Mit 15 Jahren Moped fahren: Für viele Jugendliche könnte sich dieser Wunsch demnächst erfüllen. Der Verkehrsausschuss des Bundestages stimmte am Mittwoch einem entsprechender Antrag der Koalitionsfraktionen von Union und FDP zu. Damit könnten 15-Jährige künftig Mopeds, leichte Quads und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge steuern. Bislang durften Jugendliche erst ab 16 Jahren einen Mopedführerschein machen. Das Kabinett will voraussichtlich im August den Gesetzentwurf beschließen.
Zur Begründung hieß es in Berlin, die neue Altersregelung verbessere vor allem die Mobilität auf dem Land. Jugendliche, die in abgelegenen Regionen lebten, könnten so weite Strecken flexibel zurücklegen, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Die Opposition lehnte den Antrag ab. Ihre Kritik: Die Regelung gefährde die Verkehrssicherheit.
Auch in Hannover ist ein heftiger Streit über die neue Regelung entbrannt. Während der Niedersächsische Fahrlehrerverband in Laatzen die Herabsetzung des Führerscheinalters begrüßt, lehnt der ADAC die neue Altersgrenze ab: „In Österreich hat eine ähnliche Regelung zu einer klaren Steigerung der Verkehrsunfälle geführt“, sagt ADAC-Sprecherin Christine Rettig. Dort habe sich nach Herabsetzung des Führerscheinalters auf 15 Jahre die Zahl der Unfälle mit Todesfolge verzehnfacht. Christian Keller, Chef des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, erwartet nun auch in Deutschland eine Steigerung der Unfallzahlen. Nicht so der Niedersächsische Fahrlehrerverband: Der Vorteil der neuen Regelung liege in einer besseren Verkehrsausbildung der Jugendlichen, erklärt dessen Vorsitzender Dieter Quentin. Denn für eine Mofa-Prüfbescheinigung, die Jugendliche bislang mit 15 Jahren bekommen können, müsse lediglich eine theoretische Prüfung abgelegt werden plus zwei Stunden praktische Fahrübungen. „Damit kaufen sich die 15-Jährigen dann einen Motorroller mit 50 Kubikzentimetern, der elektronisch auf 25 Stundenkilometer gedrosselt ist“, erklärt Quentin, „und manipulieren die Elektrik, so dass der Roller deutlich schneller fährt.“ Natürlich sei dieses „Frisieren“ der Roller verboten, leider aber Gang und Gäbe. „Das soll es künftig nicht mehr geben.“
Gerd Schöler, Verkehrssicherheitsexperte der Polizei Hannover, hält die Neuregelung für unproblematisch. „Wir haben schließlich beim Autoführerschein sehr gute Erfahrungen mit der Herabsetzung des Alters auf 17 Jahre und dem sogenannten begleiteten Fahren gemacht.“ Insgesamt habe es in Hannover im vergangenen Jahr 200 von Mopedfahrern verursachte Unfälle gegeben. Lediglich 15 Verursacher seien 16 Jahre alt gewesen, 23 Fahrer waren 17 Jahre alt. „Der Großteil war also 18 und älter“, sagt Schöler.
Auch für Tom Dechert, Führerscheinbeauftragter des Rollercenters Steinfeld, ist die neue Regelung unproblematisch: Ein 15-Jähriger könne problemlos ein 45 Stundenkilometer schnelles Zweirad beherrschen, sagt er. „So schnell fahren viele auch mit einem Rennrad.“
Rüdiger Meise
Kommentare
Fahrschule Sascha Aust | HAZ.de – 12.10.10
Hallo Andi,Deine Fragen zum Moped-Führerschein kann Dir bestimmt am ehesten jemand in einer Fahrschule beantworten - am besten fragst Du da mal nach.
Frage!! Andi – 12.10.10
heyich habe eine kurze frage...
ich habe bereits einen mofaführerscheinund habe gehört das man mit 15 einen mopedführerschein machen darf und dazu hab ich auch gehört das man seinen mofaführerschein umschreiben lassen kann...
ich weiß nicht ob das stimmt...bitte um antwort
Mofa/Rollerregelung Emmerich Jelen – 01.08.10
Die Geschwindigkeitsregelungen für Mofa und Roller sind weltfremd und Zeugen von wenig Sachverstand.Ein Mofa ist mit seinen 25km/h Regelung schlichtweg ein Verkehrshindernis und gefährdet den Fahrer.Wenn in einer langgezogenen unübersichtlichen Kurve ein Mofa plötzlich für den Autofahrer fährt,ist der Mofafahrer ein Todeskandidat.Ist mir als Mofafahrer
des öfteren fast passiert.
