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Innenstadt

150.000 Zuhörer bei Fête de la Musique in Hannover


Die dritte Ausgabe der Fête de la Musique in Hannover feierte am Montag zugleich eine Premiere: Erstmals spielten die 1500 Musiker
 nicht nur in den Straßen der City – auch in Geschäften wurde musiziert. 150.000 Zuhörer wollten dabei sein.
Mit Musik geht alles besser: Die A-cappella-Gruppe str8 Voices macht gute Laune vorm Hauptbahnhof.

Mit Musik geht alles besser: Die A-cappella-Gruppe str8 Voices macht gute Laune vorm Hauptbahnhof.

© Martin Steiner

Drehorgel-Horst spielt eigentlich immer dieselbe Leier. Morgens, wenn die Angestellten ins Büro hetzen, entlockt er dem Leierkasten Märsche. Am Nachmittag, wenn die Kinder kommen, sind eher die Beatles gefragt. Heute aber ist alles anders. Man könnte sagen: Drehorgel-Horst hat Konkurrenz bekommen am Montag in der Innenstadt. Am Hauptbahnhof singt eine A-cappella-Gruppe Swing-Klassiker. Ein paar Meter weiter spielt das Blasorchester der Musikschule vor der Baustellenschlucht des Kröpcke-Centers mutig gegen das Wummern der Presslufthammer an – zu hören ist Celine Dions „Titanic“-Ballade „My heart will go on“.

Dann verziehen sich die Wolken, zum Start der Fête de la Musique um 15 Uhr scheint die Sonne. Drehorgel-Horst ist guter Dinge. Er freut sich über die Mitstreiter. Straßenmusiker, sagt er, hätten es sonst schwer in Hannover. Heute allerdings swingt und klingt es an allen Ecken, Mitmachen ist bei der Fête ausdrücklich erlaubt. Um das Motto des Musikfestivals zu unterstreichen, bei dem am 21. Juni weltweit in 450 Städten Profis und Laien unentgeltlich auftreten, hat auch Bürgermeister Bernd Strauch bei der Eröffnung ein paar Takte vorgegeben – am Schlagzeug. Dann sind 1500 Musiker an 30 Stationen in der City an der Reihe. Musik spielt auf der Straße, aber wegen des Geschäftstages auch in geschlossenen Räumen. Bei I. G. von der Linde etwa werden zwar weiterhin Dessous und Tischwäsche verkauft, in der dritten Etage gibt es aber auch „Musik im Bett“. Dass es Keyboarder Wolfgang Grieger nur kurz in den Federn hält und er doch lieber auf den stabilen Hocker wechselt, stört die Zuhörer nicht.

Nur ein paar Schritte entfernt, in der Grupenstraße, liegt Geigenmusik in der Luft. Der elfjährige Jakob, seine Schwester Klara und ihr Kumpel Leon haben „Air“ von Bach angestimmt – und etliche Passanten mit ihrem Spiel und ihren zauberhaften Hüten zum Stehenbleiben gebracht. Emanuel, Vierter im Bunde, lässt derweil die Finger übers Klavier tanzen. „Geiger David Garrett ist mein Idol“, verrät der zwölfjährige Leon. Eine spontane Idee sei es gewesen, bei der Fête de la Musique aufzutreten, erzählen die Schüler der Musikschule Brainin. „Wir haben aber auch schon bei Konzerten gespielt.“ Das merken auch die Zuhörer, die sich um die Gruppe versammelt haben. „Wunderschön“, sagt die 81-jährige Helga Steinau.

Wie die Rentnerin sind auch viele andere gezielt zur Fête de la Musique in die Innenstadt gekommen. Während am Nachmittag viele Passanten eher zufällig an den Bühnen stehen bleiben, zieht das Musikfestival zur Feierabendzeit das interessierte Publikum an, das entspannt durch die klingende Stadt schlendert. „So eine Bandbreite an Musikstilen bekommt man ja sonst nie auf einmal und auch noch kostenlos zu hören“, meint Besucherin Karin Halldorf.

Wie vielfältig Musik sein kann, zeigten die 19-jährige Viola Haars und ihre Bandkollegen von Recti Exempli. In mittelalterlichen Gewändern, mit Dudelsack und Trommeln bringen sie auf der „Open Stage“ in der Großen Packhofstraße die Zuschauer zum Staunen. „Viele Straßenmusiker haben das Angebot spontan genutzt“, sagt Stadtsprecherin Ulrike Serbent-Kniep. Von den 250.000 Besuchern, die nach Angaben der City-Gemeinschaft gestern in der Innenstadt unterwegs waren, sind nach Schätzungen der Veranstalter rund 150.000 gezielt zur Fête de la Musique gekommen. „Ein großer Erfolg“, freuen sich Serbent-Kniep und Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft.

