Wenig Prominenz dafür mehr Musik, mehr Tanz und mehr Vergnügen: Das Konzept der Veranstalter war aufgegangen. Beim 62. Landespresseball am Sonnabend in Hannover lockte eine größere Tanzfläche auch mehr Ballbesucher auf das Parkett. Bereits kurz nachdem Moderator Ludger Abeln die Gäste begrüßt hatte, drehten sich die ersten Paare im Kuppelsaal. Die Prominenz aus Politik und Showgeschäft blieb dem Landespresseball in diesem Jahr allerdings fern: Zeitgleich wurde in Berlin die Goldene Kamera verliehen. Dafür hatten sich viele junge Leute unter die rund 1500 Gästen gemischt. Das lag nicht zuletzt an dem musikalischen Höhepunkt des Abend, den „No Angels“.
Das Quartett sang mehrere Klassiker und warb für ihr neues Album „Welcome To The Dance“, mit zum Teil frechfrivolen Texten. „Wir wollen auch ein bisschen böse sein, wir sind eben no Angels“, riefen die Popstars den Gästen zu, die vor der Bühne standen. Nach einem halbstündigen Auftritt verschwanden die Sängerinnen wieder, die Gäste wandten sich erneut dem Tanz zu.
Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der bislang nicht gerade als begeisterter Tänzer in Erscheinung getreten ist, wagte sich mit Ehefrau Bettina - ganz in Rot - auf das Parkett. Doch zunächst nur für zwei Tänze - darunter einem Disco-Fox. Wulff hatte zuvor den Landespresseball eröffnet. „Wir brauchen Optimismus für dieses Jahr“, sagte er. Bei Hannover 96 werde Optimismus allein aber nicht reichen, betonte der Landesvater. Der Fußball-Bundesligist hatte wenige Stunden zuvor erneut eine Niederlage im heimischen Stadion erlitten. Vermutlich deshalb war dem neuen 96-Trainer Mirko Slomka nicht zum Feiern zumute - er blieb dem Ball fern.
Die meisten Gäste ließen sich jedoch nicht von dem schlechten Fußballergebnis die Laune verderben. Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) war mit Ehemann, Tochter und deren Freund zum Ball gekommen. Die Ministerin - in einem tiefblauen Abendkleid mit roter Rose - gehörte zu den begeisterten Tänzerinnen. Dennoch blieb Zeit für ein Erinnerungsfoto, dass Heister-Neumann von sich und ihrer Familie - wie viele andere Besucher - im Vorraum schießen ließ. Gespräche und Tanz genossen auch Verkehrsminister Jörg Bode (FDP) und seine Frau.
Die Minister saßen, wie die anderen VIP-Gäste, erstmals auf den Rängen. Ein weiteres Novum: das Büfett. Küchenchef Ulrich Vetter servierte als Vorspeise unter anderem gebackene Garnelen im Tempurateig und lackierte Stubenkükenbrust auf Cranberry-Apfelconfit, als Hauptgericht ließen sich die Gäste glacierte Kalbshaxe auf Petersilienwurzelpüree, Dorade auf Pinien-Couscous und Medaillons vom niedersächsischen Landschwein mit edlen Beilagen schmecken. Ein Dessertbüfett rundete das Angebot ab.
Wer zwischen Essen und Tanz Entspannung suchte, konnte sich im Schönheits- und Wellnessbereich behandeln lassen. Angesagt waren bei den jungen Damen extravagante Hochsteckfrisuren, andere Besucher gönnten sich lieber eine Massage. Neben Vergnügen und Tanz ging es auch um Wohltätigkeit: Der Erlös der Tombola in Höhe von 26.000 Euro kommt dem Verein Kollegenhilfe niedersächsischer Journalisten zugute, die in Not geratene Medienschaffende unterstützt.
lni
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Kommentare
Presseball wawo – 31.01.10
Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst, und zwar eines DER Ereignisse während der Ball-Saison in Hannover.Zensur KL – 31.01.10
HAZ = Hannovers Artige ZensorenFreikarten fpr den Presseball? JM – 31.01.10
Wieviele der "Gäste" aus der Politik und Wirtschaft haben ihre Eintrittskarten selbst bezahlt? Und wenn sie sie geschenkt bekommen haben, wer versteuert die Geschenke?@Michel echo167 – 31.01.10
Natürlich ist es zum Teil auch schlichter Neid, der aufkommt, wenn ließt wie die hofiert werden. Es überwiegt aber vor allem die Abscheu vor diesem öffentlichen zur Schau stellen und dabei den Eindruck erwecken, als sei man was gaaanz besonderes. Hier passt die gleiche Überschrift, wie sie der Spiegel in Bezug auf die goldene Kamera verwendet hat: "Aufmarsch der Ich-Verliebten"Hannover Michel – 31.01.10
Neid und Mißgunst prägen die Kommentare hier. Es läßt sich schön erkennen wie kleinkariert und provinziell die Hannoveraner doch sind.mußte derartig über den presseball berichtet werden? ein haz-leser – 31.01.10
sorry, aber dieser haz-artikel liest sich wie ein artikel aus der sogenannten regenbogenpresse!als langjähriger haz-abonnent muß ich an dieser stelle schreiben, das auch ich
langsam immer unzufriedener mit dem haz-niveau werde(und überlege, mein abo zu kündigen)!
@Benno R.W. – 31.01.10
Wulff zahlt später.....!!Upgrade Benno – 31.01.10
Haben die Familie Wulff und die anderen Kabinettsmitglieder die Eintrittskarten für den Presseball eigentlich aus der eigenen Tasche bezahlt oder trägt diese Kosten der Steuerzahler? Wäre doch mal eine Anfrage der HAZ bei der Staatskanzlei wert - oder die der Opposition...Geil, neues UPRGRADE bestetellt ? BRASIL – 31.01.10
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