Politik ist dumm,weltfremd und fast zu nichts fähig.
Die Deutsche Bahn war durch den Staat jahrzenteland nur ein Zuschussbetrieb.Heute ein gewinnorientiertes Unternehmen.
Die Rechtschreibreform die uns Millionen gekostet hat,war schon im anfangsstatium eine totgeburt.
Jetzt darf ein Mofa auch auf Fahrradwegen und Spaziergängerwegen den kleinen Kindern die Zweitaktabgase in die Lungenflügeln pumpen!
So dumm ist politik!!
Begriffe wie Fürsorge,Vorsorge,Gefahrenabwehr sind nur vorgeschoben um unsere jugendlichen Abzuzogen und anschließend vor den oft unfähigen
Gerichten zu kriminalisieren.
Mein Vorschlag.:
Mofas werden abgeschafft.
Es gibt als Antriebsquelle nur noch
umweltfreundliche 4 Taktmotoren mit
mindestens 125ccm Hubraum!
Die Geschwindigkeiten sind für 15 jährige Fahranfänger für für ein Jahr auf 55km/begrenzt.Ohne Autobahn
Danach auf Maximal 80km/ ohne Autobahn.Dies gilt für Mockiks.
In unseren Verkehrsausschüssen und nicht nur da,sitzen meines erachtens
fast nur unfähige bekloppte Leute.
Mein Motto:
Lieber mit einem seriösen Zuhälter komminizieren als mit Behörden und Politiker.Wenn ich mir den Fall Zumwinkel und Pooth anschaue,kommen
noch die mit zweierlei Maß messenden Gerichte hinzu
Gr´ß
Emmerich Jelen
Unverantwortlich ? Nein ! Andreas Z. – 21.07.10
Hallo,anscheinend seid ihr Alle nicht wirklich aufgeklärt!
1. Ein Wunsch der Jugend wird erfüllt, richtig.
2. Viele Jugendliche bzw Erwachsene starben durch Moped fahrer.
Aber, mit 25Km/h hatten wir, die Jugendlichen, den reiz, schneller zu fahren.
Jetzt dürfen wir es legal, und verzichten auf's Tuning.
Durch das Tuning gab es viele Unfälle & leider auch Tote.
Gruß Andi
Unverantwortlich!!! AS – 08.07.10
Die sollten lieber weiter Fahrrad fahren.Alle unter 18 Jahren sollten kein Fahrzeug auf öffentlichen Straßen bewegen dürfen.
unverantwortlich Rad-Martin – 08.07.10
Wieviele junge tote Verkehrsteilnehmer muss es noch geben? Mir fällt zu dieser Entscheidung auch nichts ein. Die Zahlen aus Österreich sprechen für sich.Dass beim begleitenden Fahren im Auto mit 17 gute Erfahrungen gemacht wurden, glaube ich sofort! Dass Jugendliche vernünftig fahren, wenn die Eltern auf dem Beifahrersitz sitzen, ist wohl klar. Wenn die 15-jährigen nun mit dem Moped nun alleine unterwegs sind, ist das eine ganz andere Situation. Und wenn zur Zeit die praktische Schulung für den Mofaführerschein unzureichend ist, sollte man diese erweitern, anstatt mit 15 Moped erlauben. Was sind das für merkwürdige Argumentationen?
Am schlimmsten ist der Vergleich mit dem Rennrad. 45 km/h auf dem Rennrad ist komplett anders als auf einem motorisierten Gefährt. Warum muss man denn auf dem Mofa (max 25 km/h) einen Integralhelm tragen? Außerdem fahren fast keine 15-jährigen Rennrad, außer den paar wenigen in Radsportvereinen, und die sind für 45/km/h verdammt gut ausgebildet.
Um die Mobilität in ländlichen Gebieten zu verbessern, könnte man ja auch die Öffis verbessern, z.B. Ruftaxi zu jeder Tageszeit. Aber das kostet ja nur und bringt keinen Gewinn.
Traurig und purer Lobbyismus.
