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Aus der Stadt Fast fünf Jahre Haft für Arzt
Hannover Aus der Stadt Fast fünf Jahre Haft für Arzt
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19:34 14.12.2015
Von Michael Zgoll
Lange Haftstrafe: Das Landgericht verurteilte den Arzt Roland S. unter anderem wegen Vergewaltigung. Quelle: Treblin (Archiv)
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Hannover

Der 54-jährige Arzt, der ein 15-jähriges Mädchen in einem hannoverschen Luxushotel viereinhalb Stunden lang sexuell missbraucht hat, ist am Montag vom Landgericht Hannover zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Die Jugendkammer 3 unter Vorsitz von Ralf Busch sah es als erwiesen an, dass Schönheits­chirurg Roland S. die Jugendliche mehrfach vergewaltigte, sie fesselte, schlug und mit einer Peitsche sowie anderen Sexutensilien misshandelte. Zudem filmte der Mediziner seine Taten mit mehreren Kameras, weil ihn das zusätzlich stimulierte. Der 26-jährige Barkeeper Imad M. aus Hamburg, der dem mehrfach vorbestraften Arzt das Mädchen zugeführt hatte, wurde wegen schweren Menschenhandels zu einer Haftstrafe von 22 Monaten ohne Bewährung verurteilt.

Die 15-Jährige, die in der Wohngruppe einer Jugendhilfeeinrichtung lebte, wurde von M. über Tage bedrängt, sich mit dem Doktor zu treffen. Zunächst weigerte sie sich, schließlich wurde ihr immer mehr Geld geboten – bis sie zustimmte und letztendlich 600 Euro bekam. Allerdings wusste sie nicht, dass sie auf einen Mann treffen würde, der auf Sado-Maso-Sex mit möglichst jungen Mädchen stand. Wie Richter Busch in der Urteilsbegründung sagte, habe die 15-Jährige die stundenlange Tortur großteils „teilnahmslos“ über sich ergehen lassen und viel aus dem Fenster geschaut. Bei besonders widerwärtigen Praktiken sagte sie mehrmals laut vernehmlich „Nein“, doch der Doktor setzte sich darüber hinweg.

Die Kammer bescheinigte Roland S. eine „narzisstische Persönlichkeitsstörung“ und eine „rücksichtslose Gesinnung“; auch aus der Kommunikation mit anderen minderjährigen Mädchen gehe hervor, dass der Sextäter die Menschenwürde von Frauen in keiner Weise achte. Dass der mit Berufsverbot belegte Arzt der 15-Jährigen 5000 Euro Schmerzensgeld angeboten habe, übe keine „friedensstiftende Wirkung“ aus: Dieses Angebot erfolgte erst in einem späten Stadium des Verfahrens und sei „taktisch motiviert“ gewesen.

Imad M., der betuchten Männern schon häufiger Mädchen zugeführt hatte und dafür jeweils bis zu 3000 Euro kassierte, bescheinigte das Gericht ebenfalls eine „frauen- und menschenverachtende Ausdrucksweise“. Der 26-Jährige hatte vor und nach dem Missbrauch im Hotel zweimal ungeschützten Sex mit der Jugendlichen; vermutlich war er es, der eine Geschlechtskrankheit auf das Mädchen übertrug. Die Taten, so das Gericht, hätten die depressive Neigung der Jugendlichen – die magersüchtig ist und sich bereits früher durch das sogenannte Ritzen selbst verletzt hat – noch verstärkt.
Die 15-Jährige hat im Zusammenhang mit den Vorfällen außerdem ihren Platz in der Wohngruppe verloren.

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