, sagt Jonas. Er hatte auf seinem Boot nachsehen wollen, ob die Mannschaft womöglich dort war. Etwa 60 Mitglieder der Segelsparte des SSV Schillerslage machten anlässlich der Familienflottille einen mehrtägigen Törn an der deutsch-dänischen Grenze.

Als Jonas merkte, dass er der verunglückten Seglerin nicht alleine helfen konnte, holte er sofort Hilfe – und hoffte, dass das Opfer in der etwa acht Grad kalten Ostsee solange durchhält. „Nirgends gab es eine Leiter oder Rettungsringe entlang des Stegs“, sagt Jonas. „Sie schwamm schon ein paar Minuten im Wasser.“

Vier Männer vom SSV kamen dem 13-Jährigen daraufhin zur Hilfe und wollten die Frau zurück an Land ziehen. „Auch ihr Mann war inzwischen am Steg und versuchte erfolglos, sie aus dem Wasser zu ziehen“, erinnert sich der Ahlemer. „Dabei wäre er fast selbst hineingefallen.“ Erst griffen die vier SSV-Mitglieder nach der Jacke der Seglerin. Da die jedoch offen war, konnten die Männer nicht richtig zufassen. Am Ende gelang es dann einem Retter, die Seglerin an ihrem Gürtel aus der Ostsee ziehen.

Erschöpft und geschockt

Die etwa 60 Jahre alte Frau sei laut Jonas Reh „völlig erschöpft und geschockt gewesen“, als sie wieder an Land war. Zunächst habe sich das deutsche Ehepaar nach der Rettung an Bord seines eigenen Segelboots zurückgezogen. Doch später liefen beide dem 13-Jährigen im Hafen wieder über den Weg. „Sie haben sich bei mir bedankt“, sagt Jonas. Oliver Vollmering, einer der SSV-Segelausbilder und ebenfalls bei der Familienflottille dabei, ist stolz auf Jonas. „Es war wirklich klasse, was er da gemacht hat.“ Vollmering lobt den Schüler dafür, dass dieser in dem Moment so besonnen regiert habe.

Als Held will sich Jonas aber keinesfalls bezeichnen. „Das war selbstverständlich.“ Der 13-Jährige freut sich vielmehr, dass der Frau nichts Schlimmeres passiert ist. „Sie war immerhin recht lange in der kalten Ostsee“, sagt er. „Das war wirklich knapp.“ Jonas sei selbst auch schon mal ins Wasser gefallen, daher kenne er die Situation. „Da kommst du allein nicht mehr raus.“

Von Peer Hellerling

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