A1 wieder ich – 08.07.10
was?! A1=80km/h?! so wenig? das schafft man schon mit 50ccm! ist A1 nicht bis 125ccm wie bei uns? das cagiva mito 125 schafft knapp 200km/h!Mopedfahrer? Ja ja... – 08.07.10
Hallo Biker, was ist den so schlimm daran, einen 15 jährigen Roller fahren zu lassen? Wo wir gerade beim Thema sind, welche Sorte Roller meinst du denn? Soweit wie ich informiert bin, dürfen 15 jährige die sogenannten Mofa-Roller (bbH 25 km/h)fahren. Was ist also schlimm an der kommenden Fahrerlaubnisklasse AM ab 15 J.? Zum einen ist die Ausbildung sichlich intensiver und umfangreicher als die für die Mofa Prüfbescheinigung, zum anderen könnte es dazu führen, das der Anreiz, sein Mofa unbedingt zu frisieren nicht mehr so groß ist.Zum Thema frisieren sind ganz klar die Erziehungsberechtigten gefragt! Wenn ich meinem Kind erlaube solch ein Fahrzeug zu bewegen, bin ich auch in der Pflicht, hin und wieder zu kontrollieren, in welchem Zustand sich das Fahrzeug befindet.
Anderer Punkt: Mein Sohn wird dieses Jahr noch 14. Der Bedarf mit 15 Mofa fahren zu wollen ist, Gott sei dank, noch nicht so groß. Darum hab ich ihm im Gespräch von Vater zu Sohn nahe gelegt, auf Mofa und Moped zu verzichten, und mit 16 die Fahrerlaubnis A1(Leichtkraftrad bis 80 km/h)zu erwerben. Ich habe das damit begründet, das er mit einem Leichtkraftrad eine reele Chance hat, im Verkehr mitzuschwimmen, ohne ständig und immer im Weg zu sein. Denn mit 25, oder auch mit 45 km/h ist man grundsätzlich immer langsamer als der Rest der anderen Verkehrsteilnehmer, sei es innerorts oder außerorts! Und das empfinde ich als ein großes Risiko, das man vermeiden kann. Da wir auf dem Lande wohnen, und auf die Benutzung von fahrbarem Untersatz angewiesen sind, habe ich in den Gesprächen über mögliches Tuning einen Ansatzpunkt gefunden, dieses zu vermeiden. Ich habe ihm angedroht, seinen, möglichen, fahrbaren Untersatz regelmäßig zu kontrollieren( Probefahrten etc.). Gleichzeitig habe ich ihm aufgezeigt, das er, wenn er mit einem veränderten Fahrzeug erwischt wird, damit rechnen muss, die Fahrerlaubnis B erst erheblich später als erwünscht, erwerben zu können(2 Jahre Sperrfrist...).
Außerdem sollte man dann auch so clever sein, seinem 15 jährigen Nachwuchs(m/w) ein gewisses Maß an Eigenverantwortung zu zugestehen. Das kann unter Umständen sehr förderlich sein.
ganz normal Frenchie – 08.07.10
ich fand immer komisch, dass Mopedfahren in Deutschland so spät gelernt wird! in Frankreich konnte man in meiner Zeit Moped oder Motoroller fahren schon ab 14! und ein Führerschein brauchte man auch nicht! mun musste jediglich die Verkehrsregeln kennen, und es wurde auf eine Gelände geübt. Die Maschine ist (theoretisch) auf 45km/h begrentzt. nur ein "Solex" schafft ab Werk nur max 25km/h.übrigens, begleitetes Fahren gibt es bei uns ab 16! und das schon seit 20 Jahren!
Mopedfahrer Biker – 08.07.10
Es ist unverantwortlich den Jugendlichen mit 15 einen Roller zu erlauben. Ich fahre seit 20 Jahren Motorrad und sehe permanent getunte Roller. Die Kids haben keinen Vers.-Schutz wegen der Manipulation und flüchten bei einem Verkehrsunfall lieber, als sich der Verantwortung zu stellen. Unverantwortlich und da stimme ich den Vorrednern zu. LOBBYISMUSLobbykratie mengershausen – 08.07.10
Hier hat die Regierung wieder einmal mehr den Schutz der Kinder/Jugendlichen den Interessen einer Lobby untergeordnet. Wie schon bei der Verhinderung eines Werbeverbotes für Alkohol und Zigaretten. Hauptsache die Einnahmen bei der Industrie fließen - die Folgekosten trägt ja die Allgemeinheit.Wirtschaftsboom Gerd – 07.07.10
Konsumenten schafffen für die Wirtschaft und das um jeden Preis.