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16-Jährige rettet Welpen aus ICE-Mülleimer

Ein Herz für Tiere 16-Jährige rettet Welpen aus ICE-Mülleimer

Der kleine Welpe "Hope" kommt am Sonntagabend im ICE von Chur nach Hamburg auf die Welt. Die 16-jährige Nele Oeking findet ihn in einem Mülleimer vor der Zug-Toilette, in den die Hundebesitzerin das Tier gestopft hatte. Bis der Zug in Hannover hält, ist schon fast die ganze Zugbesatzung in die Rettungsaktion involviert.

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Zärtlich hält Nele Oeking den kleinen Welpen "Hope" in der TiHo.

Quelle: Jan-Philipp Eberstein

Hannover. Eine Handvoll Leben liegt im Arm von Nele Oeking. Die 16-Jährige streichelt liebevoll über den Kopf des Hundewelpen. Wenige Stunden zuvor hat die kleine „Hope“ noch um ihr Leben geschrien – im Mülleimer vor einer Zug-Toilette.

Das Hundebaby mit dem schwarzen Fell kommt am Sonntagabend im ICE Chur-Hamburg zur Welt. Das Muttertier gehört einer Frau, die sich mit der hoch trächtigen Hündin in den Gang eines Waggons setzt. Das Tier ist unruhig, fiept und jault. „Der Hund war wahnsinnig laut“, erzählt Anna Mosig. Sie war mit ihrem Freund von Basel in Richtung Berlin unterwegs. „Als die Schaffnerin gefragt hat, was los ist, sagte die Frau nur, dass der Hund zum ersten Mal Zug fährt“, erinnert sich die 28-Jährige. Nele ist da noch nicht an Bord.

Doch tatsächlich steht die Hündin kurz vor der Niederkunft. Noch vor dem Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe muss sie schließlich geworfen haben, dort steigt die Frau plötzlich aus. In Mosigs Abteil wundert man sich, dass aus dem Bellen und Jaulen so etwas wie ein Miauen geworden ist. „Wir dachten: Da ist auch eine Katze an Bord, deshalb ist der Hund so durchgedreht.“ Doch dann geht eine Frau nachschauen und entdeckt: Das Miauen kommt aus dem Mülleimer, aus dem ihr nicht etwa eine Katze, sondern ein Hundebaby entgegen schaut. Sie informieren die Zugbegleiterin, die ruft die Polizei. In Göttingen steigt eine der Frauen aus und nimmt das Häufchen Hund gleich mit. „Dann hat es aber wieder miaut“, erzählt Mosig.

Als sie nachschauen geht, trifft sie auf Nele, die gerade in Göttingen eingestiegen ist. „Ein Baby lag oben auf, weiter unten haben wir noch zwei tote gefunden. Die Frau hat sie in ihre Pullover gestopft“, erzählt Mosig. Sie habe geweint, gezittert – fassungslos, wie man einem Tier das antun kann und es niemand mitbekomme.

Zu Besuch in der Kleintierklinik der TiHo. Nele Oeking hat einen Hundewelpen im Mülleimer eines ICE-Zuges gefunden.

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In Kassel geht die Tortur der Hündin derweil weiter. Auf dem Boden finden die Beamten der alarmierten Bundespolizei einen weiteren Welpen. Die Hundebesitzerin festzuhalten, wäre ein unverhältnismäßiger Eingriff gewesen, so ein Sprecher der Polizei. Bei der Frau handele es sich um eine 52-jährige Obdachlose aus Tschechien, die bei Bekannten im thüringischen Mühlhausen unterkommen wolle. Gegen die Frau wird nun wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. Den in Kassel geborenen Welpen nimmt sie mit, auf dem Weg nach Mühlhausen kommt ein weiteres Junges zur Welt.

Im Zug lässt Nele das meerschweingroße Geschöpf nicht mehr aus den Augen. Die anderen erzählen ihr, was passiert ist. Mittlerweile ist fast die ganze Zugbesatzung involviert. Im Bistro wird Kondensmilch mit Wasser verdünnt und in der Mikrowelle auf Temperatur gebracht. „Wir wussten natürlich nicht, ob das gut ist, aber er sollte wenigstens irgendwas bekommen“, sagt Nele.

In Hannover angekommen hetzt die 16-Jährige durch den Bahnhof. Dort wartet bereits die Tierrettung auf sie, die den Hund in die Tierärztliche Hochschule bringt, wo ihn Nele gleich Montag besucht. Dort sind ihm auch die Mitarbeiter verfallen. „So junge Tiere haben wir nur selten“, sagt Assistentin Anja Roos und klärt gleich mal das Geschlecht. Ein Mädchen. „Dann hab’ ich schon einen Namen“, platzt es aus Nele heraus, „Hope“. Am liebsten will sie Hope behalten. Ihr Vater ist bislang nicht überzeugt. „Wenn er sie sehen würde, wäre er der Erste, der sie behalten will.“ Auch eine Frage der zeitlichen Kapazitäten, denn so kurz nach der Geburt muss das Tier jede Stunde gefüttert werden – Betreuung rund um die Uhr. Auch dafür hat Nele eine Lösung parat: „Mein Vater hat jetzt erst mal Urlaub, dann hat er genug Zeit.“

Von Celia Borm

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