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18 Monate Haft für Kinderporno-Gucker

Gerichtsurteil 18 Monate Haft für Kinderporno-Gucker

Ein 47-Jähriger aus Herrenhausen ist Freitag am Amtsgericht wegen des Besitzes von kinderpornografischen Dateien und dem Verbreiten entsprechender Fotos im Internet zu einer Haftstrafe von anderthalb Jahren verurteilt worden.

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Carsten S. gab sich vor Gericht reumütig. Die missbrauchten Kinder, deren Bilder in Internetforen kursieren, haben aber keine Chance, sich zu verstecken.

Quelle: Florian Petrow

Hannover. Bei einer Hausdurchsuchung im November 2016 war die Polizei bei dem gelernten Bürokaufmann und Systembetreuer auf eine Fülle von Computern und Festplatten gestoßen; bei der Auswertung entdeckten die Ermittler 374 Videos mit Kinderpornos, die Carsten S. im Laufe der vorangegangenen 14 Monate aus dem Netz heruntergeladen hatte.

Handicap durch Erkrankung

Auch hatte S. im September 2015 an drei Tagen 220 Bilder, die Kinder im Alter unter 14 Jahren in sexuell aufreizender Weise zeigten, in einem Tauschbörsen-Programm zum Download bereitgestellt. Wie Amtsgerichtspräsident Götz Wettich, der die Verhandlung leitete, bei Durchsicht eines Ordners mit Beweismaterial anmerkte, zeigten die meisten Fotos Kinder unter zehn Jahren. Das Anschauen derartiger Aufnahmen und die Weiterleitung an andere Porno-Konsumenten werde deshalb so stark geahndet, so Wettich zu dem Angeklagten, weil keine Kinderseele solche Praktiken und Aufnahmen schadlos überstehe: „Das sind brutale Formen der Ausbeutung, das ist moderne Sklaverei.“

Der Angeklagte, das erkannten Staatsanwaltschaft und Gericht durchaus an, hat erhebliche gesundheitliche Probleme. Er leidet seit seiner Geburt unter einer Wirbelsäulenspaltung; seitdem Flüssigkeitsablagerungen hinzugekommen sind, leidet der 47-Jährige unter derartigen Schmerz- und Schwindelattacken sowie anderen Beschwerden, dass er seinen Beruf nach 21 Jahren aufgeben musste und frühverrentet ist. „Eine normale Sexualität ist meinem Mandanten aufgrund seiner Erkrankung noch nie möglich gewesen“, erläuterte sein Verteidiger. Das solle die Verwendung der Kinderpornos aber keineswegs entschuldigen.

Unabhängig davon, so der Anwalt, habe der weit überwiegende Anteil der bei S. gefundenen Dateien Erwachsene beim Sex gezeigt, keine Kinder. Auch sei sein Mandant nicht vorbestraft. S. legte ein Geständnis ab und erklärte, er habe nach September 2015 nie wieder einschlägige Filme oder Fotos im Netz zugänglich gemacht: „Das Thema Tauschbörsen ist für mich schon lange durch.“

Fünf Jahre Bewährungszeit

Götz Wettich folgte bei der Strafzumessung dem Antrag von Referendarin Mona Narten, die die Staatsanwaltschaft vertrat. Zusätzlich zu der Bewährungsstrafe verordnete der Richter S. eine Therapie beim MHH-Präventionsprojekt „Kein Täter werden“. Hier werden Menschen behandelt, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen. Sollte eine derartige Therapie kostenpflichtig sein, so Wettich, müsse sie der 47-Jährige aus eigener Tasche zahlen, ansonsten sei eine Spende an eine Kinderschutz-Stiftung fällig. Ungewöhnlich lang ist die Bewährungszeit, die das Gericht verhängte: S. muss den Erfolg seiner Therapie nachweisen und darf sich in den nächsten fünf Jahre nichts zuschulden kommen lassen - sonst läuft er Gefahr, doch noch ins Gefängnis zu wandern.

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