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13 Jahre Haft für Hannoveraner nach perfider Folter beantragt

„Die Gesellschaft schützen“ 13 Jahre Haft für Hannoveraner nach perfider Folter beantragt

Selten formuliert ein Staatsanwalt ein derart vernichtendes Plädoyer. Der Angeklagte, der die Eltern seiner Freundin in deren Garbsener Haus stundenlang gequält hatte, habe aus Grausamkeit gehandelt: „Durch eine fiese und perfide Fesselung hat er sein Opfer möglichst langsam sterben lassen wollen“, sagte Simon Schnelle am Mittwoch vor dem Landgericht Hannover.

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Quelle: Michael Thomas (Symbolbild)

Hannover. Wegen versuchten Mordes und erpresserischen Menschenraubes forderte der Ankläger eine Haftstrafe von 13 Jahren für den 41-jährigen Bertram M. – und die anschließende Sicherungsverwahrung. M. habe einen Hang zu erheblichen Straftaten und sei hochgradig gefährlich, verwies Schnelle auf die Feststellungen des Gutachters. Er empfinde eine „tiefe Missachtung für besonders schwachen Opfer, die er beherrschen und tyrannisieren“ wolle. „Sie haben die Möglichkeit, da rauszukommen. Aber zunächst muss die Gesellschaft vor Ihnen geschützt werden.“

Der erheblich vorbestrafte Angeklagte hatte in dem Prozess gestanden, die 69 und 71 Jahre alten Eheleute im November 2010 misshandelt zu haben. Eine Tötungsabsicht habe er nicht gehabt, erklärte er. Das sah der Staatsanwalt anders. Zunächst habe er das Paar stundenlang misshandelt und mit immer neuen Todesdrohungen überzogen. Dann habe er den Mann derart gefesselt, dass sich eine Schlinge um seinen Hals zuzieht – sobald dieser seine Beine streckte. „Er hat ihn in die Lage versetzt, sich selbst zu erdrosseln“, sagte Schnelle. „Diesen Todeskampf konnte er unmöglich gewinnen.“ Danach flüchtete der Freund der Tochter mit dem Auto, dem Geld und dem Hund des Paares nach Frankreich. Dass sich der 71-Jährige dennoch befreien konnte, verdankt er der Stichverletzung an seiner Hand. Diese hatte derart geblutet, dass der Rentner die Fessel abstreifen konnte. Die Opfer seien aber für den Rest ihres Lebens von den psychischen Folgen gezeichnet, so Schnelle.

Das Urteil soll am Donnerstag ergehen.

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