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154 Kerzen gegen das Vergessen

Gedenken an ermordete Zwangsarbeiter 154 Kerzen gegen das Vergessen

Mit einer Gedenkveranstaltung wurde am Ostermontag der 154 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen gedacht, die am 6. April 1945 von der SS auf dem Seelhorster Friedhof ermordet wurden. Oberbürgermeister Stefan Schostok legte einen Kranz nieder.

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Oberbürgermeister Stefan Schostok (rechts) bei der Kranzniederlegung.

Quelle: Frank Wilde

Hannover. 70 Jahre nach Kriegsende macht die Tat noch immer fassungslos. Nur wenige Tage bevor die Alliierten Hannover von der Naziherrschaft befreiten, ermordeten SS-Schergen 154 Zwangsarbeiter auf dem Seelhorster Friedhof. Die Opfer mussten zuvor ihr eigenes Massengrab ausheben. „Dieses Verbrechen mitten in der Stadt, vor unserer Haustür macht sprachlos und wütend“, sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) am Montag bei einer Gedenkfeier auf dem Seelhorster Friedhof. Rund 60 Trauernde hatten sich in der Kapelle versammelt, um die Erinnerung an das Geschehen vor 70 Jahren wach zu halten. „Wir müssen unsere Lehren ziehen, Frieden und Koexistenz der Völker vorantreiben“, sagte der russische Vize-Generalkonsul Pavel Reshetnikov. Jugendliche der Gewerkschaft IG Metall stellten 154 Kerzen auf, um an jedes einzelne Opfer zu erinnern.

Mit einer Gedenkveranstaltung wurde der mehr als 150 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen gedacht, die am 6. April 1945 von der Gestapo auf dem Seelhorster Friedhof ermordet wurden.

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Tatsächlich waren es vor allem Bürger der ehemaligen Sowjetstaaten, die am 6. April 1945 auf dem Friedhof erschossen wurden. Vier Tage später rollten die ersten amerikanischen Panzer durch Hannover. Als die Militärregierung von der grauenvollen Tat erfuhr, ließ sie die Leichen exhumieren und am Maschsee-Nordufer in Einzelgräbern bestatten. Die Hannoveraner sollten den Leichentransport zu Gesicht bekommen, eine Lastwagenkolonne, beladen mit Toten, fuhr mitten durch die Stadt.

„Leider ist der Ehrenfriedhof am Maschsee später als ,Russen-Mahnmal’ diffamiert worden“, sagt Stadthistoriker Karljosef Kreter bei der Gedenkfeier am Ostermontag. Der rote Stern am Gedenkstein wurde vor vielen Jahren zerstört und selbst in jüngerer Vergangenheit schmierten Rechtsextreme immer wieder ihre Parolen auf das Mahnmal. 2002 errichtete die Stadt auf Initiative der Gewerkschaft IG Metall eine Gedenk-Stele auf dem Seelhorster Friedhof - am Ort der Erschießung.

„Was muss den Häftlingen damals durch die Köpfe gegangen sein, als sie ihr Grab schaufelten und wussten, dass sie ihre Familien nie wiedersehen würden?“, fragt sich ein junges Gewerkschaftsmitglieder. Das ganze Ausmaß der Tat sei kaum vorstellbar. Aber gerade deshalb müsse die Erinnerung wach bleiben, betont die junge Frau. „Wann und wo endet die Geschichte? Bei uns!“, sagt Historiker Kreter.

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