Julia Sellner
 und Dany Schrader

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  • Tippfehler Kenny Tympanum – 23.06.10
    @ Sascha Aust : Seyd auf's Trefflichste bedankt ;-) ...nun kann die Weltkarriere ja beginnen :-D
  • Tippfehler Sascha Aust | HAZ.de – 23.06.10
    @ Kenny Tympanum: Vielen Dank für den Hinweis, ist korrigiert.
  • Mittelalterliche Klänge Kenny Tympanum – 23.06.10
    Zum Duivel mit den Fehlern der Tipperey!!

    Die Spielleut sind unter dem Namen "Recti Exempli" bekannt. All diejenigen, die Gefallen an unseren Klängen des Mittelalters gefunden, sey unser Internetauftritt an's Herz geleget:
    www.recti-exempli.jimdo.com

    Unter mittelalterlichen Grüßen,
    Kenny Tympanum v. d. Spielleut Recti Exempli
  • Armes Hannover Klaus – 22.06.10
    Ojeh, da muss ich mich wohl outen...auch ich habe diese "bösen Worte" (armes Hannover) schon an das Ende meines Kommentars gesetzt und ich denke, da gehören sie auch bei manchen Themen hin.

    Oder ist es nicht arm, dass Hannover Einwohner hat, denen jegliche Freude und Lebhaftigkeit anderer so zuwider ist, dass sie sich gleich genötigt fühlen, die ganze "Boshaftigkeit" der Lebensfreude wieder einmal auf die böse Jugend zu schieben?

    Ich frage mich, wo Herr Igor denn überall so war.

    Zitat Igor: "Ich höre mir lieber einen gepflegten Jazz an. Aber auch nur wenn ich es will.
    Sich so dermaßen beim Stadtbummel mit drittklassiger Musik aufzudrängen, ist nervig und dreist."

    Erstklassige Musik wirst Du auf dieser Veranstaltung nicht finden, weil das gar nicht das Thema ist. Hättest Du dich wirklich auf einen "Stadtbummel" begeben, dann hättest Du bemerkt, dass es nicht nur Teenies und nicht nur Punkrock gab. Vermutlich gehörst Du auch zu DEN Hannoveranern, die gegen jeden lauten Pups des Nachbarn bzw. gegen jegliche Veranstaltung in Hannover vor Gericht ziehen. Na, dann wird wohl auf der nächsten Fete nur noch ohne Verstärker gespielt, was? Aber gut, das ist ein anderes Thema...ich wollte nur damit verdeutlichen, dass Hannover manchmal schon ganz schön arm dran sein kann...wegen seiner Einwohner.
  • @Claus J – 22.06.10
    Da hast du absolut recht. Arme Kommentatoren... ;-)
  • ... Claus – 22.06.10
    Schon als ich den Artikel las, war für mich klar, dass irgendein Kommentar mit den Worten 'Armes Hannover' endet. Am Ende eines Kommentars sowas noch hinterherzuschieben, DAS ist arm (wird hier aber ständig gemacht)
  • Schönwetter- Igor – 22.06.10
    Ich fand die ganze Veranstaltung doof. Man sollte diesen kleinen Selbstdarsteller im Teenageralter keine Beachtung schenken.
    Lieber Qualität statt Quantität.

    Viele Teenies denken sie seien Kurt Cobain persönlich.
    Ich finde die "Musiker" einfach nur peinlich und doof. Man kann heutzutage leider mit 2 Jahre "Musikerfahrung" schon einen auf Musiker machen. Wenn es nicht ganz so gut ist, nennt man es einfach Punkrock.

    Ich höre mir lieber einen gepflegten Jazz an. Aber auch nur wenn ich es will.
    Sich so dermaßen beim Stadtbummel mit drittklassiger Musik aufzudrängen, ist nervig und dreist.

    Gegen echte Straßenmusiker habe ich nichts.
    Aber gegen Schönwetterteenies, die denken sie würden etwas ganz besonderes können.
    Arme Jugend, armes Hannover, armes Dezutschland!
  • Music a la Laut &und dröhnend ! Tommyxxxxx – 22.06.10
    Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: www.haz.de/nutzungsbedingungen
  • @ Sebastian Fischer Musicman – 22.06.10
    Fotos von der Fete de la musique sollten schon Musiker in Aktion zeigen und nicht dicke hässliche knutschende Typen in roten Pullovern...
  • Bilder Sebastian Fischer – 22.06.10
    Weitere Bilder von Fête de la Musique gibt es unter: [… Link von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: www.haz.de/nutzungsbedingungen …]

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