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Aus der Stadt 150 Teilnehmer bei Rollstuhltanz-WM in Hannover
Hannover Aus der Stadt 150 Teilnehmer bei Rollstuhltanz-WM in Hannover
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19:17 07.11.2010
Von Bärbel Hilbig
Beim Rollstuhltanz ist ausdrucksstarke Arbeit mit Armen und Oberkörper gefordert – egal ob bei Latin- oder wie hier Standardtänzen. Quelle: Martin Steiner

Wie bei internationalen Tanzturnieren üblich ging es am Wochenende bei den siebten Weltmeisterschaften im Rollstuhltanz ausgesprochen glamourös zu. 150 Teilnehmer aus 21 Nationen – von Mexiko über Japan, Israel, Russland und Polen bis China – trafen im Convention Center auf dem Messegelände aufeinander. Und besonders die Tänzerinnen bezauberten schon allein mit ihren traumhaften Roben in strahlendem Weiß, Zitronengelb, Lachs oder Fuchsie, oft mit Federbesatz oder Pailletten verziert. An vielen Ärmeln oder Dekolletes flatterten beim Tanz zarte Volants.

Von den Rollstuhlfahrern erfordert der Tanz besondere Ausdrucksstärke in der Mimik und der Haltung des Oberkörpers, egal, ob ihr Partner ebenfalls im Rollstuhl sitzt (Duo-Paar) oder sich zu Fuß bewegt (Kombi-Paar). Und so glitt die mit rund 80 Jahren wohl älteste WM-Tänzerin und Grande Dame, Shoko Abe aus Japan, an den Händen ihres jugendlichen Partners beim Wiener Walzer mit ausgesprochener Eleganz übers Parkett. Valeriy Bevzyuk aus der Ukraine zeigte wie auch einige seiner Turnier-Konkurrenten, dass ein Rollstuhlfahrer seine Sambapartnerin feuriger umwerben kann als so mancher „Fußgänger“.

Für Erik Machens und Andrea Borrmann bedeutete die WM ein Heimspiel. Beide trainieren beim VfL Hannover, der mit zahlreichen Ehrenamtlichen für den reibungslosen Ablauf der WM sorgte. „Das ist ganz anders als vor kurzem in St. Petersburg. Hier kennen wir jeden“, sagte Andrea Borrmann. Und so wurden die Auftritte des Paars im Rollstuhl besonders bejubelt, zumal auch noch Freunde und Familie inklusive der 92-jährigen Großmutter Borrmanns zur Unterstützung angereist waren. Für Erik Machens fiel der erste WM-Tag auch noch auf seinen 27. Geburtstag. „Das ist einfach nicht zu toppen“, sagte der Grafikdesignstudent.

Auch die mit 70 Jahren älteste deutsche Teilnehmerin Renate Beune und ihr Partner ohne Rollstuhl Detlev Lütgert hatten der WM besonders entgegengefiebert. Hoffnung auf eine Platzierung machten beide sich nicht. „Manche der anderen Fußgänger sind halb so alt wie ich und haben schon als Kinder Turniere getanzt“, sagte der 47-jährige Lütgert. Die internationalen Wettbewerbe seien jedoch schon allein deshalb reizvoll, weil viele Tänzer sich seit Jahren kennen. „Das ist wie eine riesige Familie.“

Das International Paralympic Committee veranstaltete die WM zum ersten Mal in Deutschland. Angesichts der Teilnehmerzahl betonte Präsident Sir Philip Craven, es sei die bisher größte Rollstuhltanz-WM. Die Veranstaltung war mit 400 Zuschauern an zwei Tagen ausverkauft. Und der Saal hätte durchaus größer sein dürfen. Die Karten waren so schnell vergriffen, dass selbst Freunde der Tänzer zum Teil leer ausgingen